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Full text of "Kurzgefasste Irische Grammatik : mit Lesestücken"



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KURZGEFASSTE 

43710 



IRISCHE GRAMMATIK 



MIT LESE STÜCKEN p 



von 



ERNST WINDISCH 






LEIPZIG 

VERLAG VON S. HIRZEL 
1879. 



Das Kecht der Übersetzung ist vorbehalten. 



TB 1^3 



Vorrede. 

Diese kurzgefasste Irische Grammatik ist aus prak- 
tischen Gründen von einem grösseren Buche „Irische Texte 
mit Wörterbuch"*) — das nunmehr auch bald erscheinen wird 
— losgelöst und mit einigen Lesestücken yersehen worden, die 
nicht zugleich in jenem Werke enthalten sind. Wenn dieses 
Buch für geeignet erfunden wird, das Studium der so hoch 
interessanten Sprache und Literatur Altirlands zu erleichtern 
und zu verbreiten, so hat es seinen Zweck erreicht, denn ich 
beabsichtige hier weder eine Vollständige noch eine Vergleichende 
Grammatik der Irischen Sprache zu bieten. Letzteres, mit Be- 
rücksichtigung der übrigen keltischen Sprachen, behalte ich 
mir für meinen Antheil an der von den Herren Breitkopf 
& Härtel angeregten Grammatikenbibliothek vor. 

Um jedoch dem Anfanger die schwierige Sprache mensch- 
lich näher zu bringen, ha*be ich die Lautlehre vergleichend ge- 
halten, soweit mir dies für den Anfang gut zu sein schien; 
schwierige Fragen eingehend zu erörtern, auf die neuesten Pro- 
bleme der vergleichenden Lautlehre einzugehen, oder alle Ety- 
mologien vorzubringen, die ich kenne, lag meinen praktischen 
Zwecken fern. Wiederholung derselben Wörter in den Bei- 
spielen ist möglichst vermieden. 

Der Sprachzustand, den ich vorzugsweise im Auge habe, 
ist das Altirische, und unter meinen Quellen steht in erster 
Linie die berühmte Grammatica Celtica von J. Caspar 
Zeuss, deren zweite Auflage (Berlin 1871) durch Hermann 
Ebel's hingebende Arbeit vielfach verbessert, ergänzt und sach- 



*) Auf Texte in diesem Werke beziehen sich die Abkürzungen TE., 
FA., SC, FB., die hier und da vorkommen. 



7170 



XV Vorrede. 

gemässer angeordnet worden ist. Ebel's „Keltische Studien", 
die sich fast durch alle Bände der Beiträge zur Vergleichenden 
Sprachforschung ziehen, sind dieser zweiten Auflage in hohem 
Grade zu Gute gekommen. Eine Fülle weiteren Materials bieten 
die zahlreichen Bücher und Schriften von Whitlcy Stokes, 
und namentlich im Verbum habe ich Viel seinen Abhandlungen 
im VI. und VII. Bande der Beiträge zur Vergleichenden Sprach- 
forschung, sowie den Mittheilungen aus dem Mailänder Codex 
in seinen Goidelica (2 d edition, London 1872) entnommen. In 
seinem Commentar zu den „Irish Glosses. A Mediaeval Tract 
on Latin Declension" (Dublin 1860) finden sich die Declinations- 
paradigmen eingestreut, neben zahlreichen Etymologieen und 
lautlichen Beobachtungen. Auch seine Anmerkungen zu O'Don- 
ovan's Uebersetzung von Corrnac's Glossar (Calcutta 1868) ent- 
halten manche sprachlich wichtige Bemerkung. Ausserdem kom- 
men in lautlicher Beziehung in Betracht seine „Remarks on the 
Celtic Additions to Curtius' Greek Etymology", Calcutta 1874, 
erweitert 1875, der Hauptsache nach abgedruckt im VIII. Bande 
der Beiträge zur Vergleichenden Sprachforschung. Hier sind 
auch einzelne Lautgesetze aufgestellt, von deren Richtigkeit ich 
nicht überzeugt bin. Von G. J. As coli 's sehnlichst erwarteter 
vollständigen Ausgabe des Mailänder .Codex (im Archivio Glot- 
tologico Italiano Vol. V) habe ich das erschienene erste Heft 
noch benutzen können. Da meine eignen keltischen Abhand- 
lungen, die ich nach meinen Beiträgen zur 4. Auflage von Cur- 
tius' Grundzügen der Griechischen Etymologie geschrieben habe, 
an sehr verschiedenen Stellen gedruckt sind, so weise ich hier 
auf folgende hin: Verlust und Auftreten des p in den celtischen 
Sprachen, Beiträge zur Vergl. Sprachf. VIII 1 — 48; Das irische 
t-Praeteritum, ebendas. 442 — 470; Das reduplicirte Perfectum 
im Irischen, Zeitschr. für Vergl. Sprachf. XXIII 201 — 266; Der 
irische Infinitiv, Bezzenberger's Beiträge zur Kunde der Indog. 
Spr. II 72 ff.; Die irischen Auslautgesetze in Paul und Braune's 
Beiträgen zur Gesch. d. deutsch. Spr. IV 204 — 270. Die erste 
der genannten Abhandlungen ist im IL Bande der von H. Gaidor 
herausgegebenen Revue Celtique von Wh. Stokes, J. Rhys und 



Vorrede. v 

H. d'Arbois de Jubainville besprochen und kritisirt worden. Von 
H. Zimmer's Keltischen Studien im XXIV. Bande der Zeitschr. 
für Vergl. Sprachf. ging mir eine zweite Abhandlung zu, als diese 
Grammatik mit Einschluss der Nachträge bereits gedruckt war. 
Ich bemerke dies, weil sich auch bei mir die Gleichung ir. re, le = 
skr. ri und Andeutungen über die irischen Accentverhältnisse finden, 
über welche Zimmer eine eingehendere Abhandlung verspricht. 

Den Fundort der einzelnen Wörter und Formen habe ich 
in der Regel nicht angegeben, denn die meisten derselben sind 
nicht schwer in den oben genannten Werken und Arbeiten zu 
finden. Dazu kommt, dass lexikalische Arbeiten und Indices 
für die nächste Zukunft von mehr als einer Seite in sicherer 
Aussicht stehen. 

Wo man mit Schwierigkeiten verschiedener Art zugleich 
zu kämpfen hat, da geschieht es wohl, dass man der einen 
oder andern einstweilen weniger Aufmerksamkeit zuwendet. In 
Bezug auf die Trennung der in den Handschriften vorwiegend 
(nicht ausnahmslos) zusammen geschriebenen grammatischen 
Formeln (vgl. § 89) bin ich nicht immer consequent verfahren. 
Obwohl ich bestimmte Grundsätze gewonnen habe — deren 
Darlegung ich mir für die Vorrede zu den „Irischen Texten" 
verspare — ist doch auch in diesem Buche Manches zusammen- 
gedruckt, was wohl besser getrennt worden wäre, theils aus Ver- 
sehen, theils aus Unentschiedenheit oder Unsicherheit. Die Incon- 
sequenz der irischen Orthographie in den Handschriften ist be- 
kannt; sie beruht zum grossen Theil darauf, dass die Schreiber 
bald die ältere Schreibweise beibehielten, bald der veränderten 
Aussprache ihrer Zeit Rechnung trugen. Ich habe die Formen 
gegeben, wie ich sie fand und mir nur in den Paradigmen eine 
gewisse Uniformirung erlaubt. 

Altirisch ist die Sprache des 8. und 9. Jahrhunderts er- 
halten in den Glossenhandschriften zu Mailand, S. Gallen, Würz- 
burg, Karlsruhe, Turin u. a. m. Im Appendix der Grammatica 
Celtica finden sich Specimina derselben. Die Turiner Glossen 
sind vollständig von C. Nigra (Paris 1869) und von Stokes 
in den Goidelica (s. oben) herausgegeben. In letzterem Buche 



Vi Vorrede. 

sind auch altirische Glossen geringeren Umfangs aus anderen 
Handschriften mitgetheilt, sowie zusammenhängende Aufzeich- 
nungen des „Book of Armagh" aus dem Anfang des 9. Jahr- 
hunderts. Den S. Gallener Codex, aus welchem das erste (und 
einzige) Heft von C. Nigra 's Reliquie Celtiche (Turin 1872) 
eine Nachlese brachte, wird Ascoli nach dem Mailänder Codex 
(s. oben) herausgeben. 

Das 10. und 11. Jahrhundert sind kaum durch wichtigere 
Handschriften vertreten. Die ältesten mittelirischen Hand- 
schriften beginnen etwa mit dem Jahre 1100. Aus dieser Zeit 
stammt das „Leabhar na huidre" (Royal Irish Academy, Dublin), 
1870 in Facsimile veröffentlicht, ferner das „Liber Hymnorum" 
(Trinity College, Dublin), durch Stokes' Goidelica allgemein zu- 
gänglich geworden. Das „Book of Leinster" (Trin. Coli. Dubl.) 
aus der Mitte des 12. Jahrhunderts wird demnächst im Facsimile 
veröffentlicht werden, und von den etwas späteren Handschriften 
liegt das „Leabhar Breac" (R. Ir. Acad. Dubl.) in zwei Bänden 
seit 1876 in einer solchen Ausgabe vor. Meine „Irischen Texte" 
werden interessante Texte bringen, die diesen Quelleu entnom- 
men sind. 

In den Declinationsparadigmen finden sich einige Unge- 
nauigkeiten in Bezug auf den Artikel: S. 32 lies inna n-aidche 
n- (Gen. PL), don chridiu (Dat. Sg.), a chride (Voc. PI,), S. 34 
dond recht (Dat. Sg.). — § 43 Zeile 6 lies dú. — § 47 ist 
über die Aussprache des b, ob Media oder Spirans (§ 3) nichts 
ausgesagt. — Zu § 63 gehört z. B. auch droch- § 402. — 
§173 Zeile 4 ist m zu streichen, das ja der Aspiration unter- 
lag, und vor dem der Artikel nur im Altirischen bisweilen die 
Form mit nd hat; im Neuirischen giebt es nur Formen mit 
einem n (an und na). — § 204 ist z. B. fiadam coram me 
(Ml.) zuzufügen. — § 261 habe ich, wie überhaupt nirgends, 
nicht absolute Vollständigkeit beabsichtigt, zum letzten Abschnitt 
wäre z. B. crinim ich falle, schwinde (§ 29, § 295) zuzufügen, 
ferner for-benim ich vollende, for-fenar consummatur, Fut. for- 
bia (§ 310), for-be perfectio (§ 382), zu skr. vanati, vanoti 
verlangen, erlangen. 



Vii Vorrede. 

WJi. Stokes, der die ersten zwei Bogen in der Correctur 
gesehen hat, bemerkt, dass x, y, z in § 1 fehlen. Ir. x kommt 
— abgesehen von Lehnwörtern — nur vor für es, wenn diese 
Laute nach Ausstossung eines Yocals zusammen gerathen sind, 
z. B. in foxal metaplasmus, für fo-co-sdl, zu lat. salio (vgl. 
§ 336); y findet sich nur in Lehnwörtern wie ymmon — lat. 
hymniis; ebensowenig ist z ein echt irischer Laut, vgl. jedoch 
baitzisi baptizavit eum Goid. 2 p. 87, 1 (Book of Armagh). — 
Zu § 11 meint Stokes, dass ir. di dem cymr. ai, ir. 6i dem 
cymr. n entspräche; mir schien dieser Unterschied, den ich 
wohl beachtet habe, nicht streng durchführbar. — Zu § 57 
macht Stokes auf einige Wörter mit iu im Anlaut aufmerksam, 
in denen i = urspr. j sei, z. B. rúg-siiide tribunal Sg. 50 a 
(Z. 2 855), iiirad factum est (Book of Armagh), letzteres zu 
altgall. eicoQov fecit gehörig. 

Leipzig, den 22. December 1878. 

Ernst Windisch. 



Inhalt. 

Seite 

I Lautlehre § 1—108« 1-30 

Alphabet und Aussprache § 1—5. 

Vocale § 6 — 28, Infection § 16 — 24, Kürzung langer Vocale 

§ 25, Ausstossung von Vocalen § 26, Schwanken der Vocale 

§ 27, Vocalfolgen § 28. 
Consonanten § 29 — 77, Aspiration § 59—68, Assimilation 

§ 69—73, Ersatzdehnung § 74—77. 
Vocaleinschub § 78, Metathesis § 79—80, Contraction § 81—85. 
Auslaut § 86—106, Aspiration § 91—96, Eclipse § 97—101. 
Prosthese § 107—108, Aphärese § 108^—108°. 

II Declination § 109—170 30—40 

Ia) Stämme auf a § 110 — 114, b) aufm § 115 — 120, II Stämme 
auf i § 121—125, III auf u § 126—133, IV a) Dentalstämme 
§ 134—143, b) Gutturalstämme § 144—148, c) die Ver- 
wandtschaftsnamen auf r § 149 — 151, d) die masculinen 
und femininen Stämme auf n und nn, e) die Neutra auf 
man, mann, f) die Neutra auf as und andre Stämme auf 
s § 164 — 167, Vereinzelte und schwer bestimmbare Stämme 
§ 168—170. 

III Der Artikel § 171—180 40—42 

IV Comparation § 181—188 42—44 

V Adverbia § 189 44 

VI Pronomina § 190—228 44—52 

Demonstrativa § 190 — 198, Personalia § 199 — 206, Possessiva 
§ 207—210, Selbst § 211, Eelativum § 212—214, Inter- 
rogativa § 215—219, Indefinita § 220—228. 

VII Zahlwörter § 229—236 52—54 

Cardinalia § 229—232, Ordinalia § 233, Zahlsubstantiva § 234, 

Multiplicativa § 235, Distributiva § 236. 

VIII Praepositionen § 237— 247^ 54—57 

Die Präpositionen in der Zusammensetzung § 241 — 247. 

IX Verbum § 248— 389 57—106 

Die Conjugationen § 248, die Tempora § 249 — 250, die Verbal- 



X Inhalt. 

Seite 

Partikeln § 251, Passivum und Deponens § 253, die ab- 
soluten und die conjuncten Formen § 254. 

Activum § 255—311 60—80 

Praesens (1. Indicativ, 2. Conjunctiv, 3. Imperativ, 4. Praes. 
secundarium, 5. Praesens der Gewohnheit) § 255 — 264 c, 

6. T-praeteritum § 265—268, 7. S-praeteritum § 269—274, 
8. und 9. Reduplicirtes Futurum mit Condicionalis 
§ 275—281, 10. und 11. B-futurum mit Condicionalis 
§ 282—284, 12. und 13. S-futurum mit Condicionalis 
§ 285—289, 14. Perfectum § 290—303, Anderweitige 
Tempusbildungen § 304 — 311. 

Passivum § 312—332 80—86 

Praesens (1. Ind., 2. Conj., 3. Imperat., 4. Praes. sec.) 
§ 312—314, 5. und 6. Redupi. Fut. mit Condic. § 315—317, 

7. und 8. B-fut. mit Condic. § 318—319, 9. und 10. 
S-fut. mit Condic. § 320—323, Praeteritum § 324—328, 
die ersten und zweiten Personen im Passiv § 329 — 332. 

Deponens § 333—352 86—93 

1. Indicativ, 2. Conjunctiv des Praesens § 333—337, 3. S- 
praeteritum § 338—340, 4. B-futurum § 341—342, 5. S- 
futurum § 343 — 345, 6. Reduplicirtes Futurum § 346, 
7. Perfectum § 347 — 350, ro fetar § 351, deponentiale 
Formen inder modernen Sprache § 352. 

Participia § 353—362 93—96 

1. Part. Perfecti Passivi § 353 — 359, 2. Part, neccssitatis 
§ 360. 

Infinitv § 363—382 97—103 

Verbum substantivum § 383—389 103—106 

1. as § 384—385, 2. stá § 386—387, 3. vel § 388* 4. bhü 
§ 389. 

X Partikeln § 390— 403 107—111 

1. Negation § 390—391, 2. Frage und Antwort § 392—393, 
3. Conjunctionen § 394 — 400, 4. als Vorsilben gebrauchte 
Partikeln § 401—403. 
Nachträge (über die Setzung des Längezeichens, Quantitäts- 
verhältnisse, Accent u. s. w.) 111 — 114 

Lesestücke 115 — 125 

Wörterbuch 126—149 



I. 

Lautlehre. 

1. Das altirische Alphabet besteht aus folgenden Buch- 
staben: a b c (cli) d e f (ph) g h il m n o p r s t (th) u. Dazu 
die langen Vocale á é í ó ú, die echten Diphthonge ía, ái de, ói 
óe, úa, mi und die § 18 ff. verzeichneten unechten Diphthonge. 
Die altirische Schrift ist eine besondere Form der lateinischen 
Schrift und wird noch jetzt gebraucht. 

2. Im Neuirischen haben die Consonanten d t g c l r n s 
nach oder vor breitem Vocal (a o u) die „breite", der unsrigen 
entsprechende Aussprache, nach oder vor dünnem Vocale eine 
mouillirte Aussprache; 5 hat in letzterem Falle den Laut von 
engl. sh. Aehnlich wird ch verschieden gesprochen, wie das 
deutsche ch in ach und ich. 

3. Denselben Unterschied in der Aussprache zeigen auch 
die tönenden Spiranten gh dh bh mli, erst in der späteren 
Schrift von unaspirirtem g d b m unterschieden (§ 68). dh 
hat im Neuirischen die Aussprache von gh: beide Laute klingen 
vor oder nach breitem Vocale wie der Spirant in deutsch Magen, 
vor oder nach dünnem Vocale wie deutsches j; auslautend sind 
sie verstummt, bh wird vor oder nach breitem Vocale wie 
deutsches w, vor oder nach dünnem Vocale wie engl, v gespro- 
chen; inlautend zwischen kurzen breiten Vocalen vocalisirt es 
sich zu u. mh hat dieselbe Aussprache, nur mit einem nasalen 
Klang. Beide Laute werden in Munster auch im Anlaut wie 
engl, v gesprochen (nach O'Donovan). 

4. th wird im Neuirischen wie h gesprochen, ebenso s oder 
sh (§ 91); ph wie deutsches f; f ist stumm. Bereits im Alt- 
irischen konnte lathe Tag zu laa, Id contrahirt, aspirirtes s und 

W indisch, Irische Grammatik. 1 



2 I. Lautlehre. 

f in der Schrift weggelassen werden: senaig für sesnaig, Perf. 
von snigim; sith-laith für sith-flaitJi Hy. 2, 19; ind atsine für 
f atsine 22; a ridadart für fridadart 32. 

5. Den Uebergang von c t p g d b s f in ch th ph gh 
dh bh s f nennt man Aspiration. Das Zeichen der Aspiration 
ist im Altirischen für c und t ein dahinter gesetztes h (ch) oder 
ein darüber gesetzter altgriechischer Spiritus asper (c), für s 
und f ein Punkt (s), im Neuirischen für alle genannten Buch- 
staben ein darüber gesetzter Punkt (c). 

Vocale. 

6. a o (n) e i sind die kurzen a-Vocale: alt educavit, 
lat. alo; canim ich singe, lat. cano; saigim adeo, got. sokja; 
oclit acht, lat. octo; roth Rad, lat. rota; muir Gen. mora Meer, 
lat. mare (§ 18); eck Pferd, lat. equus; celim ich hehle, got. 
liila; berim lat. fero; med Meth, gr. (it&v; dligim debeo, got. 
diügs Schuld; midiiir judico, gr. [itoofiat; mit Honig, lat. mel. 
Ueber e und o für urspr. i und ti § 21. 

7. i ist besonders oft eingetreten vor nd, nn, mb, mm, 
ng, ns: ind-rith incursus, altgall. Ande-rihim; imb, imm, gr. 
á{i<pí; imb butter, lat. ungiienüim, skr. anjana (nach Stokes); 
inga Nagel, lat. unguis; imbliu, Gen. irnlenn, Nabel, gr. ofKpcdog; 
lingim ich springe; cingim ich schreite; mi 9 Gen. mis, Monat, 
lat. mensis (§ 74). 

8. d (ó) í sind die langen a-Vokale: máthir Mutter, lat. 
mater; ru rádi locutus est, got. rodjan; im-rddi cogitat, got. 
ga-redan; gndth solitus, gr. yvcoxoq; mar und mar gross; r%, 
Gen. Hg könig, lat. rex; lin Zahl, Unaim ich fülle, lat. plenus, 
gr. jtlrj-; dinu Lamm, gr. $i-úaxo; fír wahr, lat. verus, ahd. 
ivär; mü Thier, gr. fiijlov. 

9. é in der a-Reihe ist durch Ersatzdehnung entstanden 
(§ 74): cét hundert, cymr. cant, lat. centum; sét Weg, cymr. 
hynt, got. sinths; éc Tod, com. ancou, lat. nex; écad Haken, 
lat. uncus gekrümmt. 

10. i und u entsprechen indogerm. i und u (vgl. § 21): 



Vocale. o 

fiel Baum, ahd. ivitu holz; biad victus, gr. ßioroi; srutli Fluss, 
skr. W. sru. In ursprünglich einsilbigen Wörtern wird u zu 
o: wo Verbalpartikel, besonders beim Präsens, gr. vv, got. nu; 
so-, skr. su-; do-, skr. efots-, gr. övg-, 

11. e und das daraus entstandene m (vgl. das Lehnwort 
ßal = lat. velum), ferner ai oi, gewöhnlich ae 6e, sind die 
Diphthonge der «-Reihe (indog. ai, skr. e): ad-féded narrabat, 
aä-fiadat narrant, skr. veda; dé-riad bigae, altgall. reda, ahd. 
reita currus. de und oe wechseln in einem und demselben Worte: 
den und den einer, lat. unus; lóeg Kalb, got. laikan; clóen ini- 
quus, got. Mains, lat. clivus Hügel, de-clinare. 

Nur im Auslaut ist das diphthongische e noch weiter zu % 
verdünnt worden: di zwei Fem. = skr. dve (vgl. lit. te-dvi Norm 
Du. Fem. diese beiden). 

In scian Messer, trian Drittel, triar Dreiheit von Personen 
ist ia nicht diphthongischen Ursprungs, sondern gehört das a 
dem Suffixe an; über biad u. a. m. § 82. 

12. ó und das daraus entstandene im (vgl. das Lehnwort 
ghtass explanatio = glossa) entspricht dem indog. au (skr. o): 
loche, Gen. lochet, Blitz, got. liuhath; tilath Volk, got. thiuda; 
ócht, úacht Kälte, lit. duszti kalt werden; óthad, úathad singu- 
laritas, got. authida (oder lat. paueus, got. favai?). — 

Ueber ó, úa aus Ersatzdehnung § 74; ó = á § 8. 

13. au ist selten und wechselt mit ó : au und 6 Ohr, 
got. auso, lat. auris; nau, Gen. noe Schiff, gr. vavg, lat. navis; 
gau, gó, gil mendacium, falsum; in aue, oa, ua Enkel ist es 
vielleicht aus av entstanden, lat. aviis (?). 

14. ú entspricht einem ü andrer Sprachen in rún Ge- 
heimniss, ahd. rüna; dun Burg, altn. tun; diiil elementum, skr. 
dhüli Staub (?); mim Harn, skr. mütra; tar cid hinter (post 
tergum), lat. cfdus. In andern Fällen ist es wohl erst später 
durch Vocalisation von v und Contraction entstanden: nite neu, 
skr. navya, got. niujis; cht Ruhm, skr. gravas; siiil Auge, cyrnr. 
liaul und got. sanil Sonne. 

15. í entspricht vereinzelt einem langen i andrer Sprachen: 
li color, splendor, lat. livor; crithid emax, skr. W. In (ir. crenim 

1* 



4 I. Lautlehre. 

ich kaufe, skr. Jcrmämi). In den meisten etymologisch sicheren 
Fällen geht es auf ursprüngliches ä zurück (§ 8). 

Vereinzelt ist es durch Ersatzdehnung entstanden (§ 74), 
oder durch eine Contraction aus ja, je (§ 57). 

Infection. 

16. Die Reinheit der Vocale wird durch den Einfluss, den 
die Vocale von Nachbarsilben auf einander ausüben, getrübt: 
Das neuirische Gesetz: „caol le caol, leathan Je leathan" (dünner 
mit dünnem, breiter mit breitem) herrschte schon im Altirischen, 
wenn auch in der Schrift weniger consequent durchgeführt. Im 
Allgemeinen bestimmt der Vocal der folgenden Silbe die 
Brechung oder „Infectio" des Vocals der vorhergehenden Silbe; 
Ausnahmen bilden z. B. mdthair Mutter, brdthair Bruder, altir. 
mdthir, brdthir. e und i, gleichviel welches Ursprungs, sind 
dünne Vocale. 

17. Die Infection durch dünne Vocale ist am häufigsten. Im 
Altirischen ist sie aber nur dann ausnahmslos in der Schrift 
bezeichnet, wenn das inficirende i oder e als Vocal der letzten 
Silbe nach den Auslautsgesetzen (§ 88) geschwunden ist. Der 
verlorene Vocal bestimmt die Aussprache des ihm vorausgehen- 
den Consonanten, und klingt in der vorhergehenden Silbe vor, 
den Vocal derselben inficirend. 

18. Der dünne Vocal steht (immer in Gestalt eines i) ent- 
weder neben dem Vocal der vorhergehenden Silbe, oder hat 
denselben ganz verdrängt. So entsteht eine Reihe uneigentlicher 
Diphthonge und ein Triphthong. 

Aus a wird ai (oi, ei): mac Sohn, Voc. a maic (für vorhist. 
maqu-e) ; 

Aus a wird i: beothu Leben, Gen. bethad, Dat. Sg. betlúd 
(für vorhist. bivatat-i); 

Aus a wird ui: cechan cecini, 3. Sg. cechuin (für vorhist. 
cecan-e); 

Aus d wird di: fdith vates (für vorhist. vät-is); 

Aus e wird ei: no beir fert (für vorhist. ber-it); 



Infection. 5 

Aus e wird i: cUiged Gesetz, Gen. dligid (für vorlnst. 
dliget-i); 

Aus é (§ 9) wird (éi) eoi, eui: sei Weg, Gen. se«i£ (für vor- 
hist. sent-i); 

Aus é wird éé; /e#Ä Sehne, Ader (für vorhist. vet-is); 

Aus ia wird ei, iai: /i'«c& debitum, Xom. PL féich (für 
vorhist. vec-i); 

Aus o wird ui, oi: muir Meer (für vorhist. mor-i); 

Aus o wird oi: slóg Schaar, Xom. PL slóig (für vorhist. 
släg-i); 

Aus ila wird i<ai: £t«a£% Volk, Dat. Sg. túaitli (für vorhist. 
iöi-i) ; 

Aus « wird úi: rnn Geheininiss, Acc. Sg. rúin (für vor- 
hist. rün-in); 

Aus 6e wird o7: »öeft heilig, Xom. PL nóib für vorhist. 
noib-i); 

Aus óe wird di: cclech blind, Xom. PL cd ich (für vorhist. 
c«ic-i). 

19. Die Partikel ro ist durch die Reduplicationssilbe oft 
zu roi geworden: altir. ad-roi-gegrannatar persecuti sunt; dieses 
oi ist auch nach dem Aufgeben der Reduplicationssilbe selbst 
geblieben, dann nicht mehr richtig verstanden und deshalb wie 
der echte Diphthong ói behandelt worden: ro leblaing er sprang, 
roiblaing, roeblcdng, raeblaing. Ebenso wird das spätere caom- 
nacatar potuerunt über coem-, coim-nactar auf com-nenactar 
zurückgehen. 

20. Wenn der inficirende Yocal noch vorhanden ist, so 
schwankt die altirische Orthographie: ageä oder aiged Gesicht, 
gude oder guide Bitte, hnrddi oder imrdidi cogitat, gréne oder 
greine Gen. von grian Sonne, ingine Gen. von ingen Tochter. 

21. Durch a (o) sind i und u der vorhergehenden Silbe 
zu e und o gebrochen: fer lat. vir, für vorhist. vir-as; fetar scio, 
W. vid; cloth berühmt, für vorhist. clut-as, gr. xXvrog; band 
Fusssohle, für vorhist. bund-as, lat. fundus; sotho Gen. Sg. von 
suth fetus, W. su. 

Durch a ist das aus cd entstandene é der vorhergehenden 



(3 I. Lautlehre. 

Silbe zu ia verbreitert: pian = lat. poena, aber Gen. péne 
(Lehnwort); läse piscis, für vorhist. pesc-as, Gen. eise; eriathar 
cribrum, für vorhist. cretr-a (Fem.); ad-féded narrabat, ad- 
fiadat narrant, W. vid. — Selten ist i durch eindringendes a 
zu ia geworden: miastar judicabit, midiar judico. 

22. u (o) gleichviel welches Ursprungs, dringt im Altiri- 
schen vielfach als u oder o zu dem Vocal der vorhergehenden 
Silbe oder assimilirt sich denselben. So entstehen die uneigent- 
lichen Diphthonge m, eo, éu: fiiir Dat. Sg. von fer vir, für vor- 
hist. vir-u; do-biur und do-bur ich gebe, für vorhist. -ber-u; 
cenéul, ceniid Dat. von cenel Geschlecht, für vorhist. cenetl-u; 
imb-rddud cogitatio, für vorhist. rädiat-us; ulc Dat. von die 
malum, für vorhist. ole-u; eochu Acc. PI. von eck equus; laigiu 
und (nach Unterdrückung des i, § 26) lugit minor. — Bisweilen 
werden auch andere Vocale als a e i o é beeinflusst: laeochu 
Acc. PL von laech Held. 

23. Die Infection durch u fehlt oft schon im Altirischen: 
bith Welt, für vorhist. bit-as, altgall. Bitu-riges; ruh Lauf, für 
vorhist. rit-iis; fid Baum, für vorhist. vid-as, ahd. tvitu; il viel, 
für vorhist. pil-u, got. filu; besonders in den Infinitiven auf ad 
der 2. Conjugation, z. B. carad lieben, für urspr. carajat-as. 
Neben fiss Wissen, für vorhist. vidt-us, steht das Compositum 
cnbus conscientia, d. i. con-fius. 

24. Erst in der spätem Sprache kommen zu den uneigent- 
lichen Diphthongen des Altirischen noch io io ea und éa (éa) 
für altir. i í e und das aus Ersatzdehnung entstandene é 
hinzu, wenn diesen Vocal en ein breiter Vocal folgt oder früher 
folgte: neuir. eacli Pferd, fear Mann, céad oder céud hundert, 
bioth Welt, fior wahr, feargach zornig für altir. ech, fer, ■ cét, 
bith, fir, fergach. 

Beispiele hierzu und zu anderen späteren Eigenthümlich- 
keiten des irischen Vocalismus Irische Texte S. 83, 109, 305. 

Andere Veränderungen der Vocale. 

25. Lange Vocale sind in den (unbetonten) Suffixsilben 
mehrsilbiger Wörter gekürzt worden: bethad, Gen. Sg. von beothu 



Andere Veränderungen der Vocalc. 7 

Leben, für vorhist. bivatat-as, entspricht dem gv.ßiorrjTog; ttiatha 
Nom. PL von túath Volk, entspricht dem got. thiudos; in For- 
men wie berit ferunt, für vorhist. berant-i schwand das n viel- 
leicht ohne Ersatzdehnung. In der Composition sind sogar lange 
Wurzelsilben gekürzt worden: céimm gradus, to-chaimm, -chim 
das Einherschreiten; ebenso setzt air-mitiu honor ein Simplex 
*métiu voraus, lat. mentio. 

Da das Längezeichen in den Handschriften oft weggelassen 
oder nicht mehr erkennbar ist, so darf man nicht immer ohne 
Weiteres aus dem Fehlen des Längezeichens auf Kürze des 
Vocals schliessen. 

26. Die kurzen oder gekürzten Vocale mittlerer Silben 
von drei oder mehrsilbigen Wörtern können unterdrückt wer- 
den: eunutgim ich baue, für con-ud-tegim, lat. tego, tectum; 
etir-dibnim interimo ; für di-benim, hom. jré<pve; cechnatar ceci- 
nerunt, für cecanatar; toipnitar pepulerunt, für do-scfannatar 
(do-sephainn pepulit); tuistiu generatio, neben do-fui-semar gene- 
ratur, für do-fo-sitiu (für sich allein stehend müsste es *sétin, für 
semtiu, lauten); fo-ddli distribuit, 3. PL ni fodlat non discernunt. 

27. Andrerseits lässt sich ein gewisses Schwanken der 
Vocale noch anderweitig beobachten: neben air-dirc, ir-dirc 
conspieuus findet sich auch ar-, aur-, ur-dirc, ebenso neben 
air-lam bereit auch aur-, ur-lam u. s. w. In den Suffixsilben 
wechseln o a u, besonders vor r l n m: Conchöbor, Concho- 
bur; cor cor, corcar, cor cur Purpur; forcital, forcitul Lehre; 
dénom, dénam, démim thun u. s. w. 

28. Es zeigt sich ferner, besonders deutlich in der Um- 
gestaltung von Fremdwörtern, neben der Infection eine Neigung 
für gewisse Vocalfolgen, die entweder auf Assimilation oder auf 
Dissimilation beruhen: u — a z. B. in cubad = lat. cubitum, 
rustach = lat. rusticus, umal = lat. humilis, cubachail = lat. 
cubiculum, putar = lat. putor, sdupar = lat. Stupor; e — a: 
ennach = lat. innocens, credal = lat. credulus, csparta'm = lat. 
vespertina. So erklärt sich z. B. Nom. drui, Gen. druad gegen- 
über Nom. fde, Gen. filed (§ 134). In andern Fällen zeigen i-u 
oder e-o eine gewisse Wahlverwandtschaft zu einander: lebor 



g I. Lautlehre. 

oder libur = \íú. Über, circul oder cercol = \a,t. circiäus; in echt 
irischen Wörtern bin oder beo lebendig; do-biur ich gebe, con- 
riug ich binde, aber ateoch ich bitte; äon fiur dem Manne, 
aber dond eoch dem Pferde; ftru viros, aber eocho equos; do- 
gniu facio, aber do-gneo faciam u. a. m. 

Consonaxiten. 

29. Altir. c (ch § 59) entspricht den zwei indogermani- 
schen Z;-lauten: eil Hund, skr. gvä; crabud Glaube, skr. vi- 
grambha Vertrauen; do-ro-chair cecidit, ir-chre interitus, skr. 
W. gar zerbrechen, zerfallen, Perf. gagära, gagre; cruim Wurm, 
skr. hrimi; crenim ich kaufe, skr. Jcrmämi; techim ich laufe, 
fliehe, skr. W. tdk, takta dahinschiessend, lit. teku fliesse, laufe. 
— Ir. c für g § 67. 

30. g entspricht dem indog. g und gli: ro génar natus 
sum, gr. yéyv9]fiai; Uaig Arzt, got. leiJceis; gdir Kuf, to-gairm 
Anrufung, for-con-gur praeeipio, gr. yf]Qvg, skr. gir Stimme, W. 
gar, grinäti rufen; gegon vulneravi, skr. jaghana; agnr timeo, 
gr. a%o(iai; ligim ich lecke, ligur Zunge, gr. Xüjco. Ir. g für 
c, ch § 62. 

31. Auch b entspricht öfter einem indog. g: ben Frau, 
gr. yvvr\\ bíu, béo lebendig, gr. ßloq, skr. jíva; broo, bró Mühl- 
stein, Gen. broon, skr. grävan; at-bail er stirbt, alts. quäl er 
starb; bo Kuh, gr. ßovg, skr. gans. 

32. t (fli § 59) entspricht ursprünglichem t: temel Finster- 
niss, skr. tamas; tarn Tod, tathaim starb, skr. W. tarn, tämyati 
den Athem verlieren, vergehen; traig Fuss, gr. tq8x<x>; torand 
Donner, cymr. taran, lat. tonitru; titath Volk, got. thiuda. — 
Ir. t für d § 67. 

33. d entspricht indog. d und dh: deich zehn, lat. decem; 
sude Sitz, skr. sadas; bodar taub, skr. badhira; dinu Lamm, 
gr. fttjuaro; rtiad roth, got. raads; dúil elementum, skr. dhüli 
Staub (?). — Ir. d für urspr. t, th § 60. 

34. b entspricht dem indog. bh: bei fuit, skr. W. bhü; 
Math Blüthe, got. bloma. — b für urspr. g § 31; br, bl für mr, 
ml § 41; b für v § 45. 



Consonanten. 9 

35. p als einfacher Laut kommt ausser in einzelnen Wör- 
tern dunklen Ursprungs (z. B. patu Hase) nur in Lehnwörtern 
vor: apstal lat. apostolus; plan lat. poena; prim- lat. primus. 
In irischen Wörtern steht es bisweilen für b, um die nicht 
aspirirte Aussprache der Media anzudeuten. So hinter r und 
l: com-arpi coheredes; Alpa und Alba Schottland. In der Com- 
position, wo eine Assimilation von schliessendem Dental und an- 
lautendem b statt gefunden hat: adopart obtulit, für aith-oä-bart; 
topur fons, für do-od-bur. Im Auslaut für b in verstümmelten 
Formen von bin ich bin: rop für ro-ba; aber auch roptdr für 
ro batar. Nie entspricht irisches p indogermanischem p. 

36. Das indogermanische p ist im Irischen geschwunden: 
athir Vater, lat. pater; Idr Boden, ags. flór; ibim ich trinke, 
skr. pibämi; Star invenitur, got. fintha; tess Hitze, für tepest-us, 
skr. tapas; nia Gen. niad Neffe, lat. nepos; suan Schlaf, skr. 
svapna. Nur urspr. pt ist durch cht vertreten: secht sieben, 
lat. Septem-, necht Nichte, lat. neptis; soclit Schweigen, mhd. 
swift schweigend, gr. úlwjít] (?). In den frühesten Lehnwörtern 
ist es durch c vertreten: corcur purpura; casc Pascha. 

37. Der gutturale Nasal findet sich nur vor g: com-boing 
confringit, skr. bhanga, W. bhanj; inga Nagel, lat. unguis. 

38. Das dentale n entspricht dem indog. n: nocht nackt, 
got. naqaths; cechtar ndthar uterque nostrum; ainm Name, gr. 
ovofia; anal Athem, gr. ccvsfiog. 

39. In den Suffixsilben findet sich vielfach nn oder nd, 
wo man einfaches n erwartet: anmand Nom. PL von ainm 
nomen, gobann Gen. Sg. von goba Schmied, Erenn Gen. Sg. 
von Eriu Irland (Deck IV d und e); ferner salann Salz, torann 
Donner, croicend Haut u. a. m. In neuir. iarann Eisen für 
altir. tarn hat sich nn hinter einem epenthetischen Vocal ent- 
wickelt, in den Lehnwörtern cucenn, cacann Küche = lat. coquina, 
i persaind = lat. in persona hinter betonten Vocalen, die im 
Lateinischen lang waren. Mit der Accentuation (sei es der 

• Hauptton oder ein Nebenton) könnte diese Verschärfung des 
Nasals zusammenhängen, doch muss sie alt sein, da sie auch in 
dem altgall. Namen Gobannitio erscheint, der sicher zu irisch 



10 I. Lautlehre. 

goba, Gen. gobann, gehört. Warum eil Hund, Gen. eon, da- 
gegen brii Leib, Gen. brond? 

40. m entspricht dem indogermanischen m: menme Sinn, 
skr. manman; melim ich zermahle, lat. molo; fo-imim, foemaim 
ich nehme an, ar-fo-imim suseipio, lat. emo, sumo. 

41. Für mr, ml im Anlaut ist (ni)br, (m)bl eingetreten: altir. 
mrecht, später brecht bunt, lit. mar gas bunt; bligim ich melke, 
ahd. melchan; 6n mlith atritione Ml. 23 a , 20, später do bleith, 
bläh Inf. zu melim, lat. molo. Vgl. arindi mblegar quia mulgetur. 

42. Die Nasale sind vor den Tenues und s, meist mit 
Dehnung des vorhergehenden Vocals geschwunden (§ 74): dét 
Zahn, cymr. dant, skr. danta; bréc, brécc Lüge, skr. bhramga 
Fallen, Verlorengehen, Ah weichen; léeim ich lasse, lat. linquo; 
mi Monat, Gen. mis, lat. mensis. In dem Lehnwort (fern == 
lat. infernum auch vor /1 

Die Dehnung fehlt in unbetonten Silben: berit ferunt, für 
vorhist. berant-i; cara Freund, Gen. carat, bráge Hals, Gen. 
brdgat (Suff, ant); air-itiii reeeptio (air-ema suseipiat), für em- 
tiu, lat. emtio, vgl. § 25; óac Jüngling, cymr. ieuanc, lat. juven- 
cus; do-anac, tdnac veni, skr. änamga. 

Es scheint, als ob Länge des a o oder u beim Schwund 
eines Nasals nie eingetreten wäre: muc, macc Schwein, cymr. 
moch, für mimc-ä, gr. (ivxt//q Rüssel, äjio-fivööco schneuze, skr. 
W. mite, muncati loslassen; oc bei, ocus, cymr. agos vicinus, für 
anc-, onc-, got. nehva nahe, nehvundja der Nächste, ahd. näh, 
näho; crocenn Fell, Rücken für crunc- (skr. Jcruncati sich krüm- 
men?), altn. hryggr Rücken (St. hrugja), ahd. hrucJci. 

43. r und l entsprechen dem r und l der europäischen 
Sprachen: srúaim Strom, gr. Qevfia; rigim ich strecke aus, gr. 
ogeym; ad-con-darc conspexi, skr. dadarga, gr. öeöoQxa; daur 
Eiche, gr. öoqv, got. tria Baum; lenim adhaereo, skr. linämi, 
lat. Imo; lige Lager, gr. Xiyoq, got. ligan; Math schnell, lúam 
celox, gr. jtltv^a'i cül Ruhm, gr. xXéog; at-luchur budi ich sage 
Dank, lat. loquor; gelim consumo, skr. gilati. 

44. f ist im Anlaut für indogermanisches v eingetreten, 
eine tonlose Spirans für eine tönende: fiche, Gen. flehet zwanzig, 



Consonantcn. 1 1 

lat. viginti; fini cognati, ahd. wini Freund; fertais Rad, skr. 
vartani Radkreis; frass Regen, skr. varsha; froech, fraech Haide, 
gr. sQsixrj; flaith Herrschaft, cymr. gtvlad (Stamm vlati, valti, 
während got. valda, ksl. vladq eine Wurzelform valdh voraus- 
setzen). 

45. Für indog. v erscheint auch b im Anlaut vor r und 
l: bran Rabe, ksl. manu, lit. varnas; leblaing er sprang, Perf. 
von lingim, nur im Perfect ist eine Spur von ursprünglichem 
v im Anlaut gewahrt, skr. valg. — f und b wechseln im An- 
laut des Possessivpronomens far, bar euer (vgl. got. iz-vara)\ 
dazu das enklitisch angefügte -b euch in dúib euch, Hb bei 
euch, vgl. skr. vas. Ueber den Wechsel von f und s im An- 
laut § 56. 

46. Vereinzelt scheint urspr. v im Anlaut abgefallen zu 
sein: lingim ich springe (§ 45); oland Wolle, cymr. gulan, got. 
viäla, skr. ürna (vielleicht lag der Ton auf der zweiten Silbe). 
Die (proklitische) Präposition fri contra verliert im Mitteliri- 
schen ihr f. 

47. Im Inlaut ist urspr. v hinter einfachen tönenden Con- 
sonanten durch b vertreten: tarb Ochse, altgall. tarvos; marb toclt, 
ahd. marawér mürbe; berbaim ich siede, lat. ferveo; delb Gestalt, 
cymr. delw; fedb Wittwe, lat. vidua. Dagegen ist es geschwun- 
den in ech Pferd, skr. agva; ferner wahrscheinlich in dess dexter, 
cymr. déheu, got. taihsva; drd hoch, lat. arduus. 

48. Auch in der Composition erscheint hinter der Prä- 
position co(n), die ihren Nasal verliert, b für f: fossad fest 
(skr. W. vas), cobsud stabilis; fine cognatus, coibnes affinitas; 
cobeden conjugatio, cobdelach cognatus, (für con-fed-, -fad-), got. 
ga-vidan verbinden, ga-vadjon verloben; fiss Wissen, cubus con- 
scientia. 

49. Zwischen Vocalen ist indogermanisches v entweder aus- 
gefallen: dta Gen. dé Gott, skr. deva; dead finis, cymr. düvedd; 
tana tenuis, cymr. teneu, gr. xavaoq, skr. tanu; mogai, Nom. 
PI. von mag servus, für vorhist. mogav-es; oder vocalisirt: mie 
neu, got. niujis, skr. navya-, du Ruhm, skr. gravas, gr. xXtog; 



12 I- Lautlehre. 

Mi Nägel, lat. clavi; biu, béo lebendig, gr. ßtoq, skr. jwa; vgl. 
ho Duid von David Ml. 14 b , 8. 

50. s im Anlaut entspricht indogermanischem s: samail 
Aehnlichkeit, lat. similis; sen alt, lat. senex; scdth Schatten, got. 
skadus; sndm Schwimmen, skr. W. snä; sruth Strom, skr. W. 
sru; fo-sligim delino, skr. W. sarj, srijati ausgiessen (?). 

51. Vor t im Anlaut ist s regelmässig geschwunden: tta- 
gaim ich gehe, gr. 6tü%cq\ tech Haus, gr. ursyog; tau ich bin, 
lit. stójtt; tibim ich lache, gr. rácpog, lit. stebéti-s sich wundern. 

52. Einfaches s zwischen Vocalen ist geschwunden: tö 
stumm, skr. W. tush, tushnim still; doróigu elegit, zunächst für 
do-ro-gegu, got. kiusa; ro dam cloathar qui me audiat, ahd. 
hlosén; dl proles, alacht schwanger, ahd. fasel proles (nach 
Stokes); beri du trägst, für beres-i, skr. bharasi; tige Gen. Sg. 
von tech Haus, für vorhist. steges-as, gr. utsyeog. 

53. s zwischen Consonanten ist ausgefallen: echtar ausser- 
halb, lat. extra; tart Durst, skr. W. tarsh. 

54. s oder ss im Inlaut oder Auslaut ist durch Assimila- 
tion entstanden aus ks: dess rechts, lat. dexter; aus gs: -tias 
ich werde gehen, Fut. von tiagaim, gr. 6tíí$co; aus ts: con- 
totsat 3. PI. Fut. von tuitim ich falle (d. i. to-thitim; -tibim für 
tetim, d. i. do-étim adeo; ét- für pent, got. fintha, skr. W. pat); 
aus ds: fessur sciam, W. vid; aus s£: acsiu Sehen, für ad-castio, 
W. cas (vgl. skr. cahsh für cahas); brissim ich breche, ahd. 
brestan; less- in less-ainm Spottname, less-mac Stiefsohn, ahd. 
lastar Schmähung, Hohn, gr. laöd-rj (?); ocus nahe, für vorhist. 
ancast-us; aus dt: fiss Wissen, für vorhist. vidt-us; aus ns: mi 
Gen. mis Monat, lat. mensis. 

55. Vor sc im Inlaut ist der auslautende Consonant -der 
Wurzel verloren: mesc ebrius, skr. mada Rausch; lese piger, 
got. lats träge (?); tisce Wasser, skr. udaha; nasc Band, Ring, 
naseim ich binde, skr. W. nah, lat. necto; com-mescatar mis- 
centur, ahd. miskan, skr. micra, gr. fiiyvvfii (urspr. W. mic); 
miscais Hass, skr. W. mith Jemandem Vorwürfe machen, gr. 

ftlÖtOJ. 

56. s und f wechseln im Anlaut, wo ursprünglich sv vor- 



Aspiration. 13 

handen war: siur und fiur Schwester, skr. svasar; sollus und 
follus klar, skr. W. scar; süan Schlaf und feotar (für fefotar, 
Perf.) sie schliefen, skr. W. svcy); do-sefainn, -sephainn, PI. do- 
sefnatar, Perf. von do-sennim ich treibe, jage, ir. W. svand 
(skr. süd?). 

In Lehnwörtern ist im Anlaut lat. f durch s ersetzt: ir. 
srian = \a.t. frenum, senister = lat. fenestra. 

57. Indogermanisches j ist im Anlaut abgefallen: oac, óc 
Jüngling, cymr. ieuanc, lat. juvencus; aig Eis, cynir. ia, altn. 
jöhuU Gletscher, selten vocalisirt: ic salus, icaim ich heile, 
cymr. lach gesund; ebenso Isu Jesus. 

58. Im Inlaut ist j ausgefallen: fdtho Gen. von fdith 
Dichter, für vorhist. vätaj-as (-05?); tau ich bin, für vorhist. 
stüjii, lit. stóju; no clia.ru ich liebe, für vorhist. cara-u, caraj-ö; 
de, cymr. cledd links, scheint für clija zu stehen, got. hlei-duma 
die linke Hand. 

Aspiration. 

59. c und t sind durch Aspiration zu cli und th gewor- 
den, wenn sie zwischen Vocalen stehen oder ursprünglich stan- 
den: Joche Blitz, got. laukmuni; loch See, lat. lacus; flach de- 
bitum, féchem debitor, got. veihs heilig; bráthir Bruder, lat. 
frater; cath Kampf, ahd. Iiadu-. Ebenso wird et zu cht: oct 
und ocht acht; rect und recht Recht. 

60. Hinter unbetontem Yocal, besonders im Auslaut und 
in Suffixsilben, ist d für th eingetreten: berid er trägt, skr. 
bharati; lécud Inf. von lécim ich lasse, Suffix -tu; beothu Leben, 
Gen. bethad, Suffix-tät, gr. ßi6r?]T-og. Im Inlaut schwankt die 
Schreibweise, d herrscht vor hinter dünnem Yocale: ni agathar 
non timet; ßrfidir verum fiet. 

Bisweilen ist auch d im Wurzelauslaut unter dem Einfluss 
dünner Yocale eingetreten: maided clades, skr. W. math. 

61. d für t findet sich auch im Anlaut einzelner "Wörtchen, 
die proklitisch gebraucht werden: do dein, do brdthir dein Bru- 
der, aber nach Elision des o tti athair dein Yater; dar über, 



14 I- Lautlehre. 

lat. trans, aber bei Anfügung enklitischer Pronomina an die 
nunmehr betonte Präposition tairis über ihn, tairsiu über sie. 

62. g ist für ch nur hinter dünnen, unbetonten Vocalen ein- 
getreten: cathir Stadt, Gen. cathrach, Dat. cathrig; uallach arro- 
gans, ualligim sum arrogans; ebenso sudigim ich setze, von sude 
Sitz (das dazwischen liegende sadech war nicht in Gebrauch). 

63. Im Auslaut einsilbiger Wörter (die Wurzelsilbe ab- 
schliessend) ist ch so beliebt, dass es sogar für ursprüngliches 
g (indog. g oder gli) in dieser Stellung eingetreten ist: altir. 
teg und tech, später nur tech Haus (Gen. tige), gr. xtyog; sedig 
und scdich praeteriit, alts. shök; tor-mach auctio, skr. W. mah\ 
immach hinaus, von mag Ebene. 

64. Wenn th nach Ausstossung des vorhergehenden Vocals 
unmittelbar hinter l n oder s zu stehen kommt, so ist die 
Aspiration aufgegeben: relad manifestatio (Suffix-^), Gen. rélto; 
cumsanad quies, Gen. cumsanto; césad passio, Gen. césto. 

Bisweilen vertritt t zwei Dentale, die nach Ausstossung 
eines Vocals zusammen gerathen sind: adfét für adféded; fóitir 
mittitur für fóidithir. Ebenso steht cóica fünfzig für cóicecha. 

65. Die unaspirirte Tenuis hinter Vocal findet sich im 
Inlaut, wenn ihr ursprünglich ein Nasal (§ 42) oder eine Liquida 
(§ 79) vorausging, abgesehen von Vorgängen bei der Zusammen- 
setzung (§ 73). In einzelnen Fällen scheint auch vorhist. qu 
= brit. p durch c oder cc fortgesetzt zu sein, z. B. in mac, 
macc filius, inschrift. Gen. maqi, altcymr. map. Für viele an- 
dere Wörter, die hier in Betracht kämen, ist die Etymologie 
noch nicht völlig gesichert. 

66. Hinter Consonanten ist die Tenuis im Altirischen fest 
in den Gruppen cht, rt, It, rc, Ic, sc: recht Recht; gort Garten, 
lat. horttis; ro alt educatus est; marc Pferd, ahd. mar ah-, serc 
Liebe; olc malus; mesc ebrius. Die Festigkeit wird nicht selten 
durch Doppelsetzung ausgedrückt: olcc, mescc u. s. w. 

67. Ebenso ist die Media fest (der Aspiration nicht unter- 
worfen) hinter r und l: drd hoch, lat. arduus; garg rauh; serg 
Krankheit, alts. siverkan finster, traurig werden. Auch die 
Media wird in dieser Stellung nicht selten doppelt geschrieben: 



Assimilation. 15 

árdd, gargg; oder durch die Tenuis ausgedrückt: ferg, ferc 
Zorn, gr. ogyrj, skr. ürj Kraftfülle; orcun caedere, frith-orgun 
offendere, altgall. Orgeto-rix, zu skr. righäyati toben (?); cerd 
und cert Kunst, Künstler, lat. cerdo, gr. xsQÖog; com-arpi cohe- 
redes, got. arbja. 

68. Die Aspiration ist wohl in der Aussprache schon frühe 
auch bei b d g und m zwischen Vocalen eingetreten (bh dh gh 
will), findet aber erst in späteren Handschriften schriftlichen 
Ausdruck (Beispiele Irische Texte S. 84, 109, 304). Die ersten 
Spuren zeigen sich in lateinischen Lehnwörtern, wo b zwischen 
Vocalen durch m wiedergegeben ist (bh wie mh gesprochen 
§ 3): am-prom lat. improbus, mebuir lat. memoria. Das 
Nächste ist, dass mittelirisch in einheimischen Wörtern b für m 
zwischen Vocalen geschrieben ist: mebaid brach, PI. 3 mebdatar, 
für altir. memaid, memdatar. 

Assimilation. 

69. Ueber die Verwandlung von Jcs gs ts ds st tt dt in 
ss, s § 54. sm ist zu mm, später m (nie mh) geworden: druinim, 
druim Rücken, für vorhist. drosm-e, lat. dorsum. — sl zu 11: 
coli corylus, ahd. hascda; giall Geisel, ahd. gísal, com. guistel; 
rs zu rr: tarrach furchtsam, skr. tras. 

70. nd wird zu nn, und mb zu mm, m: ad-greinn perse- 
quitur, ksl. grqäq\ mennat Wohnung, skr. mandira Wohnung; 
imb, imm, im um, gr. áfupí; imbliu, Gen. imlenn Nabel, gr. 
ófipalóq. Für mm wird im Neuirischen m geschrieben, während 
ursprünglich einfaches m zu mh geworden ist. Ueber die Assi- 
milation von ngm und ndm zu mm, m § 76. 

71. In wird zu II: altir. com-alnaim impleo, später com- 
allaim, dazu com-all praegnans, got. fidls, skr. W. par, prinämi, 
pürna; collo für colno, Gen. von colinn Fleisch; Id zu 11: 
meldach gratus, später mellach; accaldam Gespräch, später ac- 
callam; ildatu Vielheit, später illatu; mall langsam, gr. ßQccdvq; 
caill, coill Wald, alts. holt. Das allmählige Ueberwiegen des l 
wird angedeutet durch die Schreibweise melltach, illdathach 
vielfarbig (il-dathach), und die Neigung, das l vor folgendem 



16 I. Lautlehre. 

Dental besonders stark zu sprechen, zeigt sich auch in der 
Schreibweise ni Cheilitis, sie hehlten. Selbst Ind wird so assimi- 
lirt: alind hübsch, Compar. altir. dildm, später dilliu, dilli, dille. 
Vereinzelt Tb zu 11: úall superbia, Gen. úailbe, úaille. 

72. rnd wird zu rr assimilirt: cruind rund (für curind), 
Compar. cuirre, citirrither (für curind-iu, -ither). 

Merkwürdiger Weise wird bisweilen (in LU.) rd für m 
geschrieben in Wörtern, in denen eine Assimilation nicht ein- 
getreten ist, z. B. iferd für ifem = \sit. infemum, card für carn. 
In solchen Fällen wird d eine Abkürzung für nd — nn sein, 
ifemd kommt vor. 

73. Das auslautende t (th) oder d von Präpositionen wird 
in der Composition dem folgenden consonantischen Anlaut as- 
similirt: frith-garth wird zu frecart respondit; adbeir dicit 
(Präp. aith-) f Praet. epert dixit; ad-gládur appello, Inf. accal- 
lam; aith-od-bart wird zu adopart obtulit; ad-daimet und 
ataimet profitentur; ad-ciu wird acciu (neben adchiu, atchiu). 

74. Bei Schwund eines Consonanten mit Ersatzdehnung 
ergeben sich die Vocale á é í úa ó. So ist verloren gegangen 
jeder Explosivlaut vor folgender Liquida, Guttural und Dental vor 
folgendem Nasal; über den Schwund der Nasale vor c t s § 42. 

dm Schaar, lat. agmen, ex-amen; dr clades, cymr. aer (ver- 
weist auf ctgr-); mal Fürst, vgl. altcymrische Eigennamen wie 
Seno-magli (Gen. inschriftlich); dal Zusammenkunft, altcymr. 
datl forum; sah Ferse, cymr. sawdl; anal Athem, cymr. anadl; 

jén Wagen, altn. vagn; der Thräne, gr. öüxqv ; én Vogel, 
altcymr. etn, lat. penna; cenél Geschlecht, altcymr. cenetl. 

ml Monat, Gen. mis, lat. mensis; eis vectigal = lat. census, 
Zins. 

úan Lamm, lat. agnus; biiain Ernten, Inf. von bongaim 
ich ernte (breche), skr. bhanga; mala audivi, skr. gugrava; 

srón Nase, cymr. ffroen (verweist auf srogn-); doróni fecit, 
dorónad factum est, für do~ro-gn%, do-ro-gniad. 

Eine abnorme Umgestaltung zeigen con-goite Part, com- 
punetus, ro gaet Praet. Pass. wurde getödtet zu gonaim vulnero. 

75. Hierher gehört die Bildung der durch é charakteri- 



Assimilation. 17 

sirten Perfect- und Futurbildung: génar natus sum, für gegn-, 
gr. yeyvrjficu; do-bér dabo, für bebr-. In diesen Temporibus 
sind auch andere Consonantenverbindungen in derselben Weise 
behandelt: ménar putavi, für memn-, skr. mene; in-geb com- 
prehendam, für gegb-. 

76. Assimilation des Consonanten vor m und zugleich 
Dehnung des vorausgehenden Vocals ist eingetreten bei Bildung 
der neutralen Nomina actionis auf man von Wurzelsilben auf 
ng, nd: Uimm Springen, Sprung, zu lingim ich springe, für 
lengm-e (-en?); ceimm Schreiten, Schritt, von cingim ich schreite, 
für cengm-e; gréimm progressus, zu in-grennim persequor, für 
grendm-e. In derselben Weise ist gebildet béimm, beim Schla- 
gen, Schlag, zu benim ich schlage. 

77. In der Composition, wo der Ton nach vorn rückt, ist 
die Länge des Vocals aufgegeben: tocliimm, tochaim Einher- 
schreiten, neben céimm; in-greimm, in-grimm Verfolgen, neben 
gréimm; ebenso fo-glaim Lernen, zu fo-glmnn disco; tó-thim 
(später, weniger correct tuitim) Fallen, zu tuitim ich falle (§ 54), 
-thim für do-éimm, éimm für entm-e, W. pat, nasalirt pent. 

78. Gewisse Consonantengruppen sind, nach dem Abfall 
der letzten Silbe in den Auslaut gerathen, bisweilen durch Vocal- 
einschub gelockert worden, so besonders das aus bn entstan- 
dene mn: omun Furcht, ess-amin furchtlos, vgl. altgall. Ex- 
obnus; domun Welt, vgl. altgall. Duhto-rix; tamun Stamm, 
alts. stamn, ahd. stam; das tr des Suffixes trä: criathar Sieb, 
ahd. riterä, lat. cribrum; arathar Pflug, gr. ägorgov; briathar 
Wort, gr. ßQazQa (?). 

Altir. tarn Eisen wird später zu iarann; vielleicht ist so 
auch olann, oland Wolle (§ 46) entstanden, vgl. skr. ürna, got. 
vidla. Die Neigung, Consonantenverbindungen zu lockern, ist 
im Neuirischen stark entwickelt. Nach O'Don. Ir. Gramm, p. 57 
und 58 spricht man dlútli, bolg, borb, garg, com wie dolath, 
böllög, boröb, garag, corron. Beispiele solcher Schreibweise sind 
Ir. Texte S. 84 aus dem Buch von Lecan nachgewiesen. Diese 
Erscheinung kann aber, wenigstens in Bezug auf lg, rg, rb, nicht 
alt sein, vgl. § 67. 

W indisch, Irisclio Grammatik. 2 



18 I. Lautlehre. 

Metathesis. 

79. Metathesis ist theils mit, theils ohne Verlängerung 
des Vocals eingetreten. Mit Verlängerung des Vocals: Idm 
Hand, lat. palma; Idn voll (für paln- = all in com-all praeg- 
nans), got. fulls, skr. pürna\ trage Hals, lat. gurges; cndm 
Knochen, gr. xvrjfi?], ahcl. hamma Hinterschenkel; ad-glddur 
appello, Inf. accaldam. 

Ohne Verlängerung des Vocals: bligim ich melke, ahd. 
melchan; äligim debeo, got. dulgs; cruim Wurm, Gen. croma, 
lit. Jcirméle; srub Schnautze, lat. sorbeo; cride Herz, gr. xagöia, 
lit. szirdis\ fliuch feucht, neben folcaim humecto. Auf diese 
Weise ist häufig fr, fl im Anlaut entstanden: früh versus, W. 
vart; frass Regen, skr. varsha; flaitli Herrschaft, urspr. valt-is. 

Wenn die Verbindungen rc, Ic durch Metathesis gelöst 
wurden, so blieb c unaspirirt: du-thracair voluit neben du-fu- 
tharcair, skr. W. tarh, tarhayati vermuthen, gedenken Etwas zu 
thun; tuaslucud resolutio neben tuasulcud (do-fo-od-salchid). 

80. Neben diesen zum Theil allen keltischen Sprachen 
gemeinsamen Fällen der Metathesis giebt es andere, die erst 
dem späteren und modernen Irisch angehören: altir. baitsim 
ich taufe (von baithis Taufe), später baistim, baisdim; altir. 
citsim ich höre, später éistim, éisdini; altir. do acsin sehen, 
später do aiscin; altir. belre Sprache, neuir. béurla. 

Contraction. 

81. Gleiche oder einander assimilirte Vocale, die sich nach 
Schwund eines Consonanten unmittelbar berührten, konnten zu 
einem langen Vocal contrahirt werden, wenn einer derselben 
(wohl immer der erste) betont war: dead finis, cymr. dhvedd, 
davon dédenach finalis; tee heiss, für tepe (lat. tepens), wird té, 
Nom. PI. téit; latJie Tag, daraus schon im Altirischen laa, Id; 
ad-chiu ich sehe, für -cisiu, skr. W. calcsh (aus caJeas); biid, 
Gen. von biad victus, wird bíd; broo, bró Mühlstein, Gen. broon, 
brón, skr. grävan. 

82. Ungleiche Vocale, die einander nicht assimilirt wurden, 



Metathesis. — Contraction. — Auslaut. 19 

blieben neben einander bestehen, und gelten in Versen noch 
oft als zwei Silben, z. B. biad victus, für bivat-am, gr. ßiorog; 
ebenso sind zweisilbig, vielleicht nach Verlust eines Consonanten, 
iach Hy. 5, 72 (immedon iach „in a salmon's belly"), niad 
ibid. 71, Gen. von nia Held, Kämpfer. 

83. Wenn keiner der beiden Vocale betont war, so scheint 
einer, und zwar der erste derselben, einfach unterdrückt worden 
zu sein: altir. carid amat (eine Bildung wie skr. sukhayati er 
erfreut) geht über car'-ati auf cara-ati, caraj-ati zurück, wie 
for-chon- grimm praecipio aus for-chon-garimm gekürzt ist. Auch 
no cliara amat (conjuncte Flexion) geht nicht auf eine contra- 
hirte Form carät zurück, sondern steht für cara-at, mit Verlust 
der letzten Silbe nach den Auslautgesetzen. 

84. Ebenso wenig darf Contraction angenommen werden, 
wo ursprüngliches ia durch e vertreten ist: cride Herz, steht 
für vorhist. cridi-am, e ist die Verwandlung von i durch folgen- 
des a (wie in fer für vorhist. vir-as), und die Silbe am ist 
nach den Auslautgesetzen geschwunden; ebenso aufzufassen ist 
das e in no guidem wir bitten, für vorhist. godiam-as. 

85. Eine Art Absorption ist es, wenn e und a hinter 
6 oder ú verschwinden: óac (zweisilbig SC. 37, 14; altcymr. 
ieuanc, lat. juvencus) Jüngling, wird óc; aue Enkel, wird über 
óa, úa zu ó, ú\ núe neu (skr. navyd), wird nú. 

Auslaut. 

86. Die Vergleichung mit den verwandten Sprachen lehrt, 
dass zahlreiche irische Wortformen am Ende eine Silbe verloren 
haben, und das Irische selbst lässt vielfach erschliessen, wie 
diese Silben, ehe sie verloren gingen, lauteten. Die so erschlos- 
senen vorhistorischen Wortformen sind nicht etwa indogerma- 
nische Grundformen, sondern stehen in dem Individualisations- 
processe der einzelnen Sprachen etwa auf gleicher Stufe mit 
den entsprechenden lateinischen und griechischen Formen. Die 
Nachwirkung der verlorenen Silbe zeigt sich im Irischen in 
doppelter Richtung: in der vorhergehenden Silbe desselben 

Wortes und am Anlaut des folgenden Wortes. 

2* 



20 



I. Lautlehre. 



87. Der Vocal der verlorenen Silbe klang in der vorher- 
gehenden Silbe vor und hat den Vocal derselben in der § 16 ff. 
dargelegten Weise beeinflusst. Die Trübung des kurzen a der 
letzten Silbe zu e oder i ist hierbei sehr deutlich zu erkennen, 
nicht so die Trübung des a zu o. Das kurze o hatte sich ent- 
weder vor dem Abfall nicht scharf vom kurzen a geschieden, 
oder es hat auf den Vocal der vorhergehenden Silbe nicht an- 
ders als das kurze a gewirkt. Spuren der Trübung liegen viel- 
leicht vor in den ältesten Genetivformen von Stämmen auf i, 
u und n: fáith vates, Gen. fátho, für vätaj-os; suth fetus, Gen. 
sotho, für sutav-os; brithem judex, Gen. brithemon für briteman- 
os. Gegen Annahme der Trübung kann der auf einer alten 
irischen Ogaminschrift erhaltene Nominativ Corpimaqvas (daraus 
in den Handschriften Corbmac, Cormac) geltend gemacht wer- 
den. Die zahlreichen altgallischen Nominative auf os (z. B. tarvos, 
altir. tarb Stier) sprechen zunächst nur für das altgallische 
Sprachgebiet. 

88. Ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, 
veranschaulicht die folgende Tabelle, wie die Vocale der letzten 
Silben im Irischen behandelt worden sind: 



Indog. 

a 



as 



as 



Vorlast. 
Ir. 

e, i 



as, os 



es, is 



Voc. Sg. a maic o Sohn, für maqu-e, gr. (pil-e lat. 
amic-e; Nom. Du. dá druid zwei Druiden, für druid-e, 
gr. Al'avz-s ; 2. Sg. Imperat. beir, für ber-e, gr. <psQe, lat. 
ag-e; 2. PI. Imperat. berid, für beret-e, gr. (peget-e, lat. 
agit-e; 3. Sg. Perf. cechuin cecinit, für cecan-e, gr. yeyov-e ; 
cóic fünf, für quenqu-e, lat. quinqu-e, gr. nevr-e. 

Nom. Sg. fer Mann, für vir-as, gr. Xvx-oq, lat. lup- 
us; Gen. Sg. mäthar, für mätar-as, gr. fÁr]TQ-6g } ■ altlat. 
Vener-us; fátho (später fátha) poetae, für vätaj-os, gr. 
7toXe-ü)Q; Nom. Sg. teg, tech Haus (neuir. teacli), für teg-as, 
gr. zey-og, lat. gen-us; do-beram damus, für beram-as, 
lat. agi-mus; 2. Sg. Perf. cechan cecinisti, für cecan-as, 
gr. ytyov-ccQ. 

Nom. PI. carit amici, für car-ant-es, gr. (pegovr-eq; 
teoir Fem. drei, für tesor-es, skr. tisr-as; 2. Sg. Praes. 
do-beir das, für ber-is, gr. ecpep-eg, lat. ag-is; vgl. tige 
Häuser, für teg-es-a, gr. xey-s-u, lat. gen-er-a. 



Auslaut. 



21 



Indog. Vorhist. 
Ir. 

am an, on 



an(?) 



ar 



at 



as 



am 



at 



tad 
är 

är 

ant 



en, in 
en, in 

er, ir 

et, it 



o, u 



as 



an 



at 



er, ir 

ör 
ant 



Nom. u. Acc. Sg. N. nemed n- Heiligthum, für nemet- 
an, altgall. vsfArjzov, gr. (xstq-ov, lat. jug-um; Acc. Sg. 
fer n-, für vir-an, gr. lvx-ov, lat. vir-um. 

Acc. Sg. menmain n- mentem, für meneman-en; 
bráthir n-, für bräter -en, lat. fratr-em (gr. naxho-a). 

nói n- neun, für nov-en, lat. nov-e-m (gr. evvea); 
deich n- zehn, für dec-en, lat. dec-em (gr. dexa); Nom. u. 
Acc. Sg. N. ainm Name, für anm-en, lat. nom-en (oder 
für anm-e, skr. näm-a, vgl. § 100). 

eter, etir zwischen, lat. inter, skr. antar; Voc. Sg. 
a bráthir o Bruder, gr. cj tzútso. 

3. Sg. Praes. do-beir dat, für ber-it, gr. scpso-e, lat. 

Nom. Sg. F. tóaí^. Volk, lat. mens-a, gr. %(oo-a, got. 
thiud-a; Nom. Du. M. und N. cüa /er zwei Männer, für 
dvä vir-a, gr. ovo ( L7iit-(o, lat. cZw-ö; Nom. PI. N. grán, 
für grän-a, lat. gran-a, gr. (xetQ-a; 1. Sg. Conj. ér-bar 
dicam, für (ass-m-) ber-a, ved. stav-ä ich will preisen; 
Nom. Sg. flaithem Fürst, für valtim-a, skr. brahm-ä. 

1. Sg. Praes. as-biur dico, für &er^£, &er-o, lat. /er-o, 
gr. (péo-aj; no rädiu loquor, für rädio, lat. fugio; Nom. 
Sg. air-mitiu reverentia, für mentio, lat. mentio. 

Nom. PI. F. túatha, für £ö£äs, got. thiudos; 2. Sg. 
Conj. Praes. as-bere, -berce, -bera dicas, für fceräs, lat. 
/eras, skr. bharäs. 

Gen. PI. aller Declinationen: /er w-, für vir-an, gr. 
&e-ä)v, lat. de-um, got. fisk-e; túath n-, für töt-an, got. 
thiud-o; brclthar n-, für brätar-an, lat. fratr-um, gr. 
TtaxeQ-üJV, got. brothr-e; fáithae, fáithe prophetarum, für 
vätej-am, gr. 7róP.£-a>v (aus dem Irischen allein kann die 
Länge des a nicht erschlossen werden; neben bráthar 
auch bráthré). 

3. Sg. Conj. Praes. as-bera dicat, für frercltf, lat. /c-rai, 
ved. bharät; vgl. m'ö?, m'a filius sororis, Gen. m'iicZ für 
nep-at-as, lat. nep-öt-is. 

2. Sg. Imperat. cluinte höre, ved. vahatäd. 
mätlxir, lat. mater, gr. [aUttjo; athir, lat. pater, gr. 

TtccTijo; bráthir, lat. frater, gr. <poaxriQ. 
siur Schwester, lat. soror. 

3. PI. Praes. as-berat dicunt, für berant, gr. eyeQov, 
lat. ferunt. 



22 



I. Lautlehre. 



Indog. 

ans 

ans 
täts 

äts 



ats ass? 



ats 
ants 



ants 



IS 

im 

ins 
I 

u 



us 

um 
uns 
ü 

ai 



ai 



ai 



Vorkist. 
Ix. 

ons, ös 



ass 
tos 



ess? 
ass? 



ess 



IS 

in 
Is 
i 

u 



US 

un 

US 

u 



o, u 



Acc. PI. firu, lat. viros, kret. rovq, herakl. tojq, att. 

TOVQ. 

Nom. Sg. menme Sinn, Gen. menman, vgl. gr. ßekaq. 

Nora. Sg. beothu Leben, Gen. bethad (für bivatat-as), 
gr. ßioxrjq, lat. aetas. 

Nom. Sg. nice, nia filius sororis, Gen. niad (für nepät- 
as), lat. nepös, es könnte jedoch ir. nice auch die Suffix- 
form -at enthalten. 

Nom. Sg. tenge, tenga Zunge, Gen. tengad (für tengat- 
as); vgl. altgall. Attrebas. 

Nom. Sg. füi, (de Dichter, Gen. fäed (für velet-as). 

Nom. Sg. tricha dreissig, Gen. trichat (für tricant- 
as), vgl. gr. TQL<xx-ovT-a; care, cara Freund, Gen. carat 
(für caraj-ant-as); vgl. gr. éké(paq, Ifxáq, xvipaq. 

Nom. Sg. fiche zwanzig, Gen. fichet (für vicent-as), 
vgl. lat. vig-int*i; loche Blitz, Gen. lochet (für löcent-as), 
lat. torrens, eigens.* 

Nom. Sg. N. wwi'r Meer, für mor-i, lat. mar-e; 3. 
Sg. Praes. Act. frmeZ, für beret-i, gr. (pegei, skr. bharat-i; 
3. PI. &eni, für berant-i, dor. (pegovr-i, skr. bharant-i. 

Nom. Sg. /ä«Y7& vates, für vät-is, gr. nia-iq, lat. ign-is. 

Acc. Sg. /Vu£7i »-, für vät-in, gr. nóo-iv. 

Acc. PI. /«í7m ; für «äfläs, skr. Jcavm, got. balgins. 

Nom. u. Acc. Du. eifo' sm7 zwei Augen, für siiZ-^ skr. 

Nom. Sg. reci Recht, für rect-u, lat. com-u; 3. Sg. 
Imperat. her ad, für berat-u, skr. bharat-u; 3. PL Imperat. 
feerai, für berant-u, skr. bharant-u. 

Nom. Sg. 6*iÄ Welt, für bit-us, mug servus, für 
mog-us, fiss Wissen, für viss-us, got. magus, lat. fruetus. 

Acc. Sg. fo'i/i n-, für bit-un, lat. fruet-um, got. mag-u. 

Acc. PI. mogu, got. maguns, lat. fruetus. 

Nom. u. Acc. Du. dá ??m# ; für mog-u, skr. 5ä7m zwei 
Arme. 

Nom. PI. M. ez'c7i ; für egw-t, lat. egw-i, gr. "nn-oi; 
Nom. Du. Fem. dk" c7iímss zwei Füsse, für coss-i, skr. 
Jcanye zwei Mädchen; Dat. Sg. c?on menmain menti, für 
meneman-i, skr. manman-e, lat. patr-i. 

Dat. Sg. M. und N. do» /mr dem Manne, für w-w, 
cfowd eoe7& dem Pferde, für eau-o, lat. wr-o, gr. 77t7ra>. 

Dat. Sg. F. efow túaiih dem Volke, für iöi-i, gr. 
X(Óq-c(, éíx-%? 



Aspiration. 23 

89. Die Nachwirkungen des ursprünglichen Auslauts zeigen 
sich nur dann am Anlaut des folgenden Wortes, wenn beide 
Wörter der Construction nach eng zusammengehören: als Artikel 
und Substantiv, Substantiv und Adjectiv, Zahlwort und Sub- 
stantiv, Präposition und Artikel oder Substantiv, Verbalpartikel 
und Verb, Negation und Verb, Relativpronomen und Verb, Con- 
junction und Verb, Pronomen infixum und Verb. Diese Com- 
binationen bildeten gleichsam eine Worteinheit; der Auslaut des 
ersten Theils und der Anlaut des zweiten sind fast wie im In- 
laut zusammentreffende Laute behandelt worden. 

Auch eine nähere Bestimmung mit Präposition kann eng 
zu dem vorausgehenden Nomen gehören: fiian cdin cor er a 
n-imbi ein schöner purpurner Mantel um ihn FB. 45; ose cen 
udnuclit n-imbi SP. III 6; dobera muin n-immi Ir. T. p. 144, 31. 

90. Am Anlaut des folgenden Wortes ist dreierlei möglich: 
1) es zeigt sich Aspiration, 2) es zeigt sich ein Nasal, 3) es 
zeigt sich keine derartige Veränderung. 

Aspiration. 

9 1 . Die Aspiration ist eingetreten hinter ursprünglich voca- 
lischem Auslaut des vorangehenden Wortes. Hierbei werden c 
und t zu eh und tli, s und f zu s und f (§ 4), und in der 
späteren Sprache auch b d g m zu bh dh gh mh. Die übrigen 
Laute unterliegen der Aspiration nicht. 

92. Folgende Formen und Wörter haben Aspiration nach 
sich (vgl. Z. 2 p. 180, Stokes Fís Adamnáin p. 38): 

1) Der Artikel im Gen. und Dat. Sg. M. und N. (rov, reo), 
der Nom. PL M. (rol), der Nom. und Dat. Sg. F. (?], tfj), s. 
§ 168. 

2) Die nominalen a-stämme in denselben Casus, wenn ihnen 
ein Adjectiv oder ein Genetiv nachfolgt: Gen. Sg. M. oc fennad 
lóig fothlai; fiad a clilaidib thana deirg; in trir churad; Dat. 
Sg. M. N. co n-galur fitail; co n-ilur thor; a triur churad; do 
airüw thuile; ón mud chetna; Nom. PL M. naim thuascirt in 
domain; a tJidrr aluig sligMth; Nom. Sg. F. fled chaurad; rigon . . 



24 I. Lautlehre. 

chaemeasto; tegdas chumtachta; Dat. F. di chlaind chéit rig; 
alleind chorcra; co m-binne cheóil. 

Auch im Voc. Sg. a ingen fial; Nom. Du. dá grúad chorcra 
Lg. 18, 13. 

3) Ueberhaupt alle Stämme im Dat. Sg.: co mid chollan 
chain; iar cuairt chaille; do gin chlaidib; 6n chomdid chumach- 
tach\ ó Choin eher da Conchobair; na leth chli; do denam thole 
Dé; sin t-síd thréll; im lin chein. 

Auch in dem ursprünglich vom Dativ verschiedenen Casus 
(Instrumental?), der u. A. bei Zeitbestimmungen gebraucht wird: 
ind adaig thilssech in der ersten Nacht. 

4) Der Nom. Sg. cú: Cúchulaind, wörtlich „der Hund des 
Culann." 

5) Die Vocativpartikel a. 

G) Die Possessivpronomina mo mein, do dein und das mas- 
culine a sein der 3. Person. 

7) Der Nom. Acc. Du. M. da und F. di zwei; der Nom. 
Acc. N. tri drei (tri chét), cethir vier. 

8) Die Präpositionen di, do, fo, ó, tré, air (ar), cen, fiad, 
imm, ol, ós; dazu eter, obwohl Z. 2 656 für die alte Sprache das 
Gegentheil bemerkt ist. 

9) Die Negationen ni (mani), na, nach, nad. In der alten 
Sprache fehlt nach Z. 2 179 nicht selten die Aspiration hinter 
ni. Wahrscheinlich sind dann die beiden Wörter nicht rasch 
hinter einander, sondern getrennt mit Emphase zu sprechen, 
z. B. wenn, wie in ni clóin non injustus, zwischen der Negation 
und dem Prädicat die Copula fehlt. 

10) Die Verbalpartikeln no, ro, do. 

11) Die pronominalen enklitischen Inflxa -m me, -t te; von 
denen der 3. Person nach Z. 2 181 „d, n (eum, id), a (id, eos)", 
davon in den Irischen Texten belegt nod chluined Lg. 8 (auf 
andord bezüglich M. oder N.), conda thanic adiit eos Hy. 2, 39. 

12) Die 3. Sg. rel. as, bas, die 3. Sg. Praes. sec. bad, die 
3. Sg. Perf. bu, bo, ba, nach Z. 2 181 auch verschiedene andere 
Formen des Verbi substantivi: as chóir u. s. w.; bas ferr ScM. 2; 



Aspiration. 25 

ro bad chomairche SC. 10; diammad chara SC. 10, 7; co m-bo 
chomsolus FB. 2 u. s. w. Hinter bad und bu ist die Aspiration 
noch in der modernen Sprache üblich (O'Don. Gr. p. 386). 

13) Vereinzelte Formen anderer Verba: fuachimm chein 
SP. II 10; hi tuen cheist ibid. 12; nad déni thoil ibid. IV 2; 
tairces churathmir FB. 73; 

14) Gewisse Pronomina: os me chene SP. II 12; eoieh thiissa 
SC. 12; da thoetsat ScM. 3, 16; is si thorrach Lg. 1; ferner 
ciaso thú TE. 13 LU.; masa thú SC. 33, 30. 

15) Die Conjunctionen ce da obgleich, 6 seit, mar wie, 
feib wie: da thiastais FB. 61; o thanic 81; mar Oharas SC. 44, 10; 
feib thallad FB. 82. Nach Z. 2 182 auch md wenn, air denn. 

Ferner die Conjunctionen ocus, is und, nó oder: Ugrad 
dir . . oews charrmocail FB. 2; c?o brothrachaib . . öcms cholcthib 4; 
ocfcis chineid TE. 2 Eg; eíer tóe *s chomalta SC. 29, 3; tfcir 
stwi^e Mo sessam Hy. 1, 3; cnslennaig nó chomairi Lg. 17, 22. 

93. Die Aspiration ist als grammatisches Princip auf Fälle 
übertragen worden, in denen sie etymologisch nicht berechtigt 
ist. Hierher mögen schon etliche der oben verzeichneten Fälle 
gehören, hier sei noch hervorgehoben: 

1) Die Aspiration erscheint als Zeichen des Feminins hinter 
dem Nom. Sg. auch der i-stämme, obwohl dieser ursprünglich 
auf is auslautete: súil cháirech; turbaid chotidta; gdir chom- 
maidmi; gdir chuitbiuda; ebenso andrer Stämme: nau tholl; ail 
chloche. 

2) Als Zeichen des Masculins auch hinter dem Genetiv, 
der ursprünglich auf as ausging: glond catha chomramaig; in 
chon chetna; bethath che; vielleicht auch iiid rig thuas SP. IV 2. 

3) im Anlaut von Verbalformen, vor denen das Relativ- 
pronomen fehlt: in mach thucais FB. 74; ni fri blast a cha- 
thaigmit-ni 57; 73; bd tu theis 17; is mé thuc 73; co fidt 
bttdi thic immach SC. 33, 26; is messi thall TE. 13 Eg. Die 
Aspiration drückt hier eine Abhängigkeit oder enge Zusammen- 
gehörigkeit aus; denselben Sinn wird sie haben, wenn das Ob- 
jeet hinter Verbalformen verschiedener Art (vgl. noch co n-den- 
sai chorai Ir. T. p. 130, 29), oder das Prädikat hinter irgend einer 



26 I Lautlehre. 

Form des Verbi substantivi aspirirt erscheint. Im Neuirischen 
ist der Acc. thú dich hinter jedem Worte durch die Aspiration 
vom Nom. tu du unterschieden. 

94. Vereinzelt ist die Aspiration später hinter Wortformen 
eingetreten, die sich in der historischen Zeit durch vocalischen 
Auslaut auszeichnen, obwohl sie einen Consonanten am Ende ver- 
loren haben: ri chóigith TE. 1 Eg.; re se thrdth ScM. 21, 36. 

95. Bei einigen Wörtern scheint eine gewisse Flüchtigkeit 
der Aussprache zu einer stehenden Aspiration des Anlauts ge- 
führt zu haben: chucai, chacu (ad eum, ad eos); chena; thra; 
ind Hg thuas des Königs oben SP. IV 2. Vgl. § 61. 

96. Die Aspiration ist regelmässig eingetreten am zweiten 
Glied e der Composita. Die meisten Stämme, welche im ersten 
Gliede erscheinen, lauteten ursprünglich vocalisch aus, und diese 
haben die Norm für jede Zusammensetzung abgegeben: dobar- 
clui Fischotter (wörtl. Wasserhund), roth-chless Rad-spiel, bria- 
thar-chath Wortkampf, óen-fecht ein Mal, ard-chend hochköpfig, 
öenchossid einbeinig; darnach auch rig-thech Königshaus (Stamm 
Hg-, also mit „Compositionsvocal") ; oft hinter so-, skr. su-, 
z. B. so-chimiact potens, aber auch hinter do-, obwohl dies ur- 
sprünglich (skr. dus-, gr. övg-) conson antisch auslautete, z. B. 
do-chumact impotens; hinter mz-, miss-, z. B. mi-thoimtiu 
schlechte Meinung, vgl. got. missa-deds Misse-that. 

Eclipse. 

97. Ein Nasal erscheint vor dem Anlaut des folgenden 
Wortes, wenn das vorhergehende Wort ursprünglich auf einen 
Nasal auslautete. Dieser Nasal wird zum folgenden Worte ge- 
zogen, da sein Erscheinen sich nach der Natur des folgenden 
Anlauts richtet: er erscheint als n vor d, g und Vocalen, als 
m vor b; vor c, t, f und s ist er geschwunden (§ 42); einem 
folgenden n m r oder l hat er sich assimilirt, doch werden diese 
Laute auch in der alten Sprache nicht immer doppelt geschrie- 
ben (Gen. PI. narrüun, gewöhnlich na ran der Geheimnisse).*) 

*) Vielleicht beruht auch der Schwund des Nasals vor c t f s wenig- 
stens zum Theil auf einer Assimilation. 



Eclipse. 27 

98. Die neuirische Grammatik nennt diese Veränderung 
des Anlauts Eclipse. Der vortretende Laut „eclipsirt" in der 
Aussprache den ursprünglichen Anlaut: na mbdrd der Barden 
spricht man na mclrä u. s. w. Von dieser Eclipse werden in 
der spätem Sprache auch c t und f betroffen, indem diesen g 
d und bh vortreten: na gceart der Rechte, ist zu sprechen na 
geart. Es hat diese Veränderung mit dem ursprünglichen Nasal 
unmittelbar nichts zu thun, sondern ist dieselbe, welche im ge- 
wöhnlichen Inlaut das im Altirischen nicht aspirirte c und f 
betroffen hat (éc Tod, neuir. éug; ebenso altir. na cert, neuir. 
na gceart). 

*99. Folgende Formen haben einen Nasal nach sich: 

1) der Artikel im Nom. Sg. N., im Acc. Sg. und Gen. PI. 
aller drei Geschlechter; 

2) Alle a-stämme in denselben Casus: Nom. Sg. N. dliged 
n-doraid; lestar n-arggit; Acc. Sg. M. ar fer n-aile; F. Gen. 
PI. co matliib fer n- Ulad; , 

3) Ueberhaupt alle Masculina und Feminina im Acc. Sg. 
und alle drei Geschlechter im Gen. PL: Hg n-amra; 

4) Der Nom. Du. N. und der Dat. Du. aller drei Geschlech- 
ter von da zwei (dá n-, dib n-); 

5) Die pluralen Possessivpronomina ar unser, far euer, a 
ihr (franz. leur); 

6) Die Präpositionen co mit, i in, iar nach, ré vor. 

7) Die Zahlwörter scclit, oclit, nói, deich (ocht wohl nach 
Analogie der drei anderen); 

8) Die pronominalen Infixa et, da eum, s eam, eos. Nach 
Unterdrückung des a bleibt von den ersten beiden nur -n- und 
-dn~ übrig: rom-bertaigestar, rod m-bertaigedar ScM. 15. 

9) Das Relativpronomen a. 

100. Auch hier haben Ueb ertragungen stattgefunden, nach 
Analogie der Neutra auf a haben auch die Neutra auf i und 
ccs ein solches n erhalten: muir n-Icht; mind n-óir; inmain 
n-amm.. Aeda lieb der Name Aed's; lii tecli n-óil. 

Bei den Neutris auf man könnte der Nasal zum Stamme 
gehören: leim n-úathmar; ainm n-Acda. 



28 I. Lautlehre. 

101. Andrerseits, da das Neutrum als besonderes Geschlecht 
allmählig abstirbt, so fehlt auch öfter das n hinter neutralen 
a-stämmen. 

102. In allen übrigen Fällen, wo sich in den § 89 an- 
geführten grammatischen Formeln weder Aspiration noch der 
Nasal beobachten lässt, lautete die erste Wortform ursprünglich 
auf irgend einen Consonanten ausser m, n aus. 

103. Es giebt Falle, in denen die letzte Silbe mehrsilbiger 
Wörter als solche geblieben ist, wenn auch nicht in ihrer ur- 
sprünglichen Beschaffenheit. Die letzte Silbe ist gewahrt: 

1) wenn sie auf r endigte: brdthir, lat. frater; eter, lat. 
int er; 

2) wenn sie auf eine Doppelconsonanz ausging: do-berat 
sie geben, für berant, gr. eipegov; firu, lat. viros, got. vairans; 
loche Blitz, eine Nominativbildung wie lat. lucens; 

3) wenn sie einen langen Vocal mit schliessendem s, t oder 
d enthielt: tuatha die Völker, Nom. PI. wie got. tliiudos, skr. 
Jcanyäs die Mädchen; do-bera er gebe, 3. Sg. Conj. Praes. wie 
lat. ferat, skr. bharät. 

104 a . Von den auslautenden Consonanten ist ausser dem 
Nasal in den § 97 ff. angegebenen Fällen nur das r und das t 
der Lautgruppe nt gewahrt; gs Jcs ts nts ns waren zu 55, s 
assimilirt und sind geschwunden: ri König, lat. rex; ml Monat, 
lat. mensis; loche Blitz (Gen. lochet), vgl. lat. lucens. 

104 b . Selten ist ursprünglich auslautendes 5 einem folgen- 
den m n r oder l assimilirt, z. B. das der Form inna, na des 
Artikels: Gen. Sg. Fem. nammucci des Schweins, nallongsi der 
Verbannung; vgl. allatin e latino, Praep. ass, a lat. ex. 

105. In der 3. Sg. des S-futuri conjuncter Flexion ist ein 
solches 55, 5 geschwunden, obwohl es nicht ursprünglich im 
Auslaut stand: téi steht für vorhist. téss-it, gr. úrsí^et. 

106. Im Gen. Sg. der masculinen und neutralen Stämme 
auf a und im Dat. Sg. der Neutra auf as ist mehr als eine 
Silbe verloren: eich equi scheint dem skr. aqvasya zu entspre- 
chen; tig, Dat. von teg Haus, muss hinter der Stammform teges- 
noch eine Endung gehabt haben. 



Prosthese. — Aphaerese. 29 



Prosthese. 

107. Oft wird h, wie im mittelalterlichen Latein, vor 
vocalischen Anlaut gesetzt, in der alten Sprache noch ziemlich 
regellos, aber allmählig in gewissen Fällen immer consequenter: 

1) hinter den Formen inna und na des Artikels (Gen. 
Sg. Fem., Nom. PL), z. B. na hingine des Mädchens, na Jwich 
die Pferde; 

2) hinter dem possessiven a Fem. gen., z. B. a ech sein 
Pferd, a JiecJi ihr Pferd; 

3) »hinter den Präpositionen co, fri, la, a (ass), z. B. co 
hEmain, fri hör, la lides, a hJEmain; 

4) hinter ba fuit, z. B. bd halaind, ba he, aber auch in 
andrer Stellung sehr oft hé er; 

5) überhaupt vor gewissen Wörtern ohne Rücksicht auf 
das vorausgehende Wort, z. B. vor der Präposition i n-, wenn 
ihr Nasal geschwunden ist: lii Temraig in Tara, hitd ubi est; 
sehr oft hEriu, hErend. 

108. Im Mittelirischen und in der spätem Sprache ist ge- 
wissen Wortern ein f vorgesetzt worden: focus, com-focus nahe, 
altir. ocns; fúaclit Kälte, altir. úaclit; for inquit, altir. or, ol; 
fur-dil auftragen, altir. ur-, er-dü; ros fac tulit eos, altir. ro 
uc, ruc; dos fanic kam zu ihnen, altir. do ante, tdnic; con 
facca vidit, altir. con acca; dona ftb eis qui, altir. donaib M. 

Aphaerese. 

108 b . Bisweilen wird, besonders in der spätem Sprache, 
der anlautende Vocal proklitischer Wörtchen unterdrückt: con 
tein für ocon tein beim Feuer; md tudehatar für imma tudclia- 
tar weshalb sie gekommen sind; sin maig für isin maig auf 
der Ebene; na Idmaib für inna Idmalb in ihren Händen. So 
ist auch beim Artikel na aus inna entstanden. 

108 c . Ebenso ist auch das anlautende s des (proklitischen) 
Artikels und Relativpronomens geschwunden, und hat sich nur 
noch in der Verbindung mit consonantisch auslautenden Prä- 



30 II. Declination. 

Positionen erhalten, vgl. § 169 und 207. Auf diese Weise 
lässt sich auch die Conjunction und Präposition amal, amail 
wie mit samail Bild, lat. simile, vereinigen. 



IL 

Declination. 



109. Die Declination ist verschieden je nach dem ursprüng- 
lichen Stammauslaut. Man unterscheidet: 

I Stämme auf a mit der Unterabtheilung der Stämme auf 
ia, Masculina, Feminina und Neutra; 

II Stämme auf i, Masculina, Feminina und Neutra; 

III Stämme auf u, Masculina und Neutra; 

IV Stämme mit consonantischem Auslaut, und zwar a) Stämme 
auf d, th (urspr. t) und t (urspr. nt) 9 b) Stämme auf einen 
Guttural, c) Stämme auf r (die Verwandtschaftsnamen), d) Stämme 
auf n, Masculina und Feminina, e) Neutra auf man, f) Neutra 
auf as und andere Stämme auf s. 







I. 
a) Stämme auf 


a. 




110. Paradigmc 


m: fer M. Mann, 


tiiath F. Volk, dliged N. 


Gesetz. 










Singular. 




Nom. 


in fer 


in tüath (§ 64) 


a n-dliged n- 


Gen. 


ind fir 


inna tdaithe 


in dligid 


Dat. 


dond fiur 


don ülaith 


don dligud 


Acc. 


in fer n- 


in túaith n- 


a n-dliged n- 


Voc. 


a fir 


a tliiiath 

Plural. 


a dliged n-. 


Nom. 


ind fir 


inna túatha 


inna dliged, dligeda 


Gen. 


inna fer n- 


inna tiiath n- 


inna dliged n- 


Dat. 


donaib feraib 


donaib Pdathaib 


donaib dligedaib 


Acc. 


inna firu 


inna túatlia 


inna dliged, dligeda 


Voc. 


a firu 


a thdaiha 


a dligeda. 



Stämme auf a. 31 



Dual. 



Nora. Acc. in dd fer in di thúaith in da n-dliged 

Gen. in dá fer in dá túath in da dliged 

Dat. in dib feraib in dib tilathaib in dib n-dligedaib. 

111. Ebenso gehen die Masculina ball Glied, bei Lippe, 
cenn Kopf, fiach debitum, iasc Fisch, folt Haar, macc Sohn, 
láech Held, dia Gott; die Feminina dram Zahl, rann Theil, 
cland progenies, Idm Hand, breth Urtheil, serc Liebe, fere Zorn, 
delb Gestalt, ingen Mädchen, bairgen Brot, toi Wille, coss Fuss, 
criéh ihrig, grian Sonne, ciall Sinn, tiall super bia, briathar 
Wort; die Neutra bds Tod, grdd graclus, rath Gnade, scél 
Geschichte, aeeobor Wille, sdithar Mühe, galar Krankheit, cenel 
Geschlecht, foraithmet memoria, etach Gewand, biad Nahrung, 
bunad origo, torad Frucht, iiathad singularitas; die Adjectiva 
mall langsam, marb todt, sldn heil, mar gross, bec klein, treu 
tapfer, ole böse, lond kühn, wem sanft, nóeb heilig, sóer frei, 
Math schnell, fercach zornig, iressach gläubig, buidech dankbar, 
toirsech traurig, beo lebendig (Gen. S. und Nom. PL M). 

IIP. Das dem Dat. Sg. M. und N. eigentümliche u (oder 
o, z. B. eoeh Dat. von ecli) wird allmählig wieder aufgegeben 
(fir, cinn für älteres fiur, ciunn); in Silben mit d é ía ó úa 
ói óe, sowie in einzelnen Wörtern wie mac, rath, und in den 
Adjectiven auf -ach ist es überhaupt nie nachgewiesen. 

112. Zu beachten ist fiach, Gen. féich, aber biad, Gen. 
biid, bid, Dat. bind (§ 11); grian, Dat. grein-, briathar, Dat. 
bréthir; dia, Gen. dée, dé, Dat. dia, Acc. dia n-, Voc. a dé, 
PI. Nom. dée, dé, Gen. dia n-, Dat. déib, Acc. déo. 

113. Unregelmässig ist ben Frau, Gen. mnd, Dat. mndi, 
Acc. mndi n-, Voc. a ben, PI. Nom. mnd, Gen. ban n-, Dat. 
mndib, Acc. mnd, Du. Nom. Acc. di mndi, Gen. da mnd, Dat. 
dib mndib. Vgl. § 78. 

114. Im Mittelirischen dringt die Femininform auf -a im 
Nom. PL bei den Adjectiven auch in das Masculinum ein: 
marba neben mairb. Vgl. § 175. 



32 



II. Declination. 







b) Stämme auf ia. 






115. Paradigmen cele M. Genosse, aidche F. Nacht, cride 


N. Herz. 










Singular. 




Nom. 


in cele 


ind aidche 


a cride n- 


Gen. 


in chéli 


inna aidche, haidche 


in chridi 


Dat. 


don clieliu 


dond aidchi 


don cridiu 


Acc. 


in cele n- 


in n-aidchi n- 


a cride n- 


Voc. 


a chéli 


a aidche 

Plural. 


a chride n-. 


Nora. 


in chéli 


inna aidchi, haidchi 


inna cride 


Gen. 


inna cele n- 


inna aidche n- 


inna cride n- 


Dat. 


donaib célib 


donaib aidchib 


donaib cridib 


Acc. 


inna celiu 


inna aidchi, haidchi 


inna cride 


Voc. 


a clieliu 


a aidchi 

Dual. 


a cride. 


Nom. 


Acc. dá ekele 


di aidchi 


da cride 


Gen. 


da cele 


da aidche 


dá cride 


Dat. 


dib celib 


dib n-aidchib 


dib cridib. 



116. Ebenso gehen die Masculina: dalte Zögling, rectire 
praepositus, tigerne Herr, tiisce Wasser; die Feminina córe Friede, 
gorte Hunger, insce Rede, sétche Frau, sochude Menge, cense 
Milde, fdilte Freude, soillse Licht; die Neutra belre Sprache, 
comarde Zeichen, cumachte Macht, esseirge Auferstehung, tairn- 
gire Versprechen; die Adjectiva asse leicht, anse schwer, doe 
langsam, niie neu, tiile all, colnide fleischlich, nemde himmlisch, 
cétne derselbe. 

117. Bei vielen dieser Wörter verbreitert sich schon in 
der altern Sprache das e zu a, besonders nach breitem Vocal: 
dalta (Gen. daltai), córa, gorta, comarda, cumachta, assa, ansa, 
nemda, cétna, tigerna, belra. Eine Mittelstufe bezeichnet die 
Schreibweise cimiachtce, censce. 

118. Im Dat. Sg. M. und N. wird nach breitem Vocal das 
i unterdrückt: daltu, gortu, und später erscheint statt u wieder 



Stämme auf i. 



33 



a: dalta. Bei Wörtern mit dünnem Yocal bleibt nach Schwund 
des u ein i übrig: cell. 

119. In spätem Handschriften werden i und e nicht 
streng aus einander gehalten. 

120. duine M. Mensch, Gen. duini, hat im PI. dóini, Gen. 
dorne u. s. w. — lathe X. Tag, wird auch zu laa, Id contrahirt, 
Gen. Idi (neben lathi), Dat. lau, 16, Id, Acc. Id n-, u. s. w. 



II. 
Stämme auf i. 

121. Paradigmen fdith M. Dichter, súil F. Auge, mm-mV 

N. Meer. 

Singular. 

Nom. m fdith in t-súil 

Gen. iwá fdtlw, fdtlia inna siílo, súla 



Dat. 
Acc. 
Voc. 



dond faith 
in fdith n- 
a fdith 



Nom. ind fdthi 
Gen. mwa fdthe n- 
Dat. donaib fdthih 
Acc. wma /<r/77</ 
Voc. a fdthi 



don t-suil 
in súil n- 
a suil 

Plural. 
inna sali 
inna süle n- 
donaib si'dib 
inna sttti 
a sali 



mnmuir, a miur 
in mora 
don ma.ir 
ammuir n- 
a muir 

inna mora 
inna more n- 
donaib muirib 
inna mora 
a mora 



n- 



N.A 

Gen. 
Dat. 



dd fdith dí súil dá v/mir 

da fdtlw, fdtha dd sula dd mora 

dib fdthib dib sülib dib muirib. • 

122. Ebenso gehen die Masculina endim Knochen, eimbid 
Gefangener, tuistid parens, dorsid und dorsióir Thürhüter; die 
Feminina bidil Beil (Gen. bela\ colinn Fleisch (Gen. colno), 
cruim Wurm, dúil Element, flaith Herrschaft, fuil Blut, fochith, 
fochaid Leiden, iarfaigid Fragen (Gen. iarfaigtho); die Neutra 
búaid Sieg, guin Wunde, mind Diadem, find Gestirn, tir Land; 
die Adjectiva cóh' gleichmässig, gerecht, Wir fleissig, erdire be- 

Win «lisch, Irische Grammatik. 3 



34 



II. Declinatioii. 



rühmt, maith gut, min verscliieclen, cosmil ähnlich, mithig pas- 
send, alind hübsch (Nom. PL dildi, áilli), allaid wild. 

123. Die Neutra mit dünnem Vocal haben e statt a: tir 
Land, Gen. tire; rind hat im Nom. PL rind und rennet, letz- 
teres (auch mora?) vielleicht mit Uebergang in Declinatioii I a . 

124. Einige Feminina schwanken zwischen dieser und der 
ersten Declination, besonders die Infinitive gabdl und gabdil 
nehmen, iabairt und tcibart geben, tomailt und tomalt ver- 
zehren. 

125. Ebenso schwanken die Adjectiva vielfach zwischen 
i- und «-Declination; der Gen. Sg. M. und N. wird stets nach 
Deck I gebildet: maith gut, Gen. maith. 



III. 
Stämme auf u. 

126. Paradigmen gnim M. That, Thun, recht N. Recht: 

Singular. 
Nom. in gnim 
Gen. in gnimo, gnima 
Dat. don gnim 
Acc. in n-gnim n- 

Plural. 
Nom. in gntmai, gnima 
Gen. inna n-gnime n- 
Dat. donaib gnimaib 
Acc. inna gnimu 

Dual. 
N. A. da gnim 
Gen. da gnimo, gnima 
Dat. dib n-gnimaib 

127. Ebenso gehen die Masculina bith Welt, bräth Gericht, 
cruth Gestalt, guth Stimme, fid Baum, mag Sklave, dis, ois 
aetas, senchas Alterthum, fmss, fiss Wissen, cotlud Schlafen 
und zahlreiche andere Infinitive auf -itd und -ad. 



arrecht (n~) 
in rechto, rechta 
don recht 
arrecht (n-) 

inna rechte, rechta 
inna rechte n- 
donaib rechtaib 
inna rechte, rechta 

dd recht 

dd rechto, rechta 

dib rechtaib. 



Dentalstämme. 35 

128. Die Neutra lassen sich nicht streng von den Mascu- 
linis scheiden. Mit mehr oder weniger Sicherheit werden als 
solche bezeichnet ith Getreide (Gen. etlio), Im Zahl, lind Trank, 
loch See, med Meth, sruth Fluss, suth fetus, tes Hitze, doras 
Thür. 

129. Eine Nachwirkung des stammhaften u im Nom. Sg. 
zeigen besonders die Infinitive auf ud von Verben der 3. Con- 
jugation: losend brennen, foillsigud zeigen. In der spätem 
Sprache wird auch dieses -ud bei vielen Verben zu -ad: los- 
cadh. Häufiger hat die alte Sprache ein u im Dat. Sg.: isin 
Inuth in der Welt, dind riuth de cursu (Nom. bitli, rith); aber 
allmählig wird es auch hier aufgegeben. 

130. Hinter dünnem Vocal zeigt sich im Gen. Sg. auch 
-e statt -o, -a: suidigud positio, Gen. suidigtlie. 

131. Am meisten schwankt die Schreibweise im Nom. PL, 
ausser gnimai und gnima findet sich auch gnhni, gnimee und 
gnime. 

132. Die Adjectiva sind im Plural in die i-Declination 
übergegangen: follus klar, Nom. PI. foilsi; il viel, Acc. PI. ili. 

133. Manche Wörter folgen später der «-Declination : 
dorus, später doras Thür, Gen. dorais. 

IV. 
a) Dentalstämme. 

134. Paradigmen fili M. Dichter, ara M. Wagenlenker, 

cara M. Freund, heothu M. Leben. 

Singular. 

Nom. in fili in t-ara in cara in beotJm 

Gen. ind filed ind arad in charat in bethad 

Dat. dond filid dond arid don Charit don bethid 

Acc. in filid n- in n-arid n- in carit n- in m-bethid n- 

Voc. a fili a ara a chara a beothu 

Plural. 
Nom. ind filid ind arid in Charit 

Gen. inna filed n- inna n-arad n- inna carat n~ 
Dat. donaib filed aib donaib aradaib donaib cairtib 
Acc. inna fileda inna arada inna cairtea 

Voc. a f'deda a arada a chairtea 

3* 



36 II. Declination. 

Dual. 

N. A. dá filid dá arid dá Charit 

Gen. dá filed dá arad dá carat 

Dat. dib filedaib dib n-aradaib dib cairtib 

135. Nach fili gehen óigi Gast, slige Weg, tene Feuer, 
leine Hemd; cóimdiu, coimdi Herr (Gen. cóimded); eirr curruum 
princeps, traig Fuss, mü miles; drui Druide (aber Gen. Sg. PI. 
Du. draad). 

136. Nach ara gehen nia Held, nia, nim nepos, asca 
Nebenbuhler, Feind, tenge, tenga Zunge; Ulaid Ultonii; sab 
princeps, fortis, ein Schuld. 

137. Nach care, cara gehen nö/mce, ndma Feind, tipra 
Quelle, tricha dreissig, dinu Lamm, fíadu, fiada Herr, Gott, 
Ntiadit Nom. pr., brdge Hals, loche (Gen. lochet) Blitz, fiche 
(Gen. ficliet) zwanzig, tee, té heiss. 

138. Nach beotha gehen zahlreiche Abstracta auf -tu und 
-data, letztere von Adjectiven auf -de abgeleitet: óentu unitas, 
azirlatu Gehorsam, cródatu Härte, esbatu inutilitas, óendatu 
Einheit, mórdatu Grösse. 

139. Der Stamm der Paradigmen fü% ara, beotha lautete 
ursprünglich auf t aus, daher noch öfter tli statt d, unaspirirtes 
t bei unmittelbarer Berührung des Dentals mit l oder n: niath 
nepotis, bethath vitae, tengthaib Unguis, sligthi viae, tenti ignes, 
ültaib. 

140. Der Stamm des Paradigmen cara lautete ursprüng- 
lich auf -nt aus. Das t von cara wird im Mittelirischen bei 
unmittelbarer Berührung mit r zu d: cairdib. 

141. Für -id, -it im Dat. und Acc. Sg., Nom. PI. und Du. 
der Paradigmen ara, cara, betlm wird im Mittelirischen vor- 
wiegend -aid, -ait geschrieben. 

142. Bereits im Altirischen tritt im Dat. Sg. des Paradig- 
men beothu eine dem Nom. gleiche Form auf: i m-betlm im 
Leben; ebenso it chin neben it chinaid durch deine Schuld. 
Auch statt des Nom. Du. wird die Form des Nom. Sg. benutzt. 

143. Im Mittelirischen kommen im Nom. PI. Formen wie 



Gutturalstämme. 37 

tenti, sligthi, traigthi auf; im Acc. PI. verdrängen Formen auf 
-u, -o die älteren Formen auf -a: TJlto, Ultu, filedu. 



b) Gutturalstämme. 

144. Paradigmen cathir F. Stadt. 

Singular. Plural. Dual. 

N. in chathir inna cathraig dichathraig, chathir 

G. inna cathrach inna cathrach n- da cathrach 

D. don chathraig, chathir donaib cathrachaib dib cathrachaib 

A. in cathraig" n- inna cathracha di chathraig. 

V. a chathir a chathracha 

145. Ebenso gehen nathir Wasserschlange, lassair Flamme, 
hur Stute (Gen. lárach), dair Eiche, Temair Tara, ail Fels 
(Gen. ailech), Lugaid (Gen. Luigdcch und Lugdach); mit aus- 
lautendem Vocal coera Schaf, mala Augenbraue (Acc. PI. mail- 
gea), eola kundig, rure König (Gen. rurech), aire Fürst (Gen. 
airech). 

146. Der Nom. daur Eiche gehört einem alten if-stamme 
an, dazu der Gen. claro, dara. Auch andre Wörter dieser 
Gattung bilden einzelne Casus ohne den Guttural: Dat. Sg. 
cathir, Temair, Acc. ail, Dat. PL edirib. 

147. Ein vereinzelter Stamm auf cc, c ist lia, lie M. Stein, 
lat. cos, Gen. liacc, Dat. liic und lia, Acc. lue n-, PL Nom. lieic, 
Gen. liacc n-. Daneben ein Wort lecc F. Stein („flagstone"), Gen. 
Ucee, Dat. leicc, Acc. leicc n-, PL Nom. Acc. lecca, Gen. lecc 
n-, Dat. leccaib. 

148. Ein vereinzelter Stamm auf g ist ri M. König, Gen. 
Hg, Dat. Hg, Acc. Hg n-, Voc. a H; PL Nom. Hg, Gen. Hg 
n-, Dat. Hgaib, Acc. Hga, mittelirisch Hgu; Du. Nom. Acc, 
da Hg, Gen. da Hg, Dat. dib Hgaib. 

c) Die Verwandtschaftsnamen auf r, 

149. Paradigmen brdthir M. Bruder. 



38 

Singular. 
Nom. in brdthir 
Gen. in brdthar 
Dat. don brdthir 
Acc. in m- brdthir n- 
Voc. a brdthir 



IL Declination. 

Plural. 
in brdthir 
inna m-brdthre n- 
äonaib brdithrib 
inna brdithrea 
a brdithrea 



Dual. . 
dd brdthir 
dá brdthar 
dib m-bráithrib 

dd brdthir. 



150. Im Gen. PI. neben brdthre auch brdthar; im Nom. 
PL später auch brditJire. Ebenso gehen indthir Mutter, athir 
Vater, im Mittelirischen brdthair, mdthair, athair. 

151. Im Plural werden diese Wörter in der spätem Sprache 
auch nach cathir flectirt: tiasal-afuraig patriarchae, neuir. Nom. 
und Acc. PL brdithreacha. 

d) Die masculinen und femininen Stämme auf n und nn (nd). 

152. Paradigmen brithcm M. Richter, inga F. Nagel, toim- 
tiu F. Meinung, goba M. Schmidt. 



Nom. in brithem 
Gen. in brithemon, -an 
Dat. don brithemain 
Acc. in m-brithemain n- 
Voc. a brithem 

Nom. in brithemain 



Singular. 

in inga 
inna ingan 
dond ingain 
in n-ingain n- 
a inga 

Plural. 



in toimtiu 
inna toimt&n 
don toimtin 
in toimtin n- 



in goba 
in gobann 
don gobainn 
in n- gobainn n- 
a goba 



inna toimtin in gobainn 



inna ingain 

Gen. inna m-britheman n- inna n-ingan n- inna toimten n- inna n-gobann n 
Dat. donaib brithemnaib donaib ingnaib donaibtoimtinib donaibgobannaib 
Acc. inna brithemna inna ingna, -e inna toimtena inna gobanna. 

a ingna 

Dual. 

dá gobainn 

da gobann 

dib n-gobannaib 



Voc. a brithemna 

N. A. dá brithemain 
Gen. dá britheman 
Dat. dib m-brithemnaib 



153. Nach brithem gehen andere Nomina actoris, z. B. 
diüem Schöpfer (von diiil Element), flaithem Herrscher (von 
flaith Herrschaft), ferner oll am princeps poetarum (Gen. olla- 
man), talam F. Erde (Gen. talman)\ mit auslautendem Vocal 
menme M. Sinn (Gen. menman). 



Die Neutra auf man (n/n). 39 

154. anim F. Seele hat im Gen. anme, Dat. anmin, an- 
main; Acc. anmin, anmain n-, PL Nom. anmin u. s. w., wird aber 
im Mittelirischen auch im Plural wie das Neutrum ainm Name 
(§ 160) flectirt: Nom. Acc. anmand, Gen. anmand n-, Dat. an- 
mannib. 

155. Nach inga gehen dra, áru Niere, aursa Thürpfosten, 
gulba Schnabel, leco Wange, lurga Schienbein, hUa kleiner 
Finger, ulcha Bart, Alba Schottland, Muma Munster, paki Hase; 
ohne Vocal im Nom. triath Meer, Gen. trethan. 

156. Im Nom. PL kommen später Formen wie ingni auf, 
vgl. § 143. t 

157. broo, bró Mühlstein, Gen. broon, brón, Dat. broin, 
Acc. broin n-\ eil M. Hund, Gen. con, Dat. coin, Acc. coin n-, 
Voc. a chú; PL Nom. coin, Gen. con n-, Dat. conaib, Acc. comíí. 

158. Nach toimtiu gehen andere feminine Abstracta auf 
-tili, -tu: foisitiu confessio, ditiu Schutz, ticlitu Kommen, aicsin 
Sehen; dazu nöidiu Kind, Acc. PL mittelirisch nóidenu, vgl. 
§ 143. 

159. Nach goba gehen gúala Schulter, 'bara Zorn, cuisle 
Ader, uüe Elbogen, Ériu F. Irland (Gen. Érenn, Dat. Érinn), 
brú F. Mutterleib (Gen. bronn, brond, Dat. broind). 

e) Die Neutra auf man (nn). 

160. Paradigmen ainm Name: 





Singular. 


Plural. 


Dual 


N.A. 


a n-ainm n- 


inna anmann 


dá n-ai)>m 


G. 


ind anma, anme 


inna n-anmann n- 




D. 


donä anma im m, ainm 


donaib anmannaib 


dib n-anman 



161. Ebenso gehen coirm Bier, gairm Ruf, druimm Rücken, 
(Gen. drommo), maidm Brechen, Eruption; teidm pestis, senim 
sonitus, tochimm Schreiten, ingrimm Verfolgen, tóthim, später 
tuitim Fallen. 

162. Dagegen haben beim, béimm Schlag, Schlagen, céimm 
Schritt, léimm Sprung, reimm cursus -enn statt -ann: Nom. PL 
bémen, cémenn. 



40 II. Declination. 

163. Im Altirisclien wird häufig ein n geschrieben (bémeri), 
im Mittelirischen oft nd für nn (anmand). 

f) Neutra auf as und andre Stämme auf s. 

164. Paradigmen teg, tech N. Haus. 
Singular. Plural. Dual. 

Nom. Acc. a teg, tech n- inna tige da tech (?) 

Gen. in tige inna tige n- da tige 

Dat. don tig donaib tigib dib tigib. 

165. Ebenso gehen die Neutra nem Himmel, leth Seite, 
mag Ebene, sliab Berg, glcnd Thal; dun Burg und gliin Knie 
schwanken in der späteren Sprache: Gen. dúne, Dat. dún, gltln, 
Nom. PI. diiine, Nom. Du. da prim-dun, da gl an. 

166. Die Comparative auf -in, ti (o) gehören hierher, zei- 
gen aber keine Casusunterschiede, da sie immer nur im Nom. 
gebraucht werden: Nom. Sg. und PI. laigiu, Inga kleiner, meto, 
mau grösser, lia mehr. 

167. ml Monat, Gen. mis, Dat. mis, Acc. mis n-, PL Nom. 
mis, Gen. mis n-; Dat. misaib, Acc. misa. 

Vereinzelte und schwer bestimmbare Stämme. 

168. bó Kuh (Stamm bó-, bov-), Gen. bou, bó, Dat. boin, 
Acc. boin n-\ PI. Nom. bai, ba, Gen. bó n-, Dat. baaib, Acc. búl 
Du. Nom. di ba, Dat. dib m-buaib, Acc. di ba, di boin. 

169. die Tag (Z. 2 p. 270 zu den s-stämmen gestellt), Acc. 
fri dei, de bei Tage; dazu zwei adverbial gebrauchte Casus: 
in diu heute, und dia mit nachfolgendem Genetiv, z. B. dia 
brdtha am Tage des Gerichts. 

170. gm Gestalt, glé glänzend und die Composita to-yu, 
ro-gu Wahl zeigen keine Casusunterschiede. 



III. , 

Der Artikel. 

171. Ein Spiritus asper hinter der Form bezeichnet, dass 
sie Aspiration bewirkt. Paradigmen: 











III. Der Artikel. 














Singular. 








M. 






F. 




N. 


Nom. 


in, in t- 






in, iwT , 


in t- 


a n- 


Gen. 


in , incT , 


in 


t- 


inna, na 




wie M. 


Dat. 


dort ,dond 


c , don t- 


wie 31. 




wie M. 


Acc. 


in n- 






wie M. 
Plural. 




a n- 


Nom. 


iríj incfj 


in 


t- 


inna, na 




wie F. 


Gen. 


wie F. 






inna, na 


71- 


wie F. 


Dat. 


wie F. 






donaib, dona 


wie F. 


Acc. 


wie F. * 






inna 
Dual. 




wie F. 


Nom. 


in dá 






in di 




in dá n- 


Gen. 


in dá 






in dá 




in dá 


Dat. 


in dib 






in dilj 




in dib 


Acc. 


in dá 






in di 




in dá n- 



41 



172. Das t- tritt im Nom. Sg. M. vor vocalischen Anlaut: 
in t-athir der Vater; in allen übrigen Fällen vor anlautendes 
s, an dessen Stelle es gesprochen wird: in t-serc die Liebe. 

173. Der Wechsel zwischen n und nd findet sich nur in 
Casus, welche Aspiration bewirken, nd tritt im Altirischen 
regelmässig ein vor den Lauten, die nie aspirirt worden sind, 
also vor l r if n und vor Vocalen, dazu vor f, das durch die 
Aspnation gänzlich schwindet, so dass auch hier Yocal, r oder 
l als der eigentliche Anlaut der Wortform betrachtet werden 
kann: Nom. Sg. F. in chathir die Stadt, ind flaith die Herr- 
schaft; Gen. Sg. M. in clioimded des Herrn, ind athar des 
Vaters; Dat. don brdthir dem Bruder, dond tnacc dem Sohne. 
t wird unmittelbar hinter n nicht aspirirt (vgl. § 64): Gen. Sg. 
in tige des Hauses. 

174. Der Artikel lautete ursprünglich mit s an. Dasselbe 
hat sich im Dat. und Acc. erhalten in der Verschmelzung mit 
consonantisch auslautenden Präpositionen: iarsin, r essin, cossin, 
cosnaib, issin, isnaib, isna, isin dib (Dat. Du.) von iar n- nach, 
re n- vor, co n- mit (c. Dat.), i n- in (cum Dat. et Acc); 



42 IV. Comparation. 

lassin n- (M. F.) lasset n- (N.) Zaswa (PI.) fe*n ^ (Acc. 
Du. F.), frissin n- (M. F.) frissa n- (N.) frisna (PL), trissin 
n- (M. F.) inssa Wr (N.) inswa (PL), cossin n- (M. F.) coss« 
n- (N.), tarsin n- (M. F.) £«rs« w- (N.) tarsna (PL), assin (M. 
F. N.), /brsm (Dat. M. F. N.) forsin n- (Acc. M. F.) forsa n- 
(N.) forsnaib (PL Dat.) forsna (Acc.) von ?a(^) bei, fri(th) 
gegen, £n durcli, co(th) zu, iar(s) über (c. Acc), a ass aus 
(c. Dat.), for auf (c. Dat. et Acc). 

175. Besondere Verschmelzungen mit Präpositionen, die 
ursprünglich vocalisch auslauteten: ón úan (Dat. Sg.) ónaib (PL), 
fön (Sg. Dat.) fön n- (Acc M. F.) von 6 vou, /b unter; dazu 
ocon neben oc in (Dat.), immon n- (Sg. Acc M. F.) imma n- 
(N.) von oc bei, imm um. 

176. Die übrigen Präpositionen bewirken keine Verände- 
rung des Artikels: ar in (Sg. Dat.) ar naib (PL Dat.) ar na 
(Acc), don (Dat. Sg.) donaib (PL), din (Dat. Sg.) dinaib (PL) 
von ar vor, für, do zu, c?* von, über, u. s. w. 

177. Das Mittelirische hat die besondere Form des Dat. 
Pluralis -(s)naib aufgegeben und gebraucht dafür die Form des 
Acc. -(s)na: mittelirisch dona, dina, forsna, óna für altirisch 
donaib, dinaib, forsnaib, ónaib u. s. w. 

178. Die verkürzte Form na verdrängt allmählig die vollere 
Form inna; nie findet sich letztere hinter Präpositionen. 

179. Allmählig verliert das Neutrum auch im Nom. und 
Acc Singularis seine besondere Form: in tccli das Haus für 
älteres a tech. 

180. Im Nom. PL verdrängt die feminine Form inna, na 
schliesslich auch das masculine in: na maic die Söhne für altir. 
in maic. Vgl. § 114. 

IV. 

Comparation. 

181. Die Comparation wird gewöhnlich mit dem Suffixe 
-in, -u (neuir. -i, -e) gebildet: sen alt, Comp, siniu; alind 
hübsch, Comp, dildiu, dilliu (§ 71); drd hoch, Comp, drdii; 
comacus nahe, Comp, comaiesiu; laigiu, Inga minor. 



IV. Comparatioii. 



43 



182. Das Suffix des Superlativs ist -em (am), seltener 
-imern: follus apcrtus, Comp, foülsiu, Superl. faillsem; wem 
schon, Comp, caimiu, Superl. cóemem; adbul gewaltig, Comp. 
aidbliu, Superl. adblam; úasal hoch, Comp, úaislw, Superl. 
naislimem. 

183. Unregelmässige Comparatioii: 



Pos. 
il viel 
óac jung 
mar, mar gross 
sir lang 
trén stark 
ocus nahe 
die schlecht 
maith gut 
bcc klein 



Superl. 



oam 
máam 

tressam 
nessam 



(deck) 

lugam, lugimem. 



Comp. 
IIa 
6a 

máo, máa má, mó 
sía 

tressa, tressiu 
n'essa, nessic 
messa, messu 
ferr 
laigiu, lugu 

184. Anstatt der besonderen Form des Superlativs wird 
gewöhnlich der Comparativ mit vorausgehendem relativen as, 
bas (qui est) gebraucht: inti äiib bes tresa orcaid alaile der 
stärkste von ihnen töcltet den andern; da ecli bas ferr la Con- 
nachtu die zwei besten Pferde in Connacht. 

185. Es giebt eine zweite, zurückgedrängte Comparativ- 
bildung auf -itlier, -ithir, -idir: Mir fleissig, Comp, lériu und 
lérithir; Math schnell, Comp, lúathiu und lúatJiither. 

186. „Desto", lat. eo, beim Comparativ wird durch nach- 
gestelltes de ausgedrückt: ferr de desto besser. Besser und 
besser, immer besser: ferr assa ferr; schlechter und schlechter 
messa assa messa. 

187. „Als", lat. quam, nach dem Comparativ wird durch 
ol oder inda ausgedrückt, ersteres stets, letzteres gewöhnlich 
mit einer relativen Form des Verbi substantivi verbunden: 
olda-as oldds, inda-as, indes quam est; oldclte indate quam 

sunt. 

188. Anstatt dieser Formeln wird wie im Lateinischen der 

Ablativ, so im Irischen der Dativ des verglichnen Gegenstandes 



44 V. Adverbia. — VI. Pronomina. 

gesetzt: ni diliu nech limm alailiu non carior mihi quisquam 
altero. Bei den femininen Stammen auf a lautet dieser Casus 
der Vergleichung (ursprünglich ein Instrumental?) bisweilen 
gleich dem Nominativ. 

Im Mittelirischen wird auch der Accusativ so verwendet: 
it Mathidir gdith n-erraig sie sind schneller als ein Frühlings- 
sturm. 

V. 

Adverbia. 

189. Adverbia aus Adjectiven werden gebildet durch den 
Dat. Sg. Masc. oder Neutr. mit dem Artikel: bec wenig, Adv. 
in biucc paullatim; laigiu minor, Adv. ind laigiu minus; 

oder durch eine besondere Form auf -Uli, -id mit dem- 
selben Casus des Artikel: óinde singularis, Adv. ind óindid sin- 
gulariter; 

oder durch Vorsetzung der Präposition co: dtan schnell, 
Adv. co dian. Dies wird im Mittelirischen die gewöhnliche Art. 



VI. 

Pronomina. 

Demonstrativa. 

190. Dem griechischen ovrog entspricht substantivisch 
side, suide, seltener ade, adjectivisch das indeclinabel nach- 
gestellte sin: in fer sin dieser Mann, Gen. ind fit sin u. s. w. 
(vgl. franz. cet homme-ci). sin kommt auch ohne Substantiv 
vor: iar sin (/srä tovto; in sin (indecl.) substantivisch für alle 
drei Geschlechter. 

191. Dem griechischen oós entsprechen die Demonstrativa 
se, sa und so, dem Substantiv indeclinabel nachgestellt: in fer 
so 6 ccp?)q oös; substantivisch so und in so (indecl.) für alle drei 
Geschlechter. 

Nach dünnem Vocal werden se, sa und so zu si, sea und 
seo oder siu. 

192. Alle diese Demonstrativa werden auch adverbiell, zur 



Demonstrativa. — Personalía. 45 

Verschärfung der Bedeutung, dem Adverb and hier angefügt: 
anäsin, andso, andside, andaide. 

193. Desselben Ursprungs ist auch ein Theil der Parti- 
keln, welche zur stärkeren Hervorhebung des Personalprono- 
mens dienen (Particulae augentes), -se, -sa für die 1. Sg.: messe, 
mesi ich, ro bd-sa ich war; -su, -so für die 2. Sg.: tússu du, 
do ara-so dein Wagenlenker, foracbaisiu du liessest zurück (für 
foracbais-siu); -som, -sam, -sem, für die 3. Sg. M. und die 
3. PI. aller drei Geschlechter: ésseom er, rigid-som er streckt aus. 

194. Dem griechischen rovro entsprechen noch ón, són; 
auch sodin, sodain ovrog wird selten anders als neutral ge- 
braucht, Ja sodahi darauf. 

195. Einen mehr determinativen Charakter hat das enkli- 
tische -i. Mit dem Artikel verbunden (M. inti, F. indi, N. am) 
hat es einen Eigennamen oder ein Demonstrativum oder einen 
Relativsatz nach sich: inti Labraid dieser (erwähnte) Labrid; 
ani sin rovro, inti siu oós, inti thall ille; inti er et f es franz. 
celui qui croira. Dat. PL altir. donaib hi gnüe iis qui faciunt, 
mittelir. dona fib no chretitis denen, welche glaubten, cosna fib 
filet intib mit denen, die darin sind. Dem Substantiv nach- 
gestellt: lasin screich í sin auf diesen Schrei. 

196. Gr. exsivog wird vermittels der Adverbia toll, %\t, sút, 
ueat, siicut illic ausgedrückt: subst. inti thall jener, adjeet. in 
fer toll franz. cet homme-lä; na tri dath acut jene drei Farben. 

197. Dem lat. iclem entsprechen inonn, inunn und cétne, 
cetna; in fer cétne idem vir (aber in cétne fer primus vir). 

19.8. Declinirbar sind ausser dem Artikel nur side, suide 
und ade hie (§ 190), ferner das neutrale se hoc (z. B. re sin 
antehac). Die Declination ist wie die der nominalen Stämme 
auf ia (§ 115), doch wird side auch indeclinabel für den Nom. 
PI. aller drei Geschlechter gebraucht. 

Personalia. 

199. Das Personalpronomen wird häufig durch eine enkli- 
tische pronominale Partikel („particula augens") verstärkt, vgl. 
§ 193. In der 1. und 2. Person Pluralis geschieht die Ver- 



46 VI. Pronomina. 

Stärkung durch Doppelsetzung des Pronomens. Die verstärkte 
Form steht in Parenthese: 

Singular. Plural. 

mé ich (messe, mesi) ni, sni wir (snisni, mini, ninni) 

hl du (tussn, tuso) sib ihr (sissi) 

é er, si sie, ed es (e som, sisi, ed óri) é, iat sie (é som, iat som). 

200. Diese Formen kommen auch im Accusativ vor. In 
der spätem Sprache sucht man zwischen Nom. und Acc. zu 
unterscheiden: 

Nom. Acc. Nom. Acc. 

1. Sg. mé mé PI. sinn sinn, inn 

2. Sg. tu tliil PI. sib sib, iL 

3. Sg. sé, sí(i) é, í PL síat iat. 

201. Von einer Präposition abhängig, ist das Pronomen 
mit der Präposition verschmolzen (Pron. suffixum); vom Verbum 
abhängig, in der alten Sprache mit der dem Verbum voraus- 
gehenden Verbalpartikel, Conjunction, Negation oder Präposition 
(Pron. infixum). In letzterem Falle ist oft die Partikel äo dem 
Verbum vorgeschoben, um dieser das Pronomen anzuhängen. 

202. Diese enklitischen Dativ- und Accusativ-Formen lauten 
in der 1. Sg. -m, -mm (aspirirend), 2. Sg. -t (aspirirend) ; in 
der 1. PL -n, -nni, -nn (-nd), 2. PL -b: dam, dam-sa mir, 
frimm gegen mich, indium in mir, mani-m berasu nisi feras 
me; duit, dait-siu dir, immut um dich, atotchiat vident te, für 
ad-dot-chiat (adchiu ich sehe); dún uns, lin-ni mit uns, ro-nn 
ain protegat nos; dúib, dúib-si euch, úaib von euch, cotob sechaim 
coerceo vos (cosc zurückhalten, dob zwischen co n- und sechaim 
geschoben. — Für die 2. PL findet sich auch bar (für gewöhn- 
lich Possessivpronomen): no bor mairfither ihr werdet getödtet 
werden, ro bur fucc der euch brachte. 

203. Die enklitischen Elemente für den Dat. und Acc. 
der 3. Person sind schwerer bestimmbar und lassen sich nament- 
lich aus der Verschmelzung mit Präpositionen kaum noch ab- 
lösen. Im Plural besteht kein Unterschied der Geschlechter. 

Als Verbalobject (Acc. oder Dat.) lassen sich erkennen: -d 



Personalia. 



47 



(asp.) für Neutr., Masc, Fem.: rod chluinethar qtii id audivit; 
-n (asp.) für Masc, Neutr.: nin accend non eum videt; -a (asp.), 
für Plur., Neutr., Fem. (?): ra chualatar id audiverunt; da (asp.) 
für Plur., Fem., Neutr.: conda thanic eos adiit; -a (n-) } -d (n-) 
für Masc., Neutr. (?): rom-bertaigestar, rod m-bertaigedar er 
schüttelte sich; -s (n-), dos (n-) für Plur., Fem.: dos n-icfed er 
würde zu ihnen kommen; -s, dos für Plur., Masc, Fem., Neutr.: 
ros bia eis erit. 

Bisweilen steht das pronominale Element proleptisch, indem 
das eigentliche Object noch nachfolgt: dos leicim-se . . do-som 
in n-gai cétna -ich werfe denselben Speer nach ihm ScM. 10. 

204. Tabelle der Präpositionen verbunden mit den Per- 
sonalpronomen. Nur die wichtigsten Varianten sind aufgenom- 
men. Die in Klammern gesetzten Formen entstammen 
O'Donovan's Grammatik. 

Präpositionen mit dem Dativ: 



Sg. PI. 


Sg. PI. 




Sg. 


PI. 


ó, úa lat. a. 


oc apud 




f'tad 


coram 


1. uaim ilain 

2. úait úaib 

q M. úad, . m 
F. nadi 


1. acum oeainni 

2. ocut ocaib 

3. T-, " . ocaib 
F. aci 


1. 
2. 

3. 




fiadib 
fiadib 


do ad 


is infra, ós, úas supra 




re (n)-, 


rem ante 


1. dorn, dam dún 

2. daii, duit, deit dúíb 

o M. dem, dó 7 > -j 
ó. t, t, ' eloib 
F. di 


1 . issum [uasainn] 

2. [uasat] [uasaibh] 

B M.p*asa) úasa{b 

F. [naisti] 


1. 

2. 

3. 


n'ww, remum 

riut [remut] 

Acc.M. remi, 
F. rempe 


reunn, remunn 

[romliaibh] 

remib, rempu, 
rompa 


di de 


a, ass ex 




iaf (n-), 


iarm post 


l.diim diin,dind \.[asam] [asainn] 
2. diu diib 2. [asat] [asaibli] 


1. 

2. 







3. 



M. de 
F. di 



diib 3.?~' as . s '. essib, estib S.iarma 

F. essi, esti ' 



Präpositionen mit dem Accusativ: 

fri contra tar trans 

l.frim, friumm frinni l.[thorm] torunn l.immum 

2. frit, friut frib 2. torut [thorraib] 2. immut 

8 M. friss ^ ~ iu o M. tairis, ^ M J A , q M. wwfo', 



?mfc circa 



F. frie, fria 



M. tairis, {rsiu 
F. tairse 



F. impe 



immunn 
inimtb 

impu 



48 



VI. Pronomina. 



Sg. PI. Sg. PI. 

tri per eter inter 

1. triam triunni l.etrom etrunn 

2. triut trüb 2. [eadrat] etraib 

3 ' F.' Tee, tréthi t™u,trethu 3. etir etarru 

la mit, durch sech praeter 

1. lemm, liumm lenn, linn 1. [seacham] seclwnd 



Sg. 

1. 

2. cenut 

3. N. ceue 



1. cucciim 



PI. 



cen sine 



cenuib 
cenaib 



co ad 



2. 7«f, let 
M. ?ez'ss 



Zi& 



2. secliut [seachaibh] 2. e?(e?t£ 



cucunn 
cueuib 



3. 



F. Zee 



M. secha . mM . „„ „ o M. cwccz 
seccu.seocit o. tt, 
secce ' F. cuicce 



leu, lethu 3. p 



Präpositionen mit Dativ und Accusativ: 



cuccu, cncth* 



ar, air pro 

1. air in m erunn 

2. air int airib 

3. Dat. M. airi airriu, airthiu 

fo sub 

1. foum [fúinn] 

2. [/w*] [fúibh] 

3. M. /oi, F. [fuithi] foib 

[filtJia] 



for super 

1. form fomn 

2. /bri foirib 

3. Dat. M. /bir, F. fuiri forib 
Acc. F. forrae form 

i (n-), ind in 

1. indiumm indnmn 

2. innut indib 

3. Dat. M. indid, F. mcfo" mifo'fr 
Acc. M. ind, F. míe mfo'w. 



205. Dieselben pronominalen Elemente sind auch Verbal- 
formen im Sinne des Subjects und Objects suffigirt worden, be- 
sonders oft Formen des Verbi substantivi. Schon altirisch cd 
du bist, adib ihr seid, baan, ban simus, con-dan ut simus; 
ebenso ro bam fui, biam ero, ni pam non ero, ni dam non 
sum, bat sis (ni pat neben ni pa SC. 26); ccm dollot unde 
venisti (§ 302). 

Als Acc. oder Dat.: ainsiunn protegat nos (ainis protegat), 
taithiunn est nobis (taith est), tathut est tibi, gabsi cepit eum 
gabsus cepit eos (gabis cepit), marbthus occidit eos, boitlius 
erat eis. 

206. Das Genetivverhältniss wird durch Präpositionen um- 
schrieben, z. B. ni sochiide diib non multi ex eis, doch giebt 
es auch einige besondere Genetivformen, in der 1. Person Dualis 
nathar, in der 3. Person di, ae und de: cecldar nathar uterque 
nostrum; cecldar di, cechtar ae und cechtar de uterque eorum: 



Possessiva. — Selbst. 49 

caclt di, cach ae jeder von ihnen. Altir. di suum proprium, 
Gen. ind di tavrov, sui, PL inna n-di lccvtcöv. 

Possessiva. 

207. Die Possessivpronomina sind: 

Sg. mo, >?m(asp.)mein do, du (asp.^ dein a M. N. (asp.) sein, a F. ihr 

PI. ar oi- unser fam-, forn-, bor n- euer a n- ihr. 

208. Die Pronomina mo und do verlieren oft vor voca- 
lischem Anlaut ihren Vocal, in der Verquickung mit Präposi- 
tionen auch vor consonantischem Anlaut; anstatt do erscheint 
dann t, in erstereni Falle vorwiegend th: m'athir mein Vater, 
tti athair dein Vater. Mit Präpositionen: 6m, 6t, úat a meo, 
tuo (d); dorn, dot meo, tuo (r/o); dim, dit de meo, tuo (di); fom, 
fot sub meo, tuo (fd); form, fort super meo, tuo (for); frim, 
frit contra meum, tuum (fri); imm, it in meo, tuo (i n-); ocom, 
com (§ 108 b ), icim, iecot apud meum, tuum; immom circa meum. 

209. Von andern Verbindungen sind zu beachten: iarna 
nach seinem, iarnar n- nach unserem; rena, riana vor seinem 
(re n-)i fria gegen seinen, tria, trea durch seinen; inna in 
seinem, innar n- in unserem (i n-); md für imma um seinen, 
ihren; na für inna in seinem; do wird bei diesen Possessiven 
vor a zu di: dia seinem, ihrem, dia n- ihrem, diar a- unserem. 

210. Das Possessivpronomen bezeichnet beim Infinitiv das 
pronominale Object, seltner das Subject desselben: is cóir a 
thabairt dóib es ist gerecht, es ihnen zu geben: tair dam berrad 
sa komm mich zu scheeren; iarna thichtain 6 Róim als er von 
Rom gekommen war. 

Selbst. 

211. Der Begriff „selbst" wird durch verschiedene aber unter 

einander verwandte Compositionen ausgedrückt, die mit fc-, fa- 

(fo)- oder ce, ca beginnen: 

fein 1. 2. 3. Sg. eéin 1. Sg. fadém 1. 2. 3. Sg.; 

fésin 2. PI. féisin 3. Sg. F. [M.; 3. PI. 

f essin 3. Sg. M.; 3. PI.; 2. Sg.; cesin 3. Sg. fadesin 3. Sg. M.; 3. PI.; cadessin 3. Sg. 

fésine 3. Sg. PI. fadesine 3. PI. 

féisne 2. PI.: 3. Sg. F.; 3. PI. fadéisne 2. PI. 

f anisin 1. PI. canisin 1. PI. 

W indisch, Irische Grammatik. 4 



50 VI. Pronomina. 

Für fadéin, foäein findet sich auch bodein; die Formen 
fésin und f essin sind vielleicht identisch. 

Relativum. 

212. Das Relativpronomen a n- ist unveränderlich nach 
Casus, Numerus und Genus, und lautet dem Nom. und Acc. Sg. 
Neutr. des Artikels gleich. Es hatte ursprünglich ein s im 
Anlaut, das in der Verschmelzung mit consonantisch auslauten- 
den Präpositionen noch zu Tage tritt: frissa n-, lasa n- (§ 174); 
durch Verschmelzung mit do entsteht dia n- (vgl. § 209). Es 
steht entweder an der Spitze des Relativsatzes oder hinter den 
Partikeln, welche der Verbalform vorausgehen können: a n-as- 
biur quod dico; tresa m-bi per quam est; hua m-bí e quibus 
fit; do-rn-bert quem attulit; a forcital for-n-dob-canar doctrina 
quae vobis praecipitur (forchun praecipio). 

213. Das Relativpronomen ist oft weggelassen, besonders 
nach der relativ gebrauchten Negation na und dem indefiniten 
nech (§ 220); aber oft fehlt es nur scheinbar: it hé do-r-raid- 
chiuir sunt hi quos redemit (für do-an-ro-aidchiiiir). 

214. Das Relativpronomen wird auch als explanative Con- 
junction gebraucht, z. B. ron-gnüh dass es geschehen ist, seltner 
für sich allein im Sinne von „als", bildet aber vielfach einen 
Bestand theil zusammengesetzter Conjunctionen, z. B. am n- 
auf dass, damit, dia -n (Präp. di) wenn; ebenso haben in tan 
während, als, weil, 6re, iiair weil, amal wie das Relativprono- 
men nach sich: in tan m-bimmi cum sumus; húare m-bis quia 
est; amal fo-n-gniter wie verehrt werden (fo-gniu ich diene). 

Interrogativa. 

215. Das Interrogativum lautet für Singular und Plural 
ohne Unterschied der Geschlechter da und ce, ci, indeclinabel, 
substantivisch und adjectivisch gebraucht. Daneben findet sich 
ca, co in den Formeln cate, cpte quis est, quid est, cateet quid 
sunt; cani, cini warum nicht; can woher. 

Auch coich wird gleichbedeutend mit cia gebraucht: mich 
andso wer ist dies hier? 

216. Um die Geschlechter zu unterscheiden wird in der 



Indefinita. 51 

alten Sprache das Personalpronomen zugefügt: ce hé quis; ce 
si, cisi quae; ced, cid (für ce cd) quid. 

217. Die Frage wird immer so gewendet, dass das Inter- 
rogativum im Nominativ steht; andere Casusverhältnisse werden 
an einem nachfolgenden indefiniten oder relativen Pronomen 
ausgedrückt: cia dia tibertais rigi wem sie die Königswürde 
geben sollten; cia ar neoch dorrignis ad quid hoc fecisti. Bei 
adjectivischem Gebrauch findet die Flexion nur am Nomen statt: 
cia i n-olcaib in quibus malis. 

218. Ce rét welche Sache, ce airm welcher Ort, ce indas 
welcher Zustand verschmelzen zu crét, cairm, cindas. Es sind 
dies Fragesätzchen, denen der weitere Inhalt der Frage gewöhn- 
lich in einem Relativsatze nachfolgt: cia airm i n-dom facca 
welches der Ort, an dem du mich gesehen hast = wo hast du 
mich gesehen; cinnas rainnfither welches die Art und Weise, 
(in welcher) getheilt werden soll = wie soll getheilt werden. 
Mit einem Genetiv verbunden umschreibt cindas das lat. qualis: 
cindas in choirp i n-eséirset quali corpore resurgent. 

219. Cia, ce mit Conjunctiv wird im Sinne von lat. quis- 
quis und quamquam gebraucht; ce bé, cipe quisquis est; cia no 
betis fir in cóicid uli immond wenn auch die Männer der gan- 
zen Provinz um uns wären. 

Indefinita. 

220. Substantivisch nech quisquam, aliquis, ohne Unter- 
schied der Geschlechter, Gen. mich, Dat. do neuch, neoch, Acc. 
nech. Mit nachfolgendem Relativsatz (ohne Relativpronomen) 
entspricht es dem lat. is, besonders dem neutralen id, ejus von 
id quod, ejus quod u. s. w.: do dénum neich asberat ad agen- 
dum id quod dieunt. 

221. Adjectivisch nach {nach) ullus, aliqui, Neutr. na. 
Von Flexionsformen sind ausserdem belegt: Dat. do nach, Acc. 
M. und F. nach n-, Gen. F. nacha. 

222. „Etwas", lat. aliquid, ist gewöhnlich durch ni aus- 
gedrückt, nach Zeuss ein Substantiv in der Bedeutung res: 

mór ni magnum aliquid; na sothe i. ni dofuisim terra Gl. terrae 

4* 



52 VII. Zahlwörter. 

fetus, i. e. quocl generat terra. Sehr häufig ani (später inni) in 
der Bedeutung id quod, mit nachfolgendem Relativsatz, das sowohl 
ni mit dem Artikel, als auch das pronominale an-i § 195 sein kann. 

223. Substantivisch euch, mit dem Artikel in cdcli jeder, 
ohne Unterschied der Geschlechter; Gen. edich, Dat. do chdeh. 

224. Adjectivisch cech, cach jeder, Neutr. cech n-, cach n-; 
G. M. N. caich, cech, cach, F. cecha, cacha; Dat. M. F. N. cech, cach, 
Acc. M. F. N. cech n-, cach n-; PI. F. cecha, cacha-, Dat. cacha. 

225. Das adjeetivische cech, cach wird häufig mit den ver- 
bunden: cech den ein jeder. Mit nachfolgendem Zahlwort bildet 
es Distributiva: cach dd bini (§ 236). 

226. Nechtar einer von beiden, cechtar jeder von beiden. 

227. Die adjeeti vischen Pronomina nech und cech, cach haben 
oft di, ae im Sinne von lat. eorum nach sich (§ 206): cach di, cachae; 
neben cechtar di uterque in demselben Sinne auch cechtar de. 

228. Alle und alaile, araile alius, ule, aile ganz, all 
flectiren wie die nominalen Stämme auf ia (§ 115), mit Aus- 
nahme des neutralen Nom. Acc. Sg. aill, alaill, araill, aliud; 
nile bedeutet ganz, wenn dem Substantiv nachgestellt, all, wenn 
ihm vorausgehend. — Verschieden von aile ist ala (indecl.) ind 
ala (indara) alteruter; ind ala n-di (§ 206); ind ala . . alaile 
unus (alter) . . alter. 

VII. 

Zahlwörter. 

229. Cardinalia. Die Pünktchen bei den . . deac 11 u. a. deu- 
ten die Stellung des mit einer Zahl verbundenen Substantivs an. 



1 bin, óen 






12 dá . . déac 




2 dá, F. dí, N. dán-; 


de- 


• (Comp.) 


13 tri . . déac 




3 tri, F. teoir, N. tri; 


tre- 


(.Comp.) 


14 cethir . . deac 




4 cethir, F. cetheoir, 


N. 


cethir 


15 cóic . . déac 




5 cóic, cúic 






16 sé . . déac 




6 sé 






17 secht n- . . déac 




7 seclit n- 






18 ocht n- . . déac 




8 oct, oclit n- 






19 nói n- . . déac 




9 nói n- 






20 flehe 




10 deich ri- 






21 óen . . fichet oder den . 


. ar fichit 


ll óen . . déc oder déac 




25 eoie . . fichet oder cóic . 


. ar fichit 



VII. Zahlwörter. 



53 



30 tricha 

40 cethorcha oder da fichit 

50 cóica 

60 sesca oder tri fichit 

70 sechtmoga, -o 

80 ochtmoga oder ceM* /&c&# 

90 nocha 

100 céí oder cóic fichit oder rta cw*- 

cait 

118 ocfa tZéac ar chct 

120 /*c/&e . . ar chct 

150 cck'ca . . ar chct oder in cóicait 

152 dem eoieat ar chct 



180 ochtmoga . . ar c/iei oder 

200 dá cet (oder ceira coecait) 

212 detc/a ar äV& cetaib 

400 ee£/m* c/*ei 

1000 mile 

2000 di ww7i 

5000 eoie mili 

10000 dei'c/i «wi'Zi 

12000 dí míli déc oder dá sé mile 

100000 ce< mile 

1000000 mile mile. 



230. Die Flexion von da 2 sielie in den Declinations- 
paradigmen; neben dá eine Form dáu, dó für den Gebrauch 
ohne Substantiv. Die drei flectirt folgendermassen: 

Nom. M. tri F. teoir, teora N. tri (asp.) 
Gen. tri n- teora n- tri n- 

Dat. trih teoraib trih 

Ace. tri teora tri (asp.). 

Ebenso cethir, F. cetheoir, cetheora, N. cethir (asp.), daneben 
jedoch eine Form cethri, cethre für alle Geschlechter und Casus. 

231. Die Zehner sind Masculina, und flectiren wie cara 
§ 134: fiche 20, Gen. flehet, Dat. fichit; tricha 30, Gen. trichat, 
Dat. trichit oder trichait, und ebenso die folgenden Zehner. 

232. cét ist ein neutraler Stamm auf a (§ 110), mile ein 
femininer Stamm auf ia (§ 115). 

233. Ordinalia. 

10 dechmad 

1 1 óinmad . . déac 

12 ala . . déac, ind ala . . déac 

13 tris . . déac 

14 cethramad . . déac 
20 /*ctó 

23 ins . . flehet (Gen. des Card.) 
47 seehtmad . . cethorchat 
50 cóicetmad 



1 cáí- (in Comp.), c$ne 

2 tdnise, ala 

3 íris, iress- (Comp.) 

4 cethramad 

5 cóiced 

6 sessed 

7 seehtmad 

8 ochtmad 

9 nómad 



54 VII. Zahlwörter. 

Im Jahre 565: isin choiciud bliadain sescat ar CCCCC 
[cólc cétaib). 

234. Zahlsubstantiva: 

a) für Personen b) für Sachen 

1 óinar M. eine Person 

2 dias F. zwei Personen cléde Zweiheit 

3 triar drei Personen, drei Mann tréde Dreiheit 

4 cethrar cetharde 

5 cóicer 

6 seser 

7 mór-seser, -feser sechthe 

8 ochtar 

9 nónbar 

10 dechenbar deichthe. 

Besonders häufig der adverbiell gebrauchte Dat. Sg. mit 
dem Possessivpronomen: meisse móinur ich allein; a triar sie . . 
zu dreien, ihrer drei u. s. w. 

235. Die Multiplicativa werden ausgedrückt durch die 
Präp. fo, fa (unter) mit den Cardinalzahlen: fo dí, fa di zwei- 
mal, fo tliri, fo oclit, fo deich, fo ocht flehet (Gen. der Cardinal- 
zahl) vicies octies, fo choie sechtmogat septuagies quinquies; 
óinfecht, oenecht einmal (fecht Mal). 

236. Die Distributiva werden ausgedrückt durch Vor- 
setzung des Pronomens cach jeder: cach óen singuli, cach dá 
bini, cach tri terni u. s. w. 



VIII. 

Präpositionen. 

237. Den Dativ regieren: 
do, du (asp.) engl, to co n- mit fiad lat. coram 

di (asp.) von, lat. de re n- ria n- vor oc bei, lat. apud 
6, úa (asp.) von, lat. a iar n- nach is unterhalb 

ass, a aus, lat. ex ós oberhalb 



VIII. Präpositionen. 55 

238. Den Accusativ regieren: 
co zu, lat. ad tar, dar über, lat. trans eter lat. inter 

la bei, mit, durch sech lat. praeter, ultra echtar lat. extra 
fri gegen cen (asp.) ohne ol wegen 

tri durch imb, imm (asp.) um, lat. circa amal wie. 

239 Den Dativ und Accusativ regieren: 

ar (asp.) vor, für fo (asp.) unter 

i n- lat. in for auf. 

240. Nominale Präpositionen, welche den Genetiv regieren: 

ar chiunn } iar cid «. timchell circa, 

vor 
ar chenn ( ' for cúlu | hinter, dáig, fo däig\ 

i n-agid gegen, i n-dead, diaid Í nach fo, im dágin \ wegen. 



do eis hinter, nach, i n-degaid ) fo bith 

tar éis, est nach, für, dochum n- zu fo bithin * 

241. Von den § 237 — 239 aufgeführten Präpositionen 
kommen fíad, oc, is, ós, la, cen, echtar, ol, amal nicht in der 
Zusammensetzung mit Verbalformen vor; auch co ad und ó, úa 
von sind nicht vollkommen gesichert. Nur in der Zusammen- 
setzung sind erhalten ad- lat. ad\ aith-, aid- (ath-, ad-) wie- 
der, lat. re-, iterum; ind-, inn- got. and-; od- got. ut. 

242. Einige Präpositionen haben in der Zusammensetzung 
eine mit m- weiter gebildete Form: com- neben co n-\ iarm- 
neben iar n-; rem- für re n-; tairm-, tarm- für tar; tremi-, 
trimi-, trem- für tri; seclim- für sech. Die erweiterte Form 
wechselt mit der einfachen Form: conaitecht (con-aith-techt) 
petivit, comtachtmar petivimus. Vgl. iarom postea, riam antea. 

Für fri erscheint in der Zusammensetzung die ursprüng- 
lichere Form frith-, daneben eine erweiterte Form friss-, fress- : 
frescsiu Erwartung, für fres-acsiu (§ 54), fris-racacha speravi 
(fris-ro-ad-cacha). 

243. Im Altirischen, wie in den älteren Zeiten anderer 
Sprachen, werden die Verba oft mit mehr als einer Präposition 
zusammengesetzt: ad-chon-darc conspexi (aith-con); im-di-bnim 
circumcido; adoparar offertur (aith-od-berar, § 73). In vielen 
Fällen sind diese Präpositionen mit einander verschmolzen, und 
gewöhnlich nur dann von einander geschieden, wenn ein pro- 



56 



VIII. Präpositionen. 



nominales Object (§ 201) oder eine der Partikeln ro und do 
(§ 251) dazwischen getreten ist. Die Präposition do hat im 
Falle der Verschmelzung t im Anlaut. Häufig vorkommende 
Verschmelzungen sind z. B.: 

aus do-alr-, -ar- 
do-aith-, -aid- 



tair-, ter-, tar- 

taith-, ted-, tad- 

tess 

tó-, tu- 

tór-, tuar-, tur-, 

timm 

tin- 

tind- 

tetar- 

tód-, tiiad- 

diuä- (find-) 

faith-, fath- 

fód-, fúad-; túad- 

do-fuis-, tnis- 

hnmó- 

íarmó- 



do-ess 

do-fo- 

do-for- 

do-imm- 

do-in- 

do-ind- 

do-etar- 

do-od- 

di-od- 

fo-aith- 

fo-od; do-fo-od- 

do-fo-ess- 

imm-fo- 



iarm-fo- 

244. Diese Verschmelzungen können wieder mit andern 
Präpositionen verbunden sein: túarascbat proferunt, aus túar 
(do-for) -as-gahat; teccomnocuir accidit, aus ted (do-aith)-coni- 
nacuir. 

245. Bei der Zusammensetzung und Verschmelzung sind 
noch andere lautliche Vorgänge zu beachten: 

Assimilation zusammenstossender Consonanten: ad-cMu, at- 
chiu video (aith), Perf. stets acca (ath-ca-); at-hail und. epil 
interit; frecart respondit, für frith-gart, neben fris-gart; ad- 
glddur appello, neben dem Inf. accaldam; atreba habitat, für 
ad-treba; cunutgim architector, für con-ud-tegim; forócrad in- 
dicatus est, für fo-ro-od-garad; tuasidcud resolutio, für do-fo- 
od-salclud; teccomnocuir accidit, für do-aith-com-nacuir; éirge 
surrectio, für ess-rige; 

Ausstossung von Vocalen: aisndis exponere, für as-indis; 



IX. Verbum. 57 

tecmallad colligere, für do-aith-com-allaä; frecndirc praesens, 
für frith-con-dirc; 

Ansstossung von Consonanten: taimgert promisit, für do- 
(ur-con-gert; coimihecht Begleitung, Schutz, für com-im-thecht; 
dochoimmarraig spoliavit, für do-ehom-imm-ar-raig. 

246. Bisweilen ist die Präposition eines Decompositi, welche 
für die Bedeutung desselben besonders wichtig ist, noch einmal 
an den Anfang gestellt: comthercliomrac congregatio, für com* 
do-air-com-rac; huatuasaücthm absolutum, für ilad-do-fo-od- 
sailcthce; asréracM surrexit, für ass-ro-ess-racht, ebenso ess-éirge 
resurrectio, neben éirge (d. i. ess-rige) mit verdunkelter Präpo- 
sition. 

247. Die Präposition do erhält nicht nur in der Ver- 
schmelzung mit anderen Präpositionen, sondern auch bei inniger 
Verwachsung mit der Wurzelsilbe die Tenuis im Anlaut: toim- 
lim, tomlim consumo neben domelat consumunt; tabur, tabraim, 
taibrim ich gebe neben dobiur; tarab dedit neben dorat; tic 
venit, für do-ic, tdnac veni, für do-anac. Im Infinitiv, wo die 
Verbindung von Präposition und Verb unlöslich ist, erscheint 
auch die Tenuis ausnahmslos: toma'dt consumere, tabairt geben, 
tochimm schreiten (§ 77, doching er schreitet). 

247 b . Dieselbe Erscheinung zeigt sich auch oft an der 
Partikel do bei deren Verschmelzung mit pronominalen Suf- 
fixen (§ 251), besonders wenn die Präposition oder die Con- 
junction co(n) vorausgeht, die dann ihr n vor der folgenden 
Tenuis verliert: cotob sechaim ich tadele euch, für con-do-b- 
sechaim, coscaim ich tadele; cotagart convocavit eos, für con- 
da-gart, Praes. congairim; cutanméla er wird uns zermahlen, für 
con-do-n-mclo , Praes. melim ich mahle. 



IX. 

Verbum. 

248. Das Altirische hat drei Conjugationen („Series" in 
der Grammatica Celtica), welche der Reihe nach der lateini- 
schen dritten, ersten und vierten Conjugation entsprechen. Die 



58 IX. Verbum. 

Conjugationsunterschiede schwinden im Laufe der Zeit mehr 
und mehr. 

249. Es lassen sich Paradigmen von vierzehn verschiede- 
nen Tempus- und Modusformen' aufstellen, die jedoch nicht 
sämmtlich von einem und demselben Verb gebildet werden: 

1 Indicativ des Praesens 8 Reduplicirtes Futurum 

2 Conjunctiv des Praesens 9 Redupi. Futurum secundarium 

3 Imperativ 10 B-futurum 

4 Praesens secundarium 11 B-futurum secundarium 

5 Praesens der Gewohnheit 12 S-futurum 

6 T-praeteritum 13 S-futurum secundarium 

7 S-praeteritum 14 Perfectum. 

Dazu kommen noch einige schwächer belegte Bildungen, 
die § 304 ff. aufgeführt sind. 

250. Das Praesens secundarium entspricht im Gebrauch 
dem lateinischen Indicativ und Conjunctiv Imperfecti; die Futura 
secundaria entsprechen dem französischen Condicionel. Das 
Perfect hat präteritale Bedeutung. Die meisten Verba bilden 
nur ein Praeteritum und ein Futurum, abgeleitete Verba (in 
der IL und III. Conjugation) nur das S-praeteritum und das 
B-futurum. Diese beiden Tempora haben sich schon im Alt- 
irischen auch bei Wurzelverben neben anderen Bildungen ihrer 
Art eingestellt. 

251. Der Verbalform geht nicht selten eine der unüber- 
setzbaren Partikeln no, ro voraus. Die Verbalpartikel no tritt 
vor den Indicativ des Praesens, das Praesens secundarium, das 
Praesens der Gewohnheit, die Futura; ro vor die Praeterita, 
den Conjunctiv des Praesens, die Futura, das Praesens secun- 
darium, wenn es modal gebraucht ist, und giebt dem Indicativ 
des Praesens und dem Praesens der Gewohnheit präteritale 
Bedeutung, dem Conjunctiv des Praesens in Vordersätzen bis- 
weilen die Bedeutung des lateinischen Futuri exacti. Weniger 
scharf bestimmbar ist die Verbalpartikel do, in der altern 
Sprache oft nur als Stütze für ein enklitisch angefügtes pro- 
nominales Object gebraucht (§ 202), und in dieser Function 



IX. Verbum. 59 

wohl zu unterscheiden von der Präposition do, welche Verba 
composita bildet. 

252. Die Partikel ro ist in der alten Sprache sehr häufig 
zwischen die Präpositionen oder zwischen Präposition und Ver- 
balforni des Verbi compositi geschoben, wenn nicht eine Nega- 
tion (m, nd, ndd) oder die Fragepartikel in vorausgeht: for- 
ro-chon-gart praecepit, Praes. for-con-giir; durairngert er pro- 
phezeite, für do-ro-air-con-gert , vgl. taimgire Prophezeiung; 
fodaraithmine (qui) id memoret, für fo (for?) -da-ro-aith-mine, 
vgl. for-aith-minedar Dep. meniorat, for-aitJi-met memoria; as- 
ru-bartatar dixerunt, neben asbert dixit; at-ro-threb habitavit, 
später ro aittreb; dorolgetha remissa sunt, für do-ro-lugetlia, 
Praes. doluigim remitto; doreüced für do-ro-léced (Praet. Pass.), 
Praes. doUcim ich lasse, überlasse; torcliair er fiel, für do-ro- 
chair; foracab reliquit, für fo-ro-aith-gab, Praes. fdcbaim relin- 
quo; arna cerbarthar ne dicatur, für ess-ro-bertliar, Praes. as- 
biur dico; atraracht surrexit, für aith-ro-ass-racht , neben asré- 
racht § 246. 

253. Das Passivum hat, mit Ausnahme des Praeteriti, die- 
selben Tempora wie das Activum. Dem Passivum ähnelt formal 
eine deponentiale Flexion, wie im Lateinischen. Deponential 
kommen alle Tempora des Activs, mit Ausnahme der secundären 
vor. Die Verba deponentia, die schon im Altirischen auch 
active Formen bilden, verschwinden allmählig ganz als beson- 
dere Yerbalclasse, es dringen aber deponentiale Formen in die 
gewöhnliche active Flexion ein. Dies geschieht besonders im 
Conjunctiv des Praesens und in der 3. Sg. des S-praeteriti. 
Bereits im Altirischen haben das active Perfect und T-praete- 
ritum im Plural deponentiale Flexion. 

254. Der Indicativ und Conjunctiv des Praesens, das 
S-praeteritum und die Futura haben im Activ zwei Reihen von 
Formen. Es erscheinen Formen mit kürzerer Endung, wenn 
das Verb zusammengesetzt ist, oder wenn ihm eine der Par- 
tikeln no, ro (coro dass, damit), do, ni, nad vorausgeht (formae 
conjunctae), Formen mit längerer Endung dagegen, wenn das 
Verb für sich allein steht (formae absolutae). In der 1. Sg. 



60 



IX. Verb um. 



Ind. Praes. ist dieser Unterschied schon im Altirischen nicht 
streng durchgeführt. Das Neuirische hat im Praesens und 
Futurum nur die absolute, im Praeteritum, das gewöhnlich ro 
oder do vor sich hat, nur die conjuncte Flexion erhalten. 

Auch im Passiv und Deponens lässt sich dieser Unter- 
schied von conjuncten und absoluten Formen beobachten. 

255. Flexion der fünf ersten Tempora (§ 249), die als 
Praesensformen im weiteren Sinne des Wortes zusammengefasst 
werden können. Paradigmen: Conjugation I berimm ich trage, 
clo-biur ich gebe; II carimm ich liebe; III lécim ich lasse (dol- 
lécin), doUécim ich lasse los, werfe. Ueber den Unterschied von 
absolut (abs.) und conjunct (conj.) § 254. 



Activum. 

I II 

abs. conj. abs. conj. abs. 

1. Indicativ des Praesens. 

Sg. 1 berimm, dobiur carimm, no charu 

2 berij dobir cari, no chari loci, 

3 berid, dobeir carid, no chara Ucid, 
rel. beres, caras, léces, 

PL 1 bermme, doberam carmme, no charam lécmc, 

bermmit, carmmit, lécmit, 

2 berthe, doberid carthe, no charid Ucthe, 

3 berit, doberat carit, no cliarat lécit, 
rel. berte carate lécte. 



III 



conj. 



lécimm, dolléciu 
dolléci 
dolléci 

dolléccm 

dollécid 
dollécet 



2. 

dober 

dobere 

dobera 



Conjunctiv des Praesens. 



Sg. 1 bera 

2 bere 

3 berid 
rel. beras 

PI. 1 bermme doberam 

2 berthe doberid 

3 berit doberat 
rel. berte 



cara 
care 
carid 
caras 

carmme 
carthe 
carit 
carate 



coro char 
coro chare 
coro chara 

coro charam 
coro charid 
coro charat 



lécea 

léce 

lécid 

léces 

léeme 

lécthe 

lécit 

lécte. 



dolléc 

dolléce 

dollécea 

dollécem 

doUécid 

dollécet 



Praesens Activi. 61 

I II III 

Sing. Plur. Sing. Plur. Sing. Plur. 

3. Imperativ. 

1 her am earam lécem 

2 beir bir, berid car carid Uic Meid 
bertlte carthe Ucthe 

3 berad berat carad ecurat Uced Ucet. 

4. Praesens seeundarium. 

lno berinn nobermmís no charinn nocharmmís doUécwm dollécmís 
2nobertlta no bertlte no chartha no cliarthe dollécthea doUécthe 
3 no bered no bertis no cliarad no cliartís dolléced dolléctís. 

5. Praesens der Gewohnheit. 
3 noberend no charand noMcend. 

256. In der IL Conjugation wird statt -imm, -/, -hl, -it 
allniählig immer regelmässiger -ahn, -ai, -aid, -alt geschrieben, 
besonders nach breitem Yocal in der vorhergehenden Silbe: 
caraim ich liebe, molaim ich preise, scaraim ich scheide, comal- 
naim ich erfülle, adeobraim ich begehre, biathaim ich ernähre, 
techtaim ich habe. 

257. In der III. Conjugation dringt umgekehrt der dünne 
Yocal der Flexionssilben immer regelmässiger in die vorher- 
gehende Silbe ein: léicim ich lasse (§ 255), dolléicem wir lassen; 
<üim, no diliu ich flehe, bdigim ich kämpfe, guidim ich bitte, 
loiseim ich verbrenne, fodaüim ich theile, áirmim ich zähle, 
suidigim ich setze, ainmnigim ich nenne. 

258. Die Yerba der I. Conjugation schliessen sich in die- 
sem Streben nach Yocalassimilation entweder der IL oder der 
III. Conjugation an, so dass im Neuirischen nur noch diese bei- 
den Conjugationen zu existiren scheinen: gohaim ich nehme, 
maritim ich bleibe, canaim ich singe, tiagaim ich gehe, gonaim 
ich verwunde; dagegen saigim adeo, fodaimim ich erdulde, 
dligim ich verdiene, cingim ich schreite, lingim ich springe. 
Die ältere Sprache ist jedoch nicht immer consequent. 

259. Das doppelte m der 1. Sg. und PI. absoluter Flexion 
wird gewöhnlich einfach geschrieben. Yor den consonantisch 



62 IX. Verbum. 

anlautenden Endungen unterbleibt die Unterdrückung des thema- 
tischen Vocals, wenn durch dieselbe eine zu starke Consonanten- 
häufung eintreten würde: predchimme praedicamus (II). 

260. Verba composita haben schon im Altirischen in der 
1. Sg. Praes. oft die Form auf -im: for-chanim neben for-chun 
doceo, for-chon- grimm neben for-con-gur praecipio, fo-daimim 
patior, dollécim ich lasse, werfe; atchim Glosse zu ateoch ich 
bitte (ad-teoch), 3 ateich. Im Mittelirischen kommen in der 
I. Conjugation auch Formen mit auslautendem u vor, wie in 
der IL und III. Conjugation: tongu neben älterem tong ich 
schwöre (für do-fong). 

Einige Verba auf t der I. Conj. sind in der 3. Sg. con- 
juncter Flexion des Ind. Praes. unregelmässig gebildet: do-diat 
sistit, 1 do-diut sisto; tad-bat demonstrat, Pass. Sg. 3 tad-badar 
demonstratur; tin-fet inspirat, do-in-fedam inspiramus, tin-feth, 
-fed aspiratio. 

261. In der I. Conjugation finden sich alle Typen der 
lateinischen III. Conjugation wieder: 

alim ich erziehe (Praet. § 266, Fut. § 284), con-garim ich 
rufe zusammen, frecraim ich antworte (für frith-garim, Praet. 
§ 266, Fut. § 277), at-bail er stirbt (Praet. § 266, Fut. 277), 
fo-daimim ich leide (Praet. § 266, Perf. Dep. § 349, Fut. § 277, 
277), maraim ich bleibe (Fut. § 277), saigim ich suche auf, 
gabim ich nehme (Praet. § 271, Fut. § 277), canim ich singe 
(Perf. § 290, Fut. § 275), wie lat. ago, alo; 

melim ich mahle (Praet. § 266, Fut. 277), celim ich hehle 
(Praet. § 266, Fut. § 277), rethim ich laufe (Perf. § 295), cunutgim 
ich baue (Perf. § 295), cuintgim ich bitte, fordere (Praet. § 266, 
Fut. § 287), nigim ich wasche (Perf. § 295, Fut. § 287), ithim 
ich esse (Fut. § 287), wie lat. rego, tego; 

orcaim ich tödte (§ 284), gonaim ich tödte (Perf. § 295, 
Fut. § 280), wie lat. molo; 

tiagaim ich gehe (Fut. § 285), riadaim ich fahre, wie lat. 
dico, gr. örf/^ra; 



Praesens Activí. 63 

ibim ich trinke, sessaim ich stehe (Dep. § 336, Praet. § 340), 
wie lat. bibo, sisto; 

ad-grennim ich verfolge (Perf. § 295, Fut. § 287), fo-gliunn, 
-glennim ich lerne (Perf. § 295), cingim ich gehe (Perf. § 295, 
Fut. § 288), lingim ich springe (Perf. § 295, Fut. § 288), 
bongaim ich breche (Praet. § 266, Fut. § 287), tieim ich 
komme (§ 247, Perf. § 299, Fut. § 287, 284), wie lat. prehendo, 
jungo; einzig in seiner Art ist aingim protego, Sg. 3 conj. no 
ainich (Praet, § 266, Fut. 286, Inf. § 370); 

lenim adhaereo (Perf. § 300, Fut. § 276); glenim adhaereo 
(Perf. § 298, Fut. § 276), renim ich gebe (Perf. § 300, Fut. 
§ 276); crenim ich kaufe (Perf. § 298, Fut. § 310), benim ich 
schlage (Perf. § 296, Fut. § 310), clunim ich höre (Perf. 
§ 301, Fut, § 280), sernim consero wie lat. Uno, cemo. 

262. In der IL Conjugation giebt es 

a) Denominativa (Praet. § 269, Fut. § 282) wie lat. laudo, 
gr. r^uáco: biathaim ich ernähre, von Math Nahrung, adeobraim 
ich begehre, von aecobor Wille, Begierde, marbaim ich tödte, 
von marb todt; 

b) Wurzelverba wie lat. domo, sedo : molaim ich preise 
(Praet. § 269, Fut. § 282), scaraim ich trenne mich (Praet. 
§ 269, Fut. § 277), in-sddaim jacio. 

263. Ebenso giebt es in der III. Conjugation 

a) Denominativa (Praet. § 269, Fut. § 282) wie lat. cnsto- 
dio, gr. dXXáúoco, (pvláoúm : airmim ich zähle, von dram Zahl; 
cumachlaigim potior, von cumachte Macht, cumachtacJi mächtig; 
foillsigim ich offenbare, von follits, foülsech offenbar; sudigim 
ich setze, von sude Sitz; ailigim muto, von aile alius. 

b) Wurzelverba wie lat. fodio, gr. tsíqco, ráúúco: gudimm, 
no guidiu ich bitte (Perf. § 290), seuirvm ich spanne ab (Praet. 
§ 269), seuchim discedo (Perf. § 297), no rdidiu ich rede 
(Praet. § 269), tibim ich lache (Praet. § 269), rigim ich strecke 
aus (Perf. § 295). 

264. Zur III. Conjugation gehören auch die Verba cum 
ich sehe (§ 54; Perf. § 295, Fut. § 276) und gniim ich mache 
(Praet. § 273, Fut. § 277) mit ihren Compositis, z. B. adehiu, 



64 IX. Verbum. 

déccu ich sehe, dogniu ich mache, fognhi ich diene. Beach- 
tenswerth ist der Conjunctiv von dogniu: Sg. 1 dogneo, 2 dogné, 
3 dogné, PL 1 dognem, 2 dogneid, 3 dognet. Vgl. bin ich bin. 

264 b . Das Verbuni gudimm ich bitte schwankt zwischen 
der III. und I. Conjugation: no guidiu rogo III, nosn-guid 
rogat eos I. 

264 c . Die Wurzelsilbe gewisser Verba ist in manchen For- 
men schwer zu erkennen: 

W. av : con-ói, for-com-ai servat, Imperat. com-id servate, 
in der Gramm. Celt. zur I. Conj. gerechnet, aber nach der 
3. Praes. Pass. in for-dom-chom-aither servor (§ 329) zur 
III. Conj. gehörig; 

W. sav.no soi-sin avertis, do-soi convertit, «o ru tliói con- 
vertitur, do-soat convertunt, Pass. imme-soither quo convertitur 
(Ml. 61 a ) III; tintiiuth (do-ind-soidh) interpretatio, Uebersetzung; 

W. (p)ent:con etat assequuntur, Pass. ni étar non inveni- 
tur; do-éit, téit it, adit, Imperat. Sg. 3 taet, toet (für taeted), vgl. 
§ 64), er soll gehen, kommen, PI. 2 tait (für taitid) kommt, 
Praet. (oder Perf.?) dotltdet, totiwet; fris-tait (für -taitet) sie 
gehen entgegen, Fut. § 287; tuitim ich falle (do-fo-do-étim, 
§ 54), Fut. § 287. 

W. enciticim (für do-icim) ich komme, ricim (für ro-icim, 
ich erreiche, con-icim ich kann, Fut. § 287, 284, Perf. 299. 

6. T-praeteritum. 

265. Der Charakter t ist unmittelbar an die Wurzel an- 
gefügt. Der Plural hat in der 1. und 3. Person deponentiale 
Flexion (vgl. das Perfect § 290). Paradigmen von as-biur dico: 

Sg. 1 asruburt PI. 1 asrubartmar 

2 asrubirt 2 asrnbartid 

3 asrubert, -bart 3 asrubartatar. 

266. Ebenso bilden ihr Praeteritum folgende Verben der 
I. Conjugation, deren Wurzelsilbe auf r, l, c, g oder einen 
Vocal ausgeht: 



T-praeteritum Activi. 



65 



Praes. 


Praet. 3. Sg. 


Praes. 


Praet. 3. Sg. 


atbail (Sg. 3), 


atrubalt mortuus est ; 


cuintgim, 


conaitecht quaesivit ; 


alim, 


alt educavit; 


toraig, 


toracht venit; 


celim, 


celt celavit; 


arutaing, 


arutacht rcstauravit ; 


gelim, 


gelt depastus est; 


reficit, 




tomlim, 


dorumalt consumpsit; 


bongim, 


bockt brach, erntete, 


frecraim, 


frisgart respondit ; 




topaclit schlug ab; 


airimim 


arroét accepit; 


no anich, 


anacht protexit; 


doemim, 


do-r-ét velavit; 


iarmafoicli, 


iarfact, iarmifoacht 


äaimim 


ro dét passus est; 




quaesivit ; 


dinim, 


dith suxit; 


inchosig, 


inchoisecht significa- 


orcim, 


ro ort delevit;*) 




vit; 


éirgim, 


éracht surrexit; 


doindnaich, 


doindnacht tribuit. 



Isolirte Praeterita dieser Art sind noch atbath mortuus 
est; stacht, ro stacht, riacht pervenit. 

267. Das u in der 1. Sg. macht sich nicht immer geltend: 
dorét defendi (Praes. doemim), conaitecht quaesivi; in der 2. Sg. 
nicht immer das i: comtacht-su quaesisti; in der 3. Sg. finden 
sich im Mittelirischen auch Formen mit i: birt gebar, atru- 
bairt. In den Pluralformen ist das a in der Wurzelsilbe nicht 
regelmässig eingetreten: asbertatar dixerunt; in der 3. PI. kommt 
vereinzelt noch active Flexion vor : ad-ro-bartat obtulerant, 
geltat pasti sunt, conaitechtat quaesierunt. 

268. In der spätem Sprache geht das T-praeteritum in 
die Flexion des S-praeteriti über: Sg. 1 tormalttis consumpsi, 
2 do-r-ar-gertais-siu promisisti (taimgire Versprechen für do- 
air-con-gaire), 3. PI. atbertsat dixerunt, neuir. dubhras dixi; 
ro geltsat sie verzehrten; atbathsat sie starben (altir. atbathatar); 
altsat sie erzogen. 



7. S-praeteritum. 

269. Das S-praeteritum wird, wie das B-futurum (§ 282), 
vorwiegend von den Verben der II. und III. Conjugation ge- 
bildet. Die Denominativa sind auf dieses Praeteritum be- 
schränkt. Der Charakter s ist an den Präsensstamm angefügt. 



*) Zu beachten ist die Ausstossung des c in ro ort, vgl. § 53. 

Windisch, Irischo Grammatik. 5 



Qß IX. Verbum. — S-praeteritum. 

II III 

conj. abs. conj. abs. 

Sg. 1 ro chanis carsu clollécius lécsiu 

2 ro cliaris carsi clollécis lécsi 

3 ro cliar caris clolléic lécis 

PL 1 ro charsam carsimme dollécsem lécsimme 

2 ro charsid (carsté) dollécsid (lécste) 

3 ro charsat carsit dollécset lécsit. 

270. Für caris findet sich immer häufiger carais, ebenso 
scarais secessit u. s. w.; für dolUcius oft dollecus, ebenso im- 
rordus für im-ro-radius cogitavi. 

271. Von Verben der I. Conjugation gehört hierher altir. 
ro gabus cepi, Praes. gabim. Im Mittelirischen, überhaupt in 
der spätem Sprache, wird das S-praeteritum auch bei vielen 
andern Verben der I. Conjugation eine gewöhnliche Bildung. 
Ueber die Umbildung des T-pmeteriti und des Perfecti nach 
Analogie des S-praeteriti § 268 und § 303. 

272. Von der 3. Sg. conjuncter Flexion hat man die durch 
Vorsetzung von ro präterital gewordene 3. Sg. des Präsens 
wohl zu unterscheiden: Praet. ro chreit, Praes. ro chreti cre- 
didit; ro rigi er streckte aus. 

273. Das Praeteritum von do-gnüi facio zeigt unregel- 
mässige Erscheinungen: Sg. 1 dorignius, 2 dorignis, 3 dorigni, 
dorigéni, dorigenai, PL 1 dorigénsam, 2 dorigénsid, 3 dorigén- 
so*. Vgl. § 312. 

274. In der 3. Sg. findet sich oft deponentiale Flexion: 
ro cliarastar, ro suidigestar neben ro cliar, ro siiidig posuit. 

8. und 9. Reduplicirtes Futurum mit Condicioualis. 

275. Die Wurzelsilbe ist a) erhalten, b) nach Ausstossung 
ihres Vocals mit der Reduplicationssilbe zu einer Silbe mit é 
zusammengezogen (§ 75). Dieser Futurbildung folgen in der 
alten Sprache vorwiegend solche Wurzelverba, deren Wurzel- 
silbe auf r, l, m oder n auslautet vgl. das S-futurum § 285). 
Paradigmen zu a) von canim lat. cano, for-chun ich lehre 
(Perf. cechan § 290); zu b) von berimm ich trage, do-biur ich 
gebe (Praet. burt § 265). 



Reduplicirtes Futurum Activi. 



67 







8. Futurum 


• 






cor.j. 


a-bs. 


couj. 


abs. 


Sg. 


1 forcechun, 


cechna, cechnat 


dobér, 


béra, bérat 




2 forcechnae, 


ceclmae 


dóbérae, 


bérae 




3 forcechna, 


ceclinid, rel. cechnas 


dobéra, 


bérid, rel. béras 


PI. 


1 forcechnam, 


(cechnimmi) 


dobéram, 


bérmmi, -mit 




2 forcechnid, 


(cechnithe) 


dobérid, 


bérthe 




3 forcechnat, 


cechnit (rel. cechnite), 


dobérat, 


bérit) rel. bérte. 



9. Condicionalis (Fut. secundarium). 

Sg. 1 cechninn Pl. (cechnimmís) Sg. 1 bérinn Pl. bérmmís 

2 2 bértha bérthe 

3 cechnad ceclmitís 3 &éracZ bértís. 

276. Formen mit a) erhaltner Wurzelsilbe und Redupli- 
cation : 

ni didemam non patiemur, fodidmat patientur, Perf. Dep. 
damar, Praes. fo-daimim I; 

gignid nascetur, Perf. Dep. génar, Praes. Dep. gnaither 
gignitur III (§ 336); 

gegna ich werde tödten, Perf. gegon, Praes. gonaim I; 

no gigius rogabo, PI. 2 gigeste, ro gigsed petierit, Imperat. 
ni gessid nolite precari; 

adcichitis sie würden sehen, Perf. acca, Praes. adchüi III; 

dogega eliget, Perf. doróigu elegit, Praes. togaim (W. gus) I; 

asririti impendam, Perf. asrir, Praes. asrenim I; 

lilit adhaerebunt, Perf. Ml, Praes. lenim I; 

no giuglad adhaereret, Perf. ro giuil, Praes. glenim I; 

fo-chichur ich werde werfen, Fut. sec. Sg. 3 fochichred, 
wohl zu trennen von focheird er wirft, mit dem es LU. p. 70% 4 
zusammensteht (§ 295). 

Dazu kommt ein reduplicirtes S-futurum § 288. 

277. Wie b) dobér, béra sind gebildet: 
méraid manebit, Praes. marim I; 

frisgéra respondebit, Praet. frisgart, Praes. Sg. 3 frisgair I; 
scérmait discedemus, Praet. Sg. 3 scarais, Praet. scarim II; 
conscéra destruet, Praes. coscraim II; 
atbéla morietur, Praet. atrubalt, Praes. Sg. 3 atbail I; 

5* 



68 IX. Verbum. 

ébéla educabit, Perf. Sg. 3 ebail, Praes. eblim; 

nad cel quod non celabo, Praet. ro dielt, Praes. celim I; 

toméla consumet, Praet. dorumalt, Praes. tomlim I; 

dogén, digéon faciam, Praet. dorignius, Praes. dogniu III; 

etir-genat experituri sunt, Praes. itar-gninim sapio prudentia; 

cossénat contendent, Praes. cosnaim; 

du-em-sa protegam, diiéma vindicabit, Praet. dorét velavit; 

fodéma patietur, neben fodidmat patientur, Perf. damar, 
Praet. dét, Praes. fodaimim I; 

nod lemad der es wagen würde, Praes. Dep. ru-laimur 
audeo III; 

gébas qui capiet, Praet. ro gdbus, Praes. gabim I. 

278. Die Flexion dieses Futurs erinnert an den Conjunctiv 
des Praesens. Abweichend gebildet ist die 1. Sg. conjuncter 
Flexion, z. B. forcechun (wie im Ind. Praes. dobiur, dobitr); 
asririu impendam weicht auch in der 3. Sg. asriri appendat 
ab, vgl. jedoch § 310. 

279. Der Flexion nach gehört zu dieser Bildung das 
Futurum ohne Keduplication doreg, raga veniam: 

conj. abs. Condic. 

Sg. 1 doreg rega, riga, ragat doreginn 

2 dorcga rega, raga rigtha 

3 dorega ragaid, rel. ragas doragad 
PI. 1 doreg am rigmi, regmait 

2 doregaid rigthi 

3 doregat regait na rachdais. 

Das Aelteste ist e in der Wurzelsilbe; dafür auch i oder 
a, letzteres unter dem Einfluss des conjuncti vischen a dieser 
Bildung. Wenn sich gelegentlich auch die Schreibweise doréga, 
rigad (mit langem Yocal) findet, so ist dies eine Anlehnung an 
dobéra. 

280. Die unter a) genannte Bildung schwindet im Laufe 
der Zeit. Schon altirisch findet sich fodéma neben fodidma 
patietur, géna neben gegna ich werde tödten: for-chanub (B- 
futurum § 282) neben for-cechun docebo. Auch Anfügung des 
Charakters des B-futuri lässt sich vereinzelt nachweisen: ririub 



B-futurum Activi. ß9 

für altir. ririu vendam; con cechlafat audient zu dem Fut. Dep. 
ro chechladar § 346. So ist auch aus b) altir. berat feram 
neuir. béarfad entstanden. 

281. Die meisten alten Futura mit é haben diesen ihren 
Charakter in der spätem Sprache nur zu eó gewandelt, z. B. 
neuir. eibeólad ich werde sterben, Praes. eiblim (altir. Sg. 1 
atbel, Praes. Sg. 3 atbail), coiseónad ich werde verth eidigen, 
Praes. cosnaim, coingeobad ich werde halten, Praes. congbhaim 
(ein Compos. von altir. gabim capio), freigeórad ich werde 
antworten, Praes. freagraim. Dieser Bildung haben sich merk- 
würdiger Weise die Verba auf -igim und andere Denominativa 
angeschlossen: maireóbhad ich werde tödten, Praes. marbhaim 
(von altir. marb todt), ceingeólad ich werde binden, Praes. 
ceanglaim (von altir. cengal cingulum), foillseóchad ich werde 
zeigen, Praes. foillsighim (von altir. follus apertus). 

10. und 11. B-futurum mit Condicionalis. 

282. Diese Bildung findet sich, wie das S-praeteritum 
(§ 269), vorzugsweise in der IL und III. Conjugation. Die 
Denominativa sind auf dieses Futurum beschränkt. Es hat 
seinen Namen in Anschluss an lat. amabo, dessen Charakter 
auf die Wurzel bhü zurückgeführt wird. Der Charakter b oder 
f ist an den Präsensstamm angefügt. 

10. Futurum. 
II. III. 

abs. conj. abs. conj. 

Sg. 1 carfa, -fat, no charub léícfe, -fet, dolléciub 

2 carfe, no cliarfe léicfe, dolléicfe 

3 carfid, rel. carfas, no charfa léicfid, rel. lécfes, dolléicfea 
PI. 1 carfimme, -mit, no charfam léicfimme, -mit, dolléicfem 

2 carfithe, no charfid léicfithe, dolléicfid 

3 carfit, rel. carfite, no charfat. Uicfit, rel. léicfite, dolléicfet. 

11. Condicionalis (Fut. secundarium). 

Sg. 1 carfinn PI. carfimmis Sg. 1 léicfinn PL léicfimmís 

2 carfetha carfithe 2 léicfetha léicfithe 

3 carfad carfitís. 3 léicfed léicfitis. 



70 IX. Verbum. 

283. Der sonst unterdrückte thematische Vocal des Prä- 
sens ist vor dem Futurcharakter geblieben, wenn durch die 
Ausstossung eine zu starke Consonantenhäufung entstanden 
wäre. Hinter dem erhaltenen Vocal erscheint b statt f als 
Futurcharakter: predchibid praedicabit; foInibtJie regnabitis; do- 
sn-aidlibea visitabit cos, Praes. do-da-aidlca II adit eam. 

284. Das B-futurum ist nicht selten neben andern Futuris 
in Gebrauch: ni aicfea noii viclebit, neben ad-cichitis, Praes. 
adcMu; geinfes qui nascetur, neben gignid (§ 276). Es wird auch, 
überhand nehmend in der spätem Sprache, von Verben der 
I. Conjugation gebildet: do-iefa, Uefa veniet neben dem S-fut. 
tis veniam, Praes. tieim ich komme; arom-fo-imfea aeeipiet me, 
Praes. ar-fo-imim aeeipio; nodn-aüfca educabit eum, Praes. 
alim; oirgfiä interficiet (auch S-praet. oirgset devastaverunt 
neben dem T-praet. ro ort § 266), Praes. orgim, oreim § 67; 
dot-emfet-sii vindicabunt te (Ml. 112 e ), vgl. § 277. 

12. und 13. S-futurum mit Condicionalis. 

285. Dieses Futurum hat sehr oft Conjunctivbedeutung. 
Es wird wie das reduplicirte Futurum (§ 275), fast nur von 
Verben der I. Conjugation gebildet, und zwar von solchen, 
deren Wurzelsilbe auf einen Guttural, Dental oder ein s aus- 
lautet. Der Charakter s tritt unmittelbar an diesen Auslaut 
und assimilirt sich denselben (§ 54); die Schreibweise schwankt 
im Inlaut zwischen ss und s. In der spätem Sprache ver- 
schwindet dieses Futurum. Paradigmen von tiagaim ich gehe, 
for-tiagaim ich helfe. 





12. Futurum. 13. Coudicionalii 




conj. 


abs. 


Sg. 


1 fortias, 


tíasu téssinn, tíasainn 




2 forteis 


tési tíasta 




3 fortéi, -té 


téis téssed, tíasad 


PI. 


1 fortíasam, 


tésme, -mit tíasmaís 




2 fortésid, 


teste (i) téste 




3 fortíasat, 


tésit. téssitís, tíastís. 



286. Die 3. Sg. conjuncter Flexion hat in gewissen Fällen 



S-futurum Activi. 71 

auch noch den Wurzelvocal verloren: do-air, tair veniat {fair 
auch als 2. Sg., komm), 3. PI. tair sei, Perf. Sg. 3 tair nie (für 
do-air-anic, § 299); con-éit indulgeat, 1. PI. com-etsam, Praes. 
Sg. 3 com-etig I; ro am protegat, 3. PL ro ainset, Praes. Sg. 3 
no anich I; ar na dich, dig ne veniat, 2. Sg. co n-dechais dass 
du kommst, 2. PI. mani digsid, Praet. dechaid ('§ 302). 

287. Yerzeichniss von anderweitigen sicheren Beispielen 
des S-futuri (vgl. § 320 und § 343): 

no tes effugiam, Praes. techim, Perf. § 295; 

cu dusésa (für sés-sa) ut persequar, Praes. Sg. 3 do-seich 

inchoissised significaret, Praes. Sg. 3 in-chosig, Praet. § 262 

acht conetis wenn du nur betest, Praes. cv.intgim, Praet. § 262 

dufi vindicabit, Praes. Sg. 3 dofich: 

co du-di (vel co midithir) GL zu ut inducat ML 35 c , Praes. 
Conj. Sg. 3 do-da-decha Hy. 5, 81 (?); 

iarmid-oised (für -foised) der darnach fragen würde, Praes. 
Sg. 3 iarma-foieh, Praet. § 262: 

cia rosme obwohl wir erreichen, Praes. PI. 3 ni röchet; 

doindin tradet, doindnisin traderem, Praes. do-ind-naich, 
Praet, § 262; 

adnaissi sepelies, Praes. sec. Pass. adnaiethe sepeliebatur, 
Inf. adnaeul; 

co tora ut veniat, Praes. Sg. 3 toraig, Praet. 262; 

ro sia veniet, Praet. ro siacht § 262: 

do-fu-thris-se vollem, diWirais optabis, Praes. Sg. 3 di<- 
thraic vult (vgl. § 79), Perf. Dep. § 349; 

immeeh.oimairsed er würde fragen, Praes. Pass. Sg. 3 iwme- 
chom-arcar, Perf. Dep. § 349; 

condarias (Sg. 1) Gl. zu quae alligare compellor Ml. 21 b , 
Praes. con-riug ligo, vgl. § 288; 

corrius bis ich komme, ro is, ris-sa assequar, Praes. ru 
ieim, 3. ric; Perf. ro anae, rdnac § 299; 

co ti donec veniat, PI. 3 co tissat, Praes. tieim, Perf. § 299; 

conis poteris, ma choHsmis si id possemus, Praes. Sg. 3 
con-ic, Perf. Dep. § 347; 

comuir attinget, comairsem attingemus (Praes. com-air-ic-); 



72 IX. Verbum. 

* 

fuirsitis sie würden finden, Praet. Pass. f urecht inven- 
tum est; 

air-fum-ré-se nie detinebit, Praes. cid aridfuirig quid detinet; 

ni dérsid ne deserueritis, Praes. ni derig non amittit; 

nochon erus non surgam, ass-éirset resurgent, Praes. éirgim, 
Praet. as-réracht § 26 G; 

atresat surgent, Praes. PL 3 atregat, Praet. atracht § 266; 

dlessaind ich würde verdienen, Praes. dligim; 

doforms-sa lavabo, Praes. do-fo-nug (nigim), Perf. § 295; 

condesat exquirent, Praes. con-daig quaerit; 

ni suis ne adeas, Praes. saigim; 

ro sasat dicent, Praes. Sg. 3 rel. saigcs; 

toissed er würde schwören, ma fris-tossam si abjuraveri- 
mus, Praes. tong juro; 

fulós sustinebo, amal fundló wie er es ertragen wird, 
Praes. Sg. 3 fo-loing, vgl. § 288; 

nad fochomolsam quam non sustineamus, Perf. fo-coim-lac- 
tar pertulerunt; 

co chotabosad-si ut vos commiimeret (für condob-bosad\ 
Praes. coni-boing confringit, Praet. bocht § 266; 

arutais-siu reficies, Praes. Sg. 3 arutaing, Praet. § 266; 

ni cuimsimmis wir würden nicht können, Praes. Sg. 3 
cmnaing; 

in-restais invadere nitebantur Ml. 37 d , Praes. inrcith vastat 
(vgl. § 354 *); 

istais sie würden essen, Praes. ithim; 

fotimdiris suffias, Praes. fotimdiriut suffio; 

fris-tait opponunt (§ 264 c ), coni frithtaised ne opponeret; 

toethsaty totsat sie werden fallen, dofoethsad er würde 
fallen, con-dositis (für dothsitis?) ut caderent, Praes. tuitim ich 
falle (für do-fo-thitim, § 264 c ); 

co n-ddrbais ut demonstres, don-aid-bsed dass er zeigen 
würde, Praes. Sg. 3 du-ad-bat demonstrat, Pass. tad-badar; 

docói veniet, Perf. dochóid, -cliiíaid § 301; 

atchous nuntiabo, Perf. atchúaid exposuit § 301; 

don fe er führe uns, Praes. fedini, imme-fedat circumferunt 



S-futurum Activi. 73 

im-roimset peccabunt, Perf. Dep. imme-ni-mediar (lies: 
-medair) peccavit § 349; 

co ingriastais ut persequerentur, Praes. Sg. 3 in-greinn, 
Perf. § 295; 

288. Einige wenige Verba sind in einem S-futurum mit 
Reduplication nachgewiesen : 

co-riris-siu ligabis, neben Sg. 1 conda-rias § 287, Perf. 
reraig § 295, Praes. con-riug; 

silsimi-ni caedemus, Perf. Sg. 3 selaig (für seslaig) § 295; 

fo-lilsat sustinebunt, neben fo-losat, Praes. fo-loing, fu- 
laing tolerat; 

cichsed er würde gehen, Praes. cingim I, Perf. cechaing § 295 ; 

memais, commema wird fallen, brechen, PL 3 com-niébsat 
(für memsat), Perf. Sg. 3 memaid § 295 {maided clades); 

co tarblais du sollst springen, Perf. tarbling, leblaing, 
Praes. lingim (vgl. § 45). 

Zweifelhafter ist ni chaemais non poteris, ni caemsat non 
poterunt, neben ni cuimshi non possem, Praes. cumaing potest. 

289. S-futura mit erhaltenem Wurzelauslaut und s giebt 
es in der alten Sprache nicht. Die so angesehenen Formen 
beruhen entweder auf einem Versehen oder sind anders zu 
erklären; anstatt hona cumachtaigset quo non sint potituri 
(Z. 2 pag. 1094 zu pag. 468, 2) hat die Handschrift Jwna cumach- 
taigfet (Ml. 28% 12, ed. Ascoli); foniraithminset (Gl. zu memi- 
nisse Z. 2 p. 468, Stokes Goid. 2 p. 26) ist S-praeteritum. 

14. Perfectura. 

290. Das Perfectum kommt nie bei denominativen Verben 
vor. Die meisten Perfecta sind von Wurzeln mit mittlerem a 
gebildet. Hierbei lassen sich drei Typen unterscheiden: a) die 
Wurzelsilbe hat kurzes a, die Reduplication ist entweder er- 
halten oder abgefallen; b) die Wurzelsilbe hat langes a im Sin- 
gular, ob auch im Plural ist fraglich; die Reduplication ist ab- 
gefallen; c) die Wurzel- und die Reduplicatonssilbe sind zu 
einer Silbe mit e zusammengezogen. Paradigmen von canim I 
cano, gadim III oro, aith-gnim III cognosco: 



74 IX. Verbum. 

a) b) c) 

Sg. 1 cechan ro gdd aithgén 

2 cechan ro gdd aithgén 

3 cechuin ro gdid aithgéuin, -géoin 
PI. 1 cechnammar ro gadammar aithgcnammar 

2 cechnaid ro gadaid aithgénaid 

3 cechnatar ro gadatar aithgénatar. 

291. Die 1. und 2. Sg. werden durch Zufügung der Par- 
ticulae augentes sa- und su differenzirt: cechan-sa cecini, 
cechan-sa cecinisti. — Die Flexion ist in der 1. und 3. Plur. 
deponential (vgl. das T-praeteritum § 265); doch finden sich 
vereinzelt Formen wie gegnait occiderunt (LU. p. 23 b , 36) neben 
gegnatar, Sg. 1 gegon, Praes. gonaim. Auch in der 2. Plur. 
kommt im Mittelirischen eine deponentiale Form auf: altir. 
tancaid venistis (§ 299), mittelir. tancaibar, neuir. tdngabhar. 
— Vereinzelt sind im Plural absolute (§ 254) Formen gebildet 
worden: cachnaitir cecinerunt, älter cechnatar, tair-chechnatar 
vaticinati sunt; bdtir neben bdtar, ro bdtar fuerunt; memdaitir 
sie brachen; femmir wir schliefen (§ 295). 

292. Die Perfecta, welche wie a) cechan gebildet sind, 
haben oft die Reduplicationssilbe verloren, entweder spurlos, 
oder nachdem das e derselben die vorausgehende Partikel ro 
zu roi umgewandelt hatte (§ 19): for-roi-chan praedixit u. a. m. 
Einige Perfecta haben nirgends eine Spur der Reduplication 
erhalten: ad-chon-darc vidi, do-chóid venit (§ 302). 

293. Der Vocal der Reduplicationssilbe ist e, selten a: 
fris-racacha speravi zusammengezogen und assimilirt aus -ro- 
ad-cecha; später auch cachain cecinit, tathaim quievit. 

294. Das Perfectum ist unmittelbar von der Wurzel ge- 
bildet; Verschiedenheit je nach der Conjugation des Praesens 
ist nicht vorhanden. Durch Perfecta wie lil adhaesit, dedaig 
oppressit erweist sich der Nasal der Praesentia lenim adhaereo, 
dengaim opprimo als nicht zur Wurzel gehörig. Doch ist der 
inlautende Nasal vorwiegend mit in die Perfectbildung über- 
gegangen, bei Wurzelsilben auf nd, nn in allen Beispielen. 



Perfectum Activi. 75 

295. Verzeichniss von anderweitigen Perfectforrnen, die 
sich dem Paradigmen a) cechan anschliessen: 

fo-roi-chlaid effodit, rocechladatar suffoderunt, Imper. Pass. 
da dar; 

äessid co-nsedit, in-dessid insederat Ml. 20 a , PI. 3 desetar, 
in-destetar insiderunt Ml. 58 a (Wurzel sad); 

arob-rói-nasc despondi enim vos (für ar-fob-), 3 ro nenadsc, 
Praes. fo-naiscim I; 

gegon interfeci, 3 gegoin, geoguin, Praes. gonaim I, Fut. § 280; 

flu er schlief, PL 1 femmir, 2 febair, 3 feotar, Praes. 
Sg. 3 foaid (§ 56); 

do rertatar sie liefen, Praes. rethim, Fut. § 287; 

memaid brach, PL 3 memdatar, mebdatar, corraimdetar, Fut. 
§ 288; 

fochart ich warf, 3 fochairt, PL fochartatar, Praes. fo-clieird 
er wirft (vgl. § 276); 

taich confugit (Ml. 32 h taich geschrieben), PL 3 tachatar, 
Praes. techim, Fut. § 287; 

ad-roi-thach supplicavi, Praes. ateoch precor, Fut. § 287; 

ro selach ich schlug (für seslach), Praet. Pass ro slechta 
destructi fuerunt Fut. § 288; 

foselgatar illiverunt, Praes. fosligim delino; 

reraig porrexit, Praes. rigim; 

con-reraig ligavit, Praes. con-riug ligo, Fut. § 288; 

fonenaig purificavit, Praes. do-fo-nug lavo, Fut. § 287; 

ro senaich stillavit (für sesnaig), S-praet. Sg. 3 snigis; 

lelgatar (i. lomraiset LU. p. 57 b , 19), Praes. Ugim lingo (?);*) 

do ommalgg (om- ?) mulxi, Praes. bligim (§ 41); 

conrotaig exstruxit, Praes. cunutgim (für con-iid-tegim); 

rom ebail me educavit, rott eblatar te educaverunt (LU. 
p. 123 b , 124 a ), Praes. éblim, Fut. § 277; 

in-roi-grann persecutus sum, ad-roi-gegrannatar persecuti 
sunt, Praes. PL 3 in-gremiat, Fut. § 287; 

roe-glaind didicit, Praes. fo-gliunn disco; 

ro sescaind er sprang, Praes. sclnnim; 

Das -Buch von Leinster hat in demselben Texte fogeltat \§ 267). 



76 IX. Verbum. 

séscaing esiluit, Praes. scingim ; 

cechaing er ging, Praes. cingim, Fut. § 288; 

leblaing er sprang, Praes. lingim (§ 45), Fut. § 288; 

do-sephainn pepulit, PL 3 do-sephnatar , do-roiplmetar, 
tafnetar, Praes. do-sennim (§ 56); 

dedaig oppressit, Praes. ding im, PI. 3 fo-dengat opprimunt; 

combaig confregit (neben bockt § 266), Praes. Sg. 3 com- 
boing, Fut. § 287; 

focoimlactar pertulerunt, Praes. fo-loing sustinet, Fut. §287; 

fris-racacha speravi, acca, conacca vidi, Praes. ad-chiu, 
acciu video, fris-aicet opperiuntur, Fut. § 284 und § 346; 

do-ro-chair, torchair cecidit, PL 3 do-ciuchratar (LU. 
p. 54 a , 5), do-ro-cliratar, torchratar, Praes. arin-chrin interit, 
PL 3 höre arinchrinat quia intereunt. 

296. Von Wurzeln mit auslautendem a sind gebildet: bebe 
mortuus est (vgl. § 303); nachim rind-ar-pai-se quod me non 
reppulit, PL innarpatar (vgl. § 303), Praes. ind-ar-benim; imm- 
rera profectus est, Praes. im-raim (von der Seefahrt gebraucht). 

297. Dieselbe Bildung wie b) ro gdd ich bat, Praes. gudimm 
III, ist ro scdich, sedig praeteriit, Praes. seuchim III discedo. 

298. Zu c) ad-gén cognovi gehören von activen Formen: 
ar-ro-chér redemi, Sg. 3 do-rad-chidir redemit, Praes. 

crenim emo, taid-chur redemtio; 

ro giiiil adhaesit, Praes. glenim adhaereo, Fut. § 276; 
ro tais-feóin demonstravit, Praes. tais-fenat demonstrant. 

299. Sui generis ist das Perfectum anac (skr. änamga), 
do-anac, tdnac ich kam, Praes. Sg. 3 tic, PL 3 tecat; ro anac, 
rdnac ich erreichte, Praes. Sg. 3 ric, PL 3 recat. 

Sg. 1 tdnac PL 1 tdneammar 

2 tdnac 2 tdneid, später tdncaibar 

3 tdnic 3 tdneatar. 

Andere Composita sind: tairnic (do-air-anic) aeeidit, Fut. 
§ 286; imma-com-amic (-air-anic) dóib sie geriethen zusammen, 
Praes. imm-aircet (für -air-icet) conveniunt. 

300. Perfecta von Wurzeln mit i: 

lü adhaesit, PL 3 leltar, Praes. lenim, Fut. § 276; 



Perfectum Activi. 77 

rir dedit, as-rir vendidit, Praes. as-renat reddunt, Fut. 
§ 276; 

eich ploravit, Praes. ciid plorat, PI. 3 eilt. 

301. Perfecta von Wurzeln mit u: 

do-choad veni, 3 doclwicl, -clniaid, PI. 3 doclwtar, do- 
chúatar, Fut. § 287; 

ad-chiiaid exposuit, PI. 1 ad-cóidemmar traetavimus; 

do-rói-gii elegit, doroegu, clordiga, PI. 3 do-roi-gatar, 
Praes. to-gu eligo (W. gus), Fut. § 276; 

ro bd fui, 3 ro bói, ro bdi, reibi, bu, PL 3 bdtar, Praes. 
Uu (W. bliü); 

ro clu'iala audivi (§ 74), 3 ro cliuale, chúala, PI. 3 ro 
clmalatar, Praes. elunim (W. du). 

302. Das Perfectum fúar inveni ist wahrscheinlich in fa- 
ar zu zerlegen (fu Praep.), vgl. früh inventum est Perf. Pass. 
§ 328; 3 fúair, PL 1 füarammar, 3 fúaratar. 

Wie ein Perfectum flectirt lod, clollod ich ging, 2 dollot 
(mit suff. t § 205), 3 luid, dolluid, PL 1 lodomar, 3 lotar, 
dollotar, vgl. jedoch den Infinitiv dida, diu gehen. 

Nicht mit doclutaid ivit (§ 301) zu verwechseln ist dechad, 
deochad, dodeocliad ivi, 2 dodeochad, 3 decliuith, decliaid, do- 
deocliaid, PL 3 dechatar, tuidchetar, aber PL 1 dodechommar 
unregelmässig; vgl. das Futur § 286. 

303. In der spätem Sprache werden die alten Perfecta 
vielfach nach Analogie des S-praeteriti umgestaltet oder durch 
dasselbe ersetzt: tanaciis ich kam, Sg. 2 tanacais (§ 299); 
docln'iadiis ich kam (§ 301); cia ro tóipniset Gl. zu ce dosef- 
natar obwohl sie ihn jagten (§ 295); leblingsetar sie sprangen, 
tar-blingis er sprang, Praes. lingim (§ 295); neuir. ro chonnar- 
cas ich sah, altir. con-dare. So auch bebais er starb für altir. 
bebe (§ 296); co ro innarbsat reppulerunt (§ 296); Ulis ad- 
haesit für altir. lil: cichis ploravit für altir. eich (§ 300). 

Anderweitige Tempusbildungen. 

304. Auf anderweitige, sporadisch auftretende, zum Theil 
noch nicht völlig gesicherte Tempusbildungen hat zuerst Stokes 



78 IX. Verbum. 

aufmerksam gemacht in seinen Abhandlungen über das altirische 
Verbum (Beiträge zur Vergl. Sprachf. VI, VII). Vollständige 
Paradigmen lassen sich nicht aufstellen. 

305. B-praeteritum (a. a. 0. VII 31). SC. 35 wechselt 
feraib mit ferais er gab. Aehnlich anaib er blieb, neben anais; 
bruchtaib vomuit, neben briichtis; Sg. 2 ma ro sellaib i. ma 
ro sillis wenn Du gesehen hast Fei. Jul. 4. 

306. D-praeteritum (a. a. 0. VII 17), ist bis jetzt aus sehr 
wenigen, zum Theil unsichern Beispielen erschlossen: damdatar 
(i. forodmatar) passi sunt findet sich Fei. Oct. 15 in drei, Fei. 
Prol. 32 (i. ro damsat) in zwei Handschriften (etwa aus dad- 
matar umgestellt? § 80). 

307. U-praeteritum (a. a. 0. VII 54), wird wohl anerkannt 
werden müssen: riadu SC. 31, 12, von riadaim ich fahre; fuacru 
Hy. 5, 9 sie kündigte an, zu fócair (fo-od-gair) indicat. Vgl. 
altgall. sicoQov, ieuru fecit, verwandt mit altir. itlrad factum est. 

308. T-futurum (a. a. 0. VII 28). Sichere Beispiele sind 
atbert dicam, bertait sie werden davon tragen ScM. 4; mit un- 
verkennbarer Anlehnung an das reduplicirte Futurum (§ 277) 
mértait sie werden bleiben (LU. p. 35% 33) neben mérait; géb- 
tait capient (LU. p. 56 b , 26) neben gébait; taitnébtait sie wer- 
den scheinen (LU. p. 36 a , 6). Aehnlich mit Anlehnung an das 
B-futurum (§ 282) césfaitit sie werden leiden, und beut sie 
werden sein (Beitr. VII 35). 

Merkwürdig ist gabtait sie nehmen FB. 15, in der Erzäh- 
lung nach dem Praes. atafregat sie erheben sich. Vgl. § 309. 

309. Praeteritum auf 4a (a. a. 0. VII 27), scheint vorzu- 
liegen in sénta benedixit mit der Glosse i. bennachais, i. ro 
sénastar Hy. 5, 38; dobretha dedit TE. 5, FB. 38; alta edu- 
cavit CC. 3 Eg. neben alt. Hierher wird auch gehören ben- 
taiseom er schlug LU. p. 127% 4, PL 3 bentatar ibid. p. 64% 32, 
neben benais. 

310. Die von Ebel Gramm. Celt. 2 p. 447 und von Stokes 
a. a. 0. VII 7 als Aorist bezeichneten Formen dürfen wohl vom 
indogermanischen Standpunkte aus zum Theil so betrachtet wer- 
den, schliessen sich aber im Irischen, soweit sie conjunctivische 



Anderweitige Tempusbildungen. 79 

Bedeutung haben, dem reduplicirten Futurum an, nur dass ihnen 
die Reduplicationssilbe fehlt (§ 279): 

ni riet ne vendat, PL 3 ni riat mit conjunctivischer Flexion, 
während as-ririu impendam gegen die sonstige Regel in der 
3. Sg. as-riri bildet (§ 278), Perf. as-rir dedit, Praes. as-renim, 
érnim; 

ni cria ne emat, Praes. crenim, Perf. § 298; 

zu dofuibnim (do-fo-) succido, etirdibnim (etir-di), Com- 
posita von benim eaedo, gehörige Formen: Fut. Sg. 3 dorodba 
succiclat, PL 3 co eter-dam-dibet-sa ut me interficiant ML 44 c , 
Fut. sec. Sg. 3 co dufobath ut (omnem . . spem), incideret ML 35 c , 
oldaas itir-n-da-di-bed als dass er sie tödtete Ml. 45 c ; Pass. 
Fut. Sg. 3 co dafobither ut succidatur, co itirdibither ut peri- 
matur; 

zu dem Perfectum bebe mortuus est (§ 303) gehörige For- 
men: Fut. sec. Sg. 3 nom-baad dass man stürbe ML 23 d , PL 3 
nom-batis dass sie stürben. 

311. Noch nicht in jeder Beziehung aufgeklärt sind ge- 
wisse zu dem Praesens do-gniu gehörige Formen mit theils 
conjimctiv-futurischer, theils präteritaler Bedeutung. Sie ent- 
halten die Partikel ro zwischen der Präposition und der Verbal- 
form, und diese ist mit letzterer so eng verwachsen, dass das 
g derselben vor dem n nach den für den Inlaut geltenden Laut- 
gesetzen (§ 74) geschwunden ist: Sg. 1 secliichrnth dondrón 
quomodocunque id fecero, 2 act dorronai modo feceris; sec. 
Sg. 3 duronad fecisset; von diesen Formen steht die 1. Sg. 
dorón wahrscheinlich für vorhist. do-ro-gn-(o). 

Im Praeterituni stehen neben einander: 

Sg. 



PI 



a) 




b) c) 


. 1 dorignius feci 


dorónsa (Fei. Prol. 269) 


2 dorignis 




dorónais 


3 dorigni 




dorigéni doróni 


. 1 




dorigénsam 


2 




dorigénsid 


3 




dorigénsat dorónsat. 


Vgl. das Praet. 


Pass. § 327. Die Bildungen a) dorignius 



80 IX. Verbum. 

und c) dorónsa (für dorónus-sa) sind wahrscheinlich im Grunde 
nicht verschieden, dagegen erinnert dorigéni an das mit Re- 
duplication gebildete Futurum dogen faciam. 

Passivum. 

312. Das Passiv hat nur für die dritten Personen beson- 
dere Formen. Wie die übrigen Personen gebildet werden, lehrt 
§ 329. Paradigmen der Präsensformen I berim ich trage, II 
carim ich liebe, III lécim ich lasse: 

I II III 

abs. conj. abs. conj. abs. conj. 

1. Indicativ des Praesens. 

Sg. 3 berir, doberar carthir, no charthar léicthir, dólléicther 
PI. 3 bertir, dobertar caritir, no charatar Mcitir, dollécitcr. 

2. Conjunctiv des Praesens. 
Sg. 3 berthir, doberthar carthir, ara carthar léicthir, ara léicther 
PI. 3 bertir, dobertar caritir, ara caratar Mcitir, ara léciter. 

3. Imperativ. 4. Praesens secundarium. 

I II III I II III 

Sg. 3 berar carthar Miether no berthe no charthe no Micthe 

PL 3 bertar caratar léciter. no bertis no chartis no léictís. 

313. Für -ir, -thir, -tir findet sich auch -air, -thair, 
-tair : dlegair I debetur, derbthair III adprobatur. Die Unter- 
drückung des thematischen Vocals vor der Endung unterbleibt 
besonders dann, wenn durch dieselbe eine zu starke Consonanten- 
häufung entstehen würde: fo-éitsider III subauditur; du-fui- 
bniter I sueeiduntur (Praes. Act. benim); ar na tomnathar II 
ne putetur (Praes. Dep. do-moiniur); canitar I canuntor. 

314. Die Form auf -ar der I. Conjugation scheint auch 
als 3. Sg. Conjunctivi conjuneter Flexion vorzukommen: nom berar 
ferar, aber z. B. tiagar eatur (ohne vorausgehende Partikel) ist 
Imperativ. Deutlich unterscheidet die Conjunctivformen von den 
Indicativformeii do-gniu III facio und bin III sum: 3. Sg. Ind. 



Passivum . 8 1 

dognitlier fit, i m-bither in quo quis est, Conj. ma dngnether si 
fit, da bethir obwohl man ist, vgl. § 264. 

5. und 6. Reduplicirtes Futurum mit Coudicionalis. 

315. Paradigmen von berim ich trage, do-biur ich gebe: 

Futurum. Coudicionalis. 

Sg. 3 dobérthar, abs. bérthir bértha 

PI. 3 dobértar, abs. bértir bértis. 

316. Dieses Futurum bilden selbstverständlich die Verba, 
welche § 275 aufgeführt sind, z. B.: eter-scértar separabuntur, 
Praes. etar-scarim II; 3. Sg. géntir, dogéntar fiet, Praes. gniim, 
dognüi facio; dofuisémthar procreabitur, Praes. do-fuisim I ge- 
nerat (für do-fo-es-sim); furaithmenter dignus memoria ducetur 
(? ducitur Ml. 17 b ), Praes. Dep. for-aith-minedar III memorat. 

317. Reduplicirte Futur a ohne die Zusammenziehung von 
Reduplication und Wurzelsilbe zu einer Silbe mit é (§ 276) 
sind selten: asrirther reddetur, Praes. as-renim\ focicliertar 
ponetur, Praes. fo-cheirt, -clieird ponit. 

Zu dorega, ragaid ibit das Passiv doragthar, rigthir, rag- 
thair ibitur. Vgl. co dufobitlier § 310. 

"7. und 8. B-futurum mit Coudicionalis. 

318. Diese Bildung haben, wie im Activ (§ 282), die 
meisten Verba der II. und III. Conjugation. Paradigmen von 
carim II ich liebe, lécim ich lasse: 

Futurum. Condicionalis. 

II 

Sg. 3 carfidir, conj. ni carfider carftde 

PL 3 carfitir, conj. ni carfiter carfitis. 

III 
Sg. 3 Uicfidir, conj. doli éic fiel er leicfiäe 

PL 3 Uicfiür, conj. doUeicßer Ificfitis. 

319. Für -fidir findet sich auch -faidir, -ftfhir und (beson- 
ders nach Doppelconsonanz) -ebtliir, -ibilür; für -fider findet 
sich auch -faider, -fedar (-bedar), -fither, und (besonders nach 

Windisch, Irische Grammatik. " 



82 IX. Verbum. 

Doppelconsonanz) -abthar, -ébthar, -ibther: gairmebtair voca- 
buntur, von gairmim voco; ailebthair educabitur, von ahm 
educo; ni for-brisbcdar non obruetur Ml. 51 b . 

9. und 10. S-futurum mit Condicionalis. 

320. Paradigmen von dligim I inereo: 

Futurum. Condicionalis. 

Sg. 3 ro dlestar, abs. dlestir dlesta 

PI. 3 ro dlesatar, abs. dlesitir dlestis. 

321. Diese passive Bildung Laben die § 287 für das S-fu- 
turum Activi angeführten Verba, z. B.: 

duindnastar tribuetur, Praes. do-ind-naich I tribuit; 

adnastar sepelietur, adnacul sepelire; 

doformastar, tormastar augebitur, Praes. torniuig I äuget; 

ad-riastar (§ 21) alligabitur, Praes. ad-riug I alligo; 

for-diassatar opprimentur, Praes. for-dengat I opprimunt; 

co n-därbastar ut demonstretur, Praes. du-ad-bat I de- 
in ons trat; 

du-n-cl tastete Gl. zu deduci perraissus sit Ml. 45''; 

accastar , du-ecastar cernetnr, Praes. ad-cMu, déccu Iil 
cerno. 

322. Die Flexion des S-futuri erinnert im Activ an den 
Indicativus Praesentis der I. Conjugation; ebenso im Passiv, 
denn es finden sich hier in der 3. Sg. Formen auf -ar neben 
denen auf -tar: dufiastar (Ml. 27 c ) und co dufessar (Ml. 32 ( ) 
ut vindicetur, Praes. do-ficli I ulciscitur; co festar ut sciatur, 
und dia fessar si sciatur, Praet. fitir seit (§ 351); adfessar nun- 
tiabitur, Praes. ad-ftadaim; coni messar ut nihil estimetur 
Ml. 42 d , Fut. Dep. miastir judicabit, Praes. midiur judico; do- 
il ttasar eatur, Praes. do-thiagaim. 

323. Auch Formen mit Reduplication (§ 288) sind nach- 
gewiesen: rirastar ligabitur in cotan-rirastar-ni obligemur 
(§ 331), Praes. con-riug I; folilastce würde ertragen werden, 
Praes. fo-loing I sustinet; atat-cliigestar videris (§ 331), Praes. 
ad-chhi video; fortut brágit bibsedar LU. p. 125, Praes. bon- 
gaim ich breche? 



Passivum. 83 

11. Practeritum. 

324. Der Charakter des Praeteriti Passivi ist t, das ent- 
weder unmittelbar an die Wurzel oder an den Präsensstamm 
angefügt ist. Paradigmen von dobiur I ich gebe, carim II ich 
liebe, lécim III ich lasse: 

I II III 

Sg. 3 dohreth ro cliarad ro léced 
PI. 3 dobretha ro chartha ro lécthea. 

325. Für das breth in dobreth haben andere Composita 
-bred, -brath, -brad : as-ro-brad dictum est, ad-ropred oblatus 
est (ad-ro-od-), Praet. Act. asrubart dixit, adopert obtulit; eben- 
so dorairngred promissum est (do-ro-air-con-gred), forruchon- 
grad praeceptum est, Praet. Act. doralmgert promisit, forcon- 
gart praecepit, Praes. for-con-gur praecipio. In diesen Fällen 
hat die Wurzelsilbe die Gestalt bre, bra (vgl. skr. bhri), gre, 
gm angenommen. Ebenso bildet eblim ich erziehe (Fut. § 277, 
Perf. 295) eblad, rom-eblad-sa educatus sum § 329; Sg. 3 
toimled, PI. 3 ro tomlithea consumpti sunt (LU. p. 34 b , 19), 
Praes. tomlim; dagegen von alim educo ro alt educatus est, 
Praet. Act. ro alt § 266). 

326 a . Aus wurzelhaftem Guttural und t wird cht: 

airecht wurde gefunden, Praes. Pass. air-ecar I invenitur, 
Perf. Act. arnic, tarnic § 299; 

für echt wurde gefunden, Praes. Act. fo-ric I (d. i. fo-ro-ic) 
invenit, Perf. Sg. 3 fornic (für fo-ranic), Fut. § 287; 

huare ro slechta quia destructi fuerant, Perf. Act. ro selaig; 

läse forruillecta postquam illita sunt (für fo-n-ru-slecta), 
Praes. fo-sligim I delino; 

ro adnacht wurde begraben, Praes. sec. PI. 3 no adnaictis 
I sie begruben, Fut. § 287, Inf. adnacid; 

ro ort wurde getöcltet, PI. 3 ro orta, Praet. Act. ro ort 
§ 266, Praes. orgaid I caedit, Inf. orcun; 

326 b . Aus wurzelhaftem Dental oder s und t wird ss, s 

(§ 54): 

6* 



34 IX. Verb am. 

ro fess scitum est, PI. ro fessa, Praet. Dep. fetar scio 
(§ 351), Inf. fiss; 

ro das, fo-class wurde gegraben, Imper. Pass. Sg. 3 cladar I, 
Perf. Act. fo-roichlaid effodit § 295; 

do-chiias itum est, Perf. Act. do-dióid, -chtlaid er ging; 
ad-cliiias nuntiatum est, Perf. Act. ad-cliiiaid nuntiavit; 

fo-cress wurde geworfen, Praes. Act. fo-cheird I er wirft, 
Perf. fo-chart ich warf (focrcss mit Gestaltung der Wurzelsilbe 
wie in dobreth (§ 325); 

ro chloss wurde gehört, Praes. Dep. cloor audio (W. eins 
§52); 

ad-chess, accas visum est, PI. atchessa, Praes. Act. ad-chiu 
III, Perf. acca vidi, Fut. ad-cichset (W. cas § 264). 

326 c . Wurzelhafter Nasal vor t ist mit Ersatzdehnung ge- 
schwunden (§ 74): 

ro chét cantus est, PL ro diéta, Praes. Act. canim I, Perf. 
cechan ; 

do-reiset profusus est (für do-ro-es-set), Praes. Act. do- 
esmet I profundunt, Fut. Pass. § 316 (W. sem); 

ro goet, gaet wurde verwundet (§ 74), Praes. Act. gonim I, 
Perf. § 295, Fut. § 280; 

326 d . In Verben wie benim caedo, renim do (§ 261) ge- 
hört der Nasal nicht zur Wurzel, der Charakter des Praet. 
Pass. ist unmittelbar an den vocalischen Auslaut derselben ge- 
treten: Sg. 3 imm-ruidbed in immnm-ruidbed circumeisus sum 
§ 329, Praes. im-di-bnim circumeido; PL 3 ani asatorbatha id 
ex quo ejeeti sunt (für as-an-do-fo-ro-batha), Praes. do-fui-bnim 
sueeido; PL 3 ro ratlia sind gewährt, Praes. renim ich gebe. 

327. Die meisten Verba der II. und III. Conjugation, be- 
sonders alle Denominativa, fügen den Charakter t an den Prae- 
sensstamm: ro erbad commissum est, PL ro airptha, Praes. 
erpimm (§ 35) committo; ro nóibad sanetificatus est, Praes. 
nóibaim II (nóib, nóeb heilig); doratad datum est, PL dorata 
(§ 64), Praet. Act. doratus dedi; ro fóided missus est, PL ru 
foitea, roitea, Praes. fóidim III; du-rolged, -roilged remissum 



Passivum. 85 

est, PI. dorolgetha, äerlaichta, Praes. do-luigim III; ro stidiged 
positus est, Praes. sudigim III (sude Sitz). 

Nicht anders gebildet ist ro gniith, ro gnlth factum est, 
PI. cain ro gnata (lies gnatha) bene acta sunt Ml. 39 a ; Praes. 
gniim III; dorigned factum est, Praes. do-gniu, dazu auch mit 
anderer Gestaltung dorónad factum est, PL dorónta (§ 311). 

328. Gewisse Verba der I. Conjugation haben das t nicht 
unmittelbar an die Wurzel gefügt: ro gabad captus est, Praes. 
gabim I capio; foracbad relictus est (für fo-ro-aith-gabad) } 
Praes. fácábaim, fdcbaim (fo-aith-gabaim) relinquo; PI. dorur- 
gabtha sunt prolata (für do-ro-for-gabtha); ro coscad correptus 
est, Inf. cosc (für con-sech-). 

So wohl auch doroigad electus est Ml. 123 a , Perf. Act. do- 
rói-gu elegit, Praes. togu, togaim (W. gus § 52), doch ist es 
fraglich, ob das Praesens zur I. Conjugation gehört. Isolirt 
sind früh, fofrith inventum est, PL foritha, Perf. Act. fúar in- 
veni § 302. 

Die ersten und zweiten Personen im Passiv. 

329. Um die ersten und zweiten Personen auszudrücken, 
ist der 3. Sing, das betreffende Pronomen in seiner enkliti- 
schen Form vorgestellt, angefügt an eine Partikel, oder, wenn 
das Verb ein Compositum ist, an eine Präposition (vgl. § 201). 
Paradigmen nom berar feror von berim fero, immum-midbed 
circumeisus sum, Praet. (§ 326 d ) von dem Compositum im-di- 
bnim circumeido (benim caedo): 

Sg. 1 nom berar -sa immum-ruidbed 

2 not berar-su immtit-ruidbed 

PL 1 non berar-ni immun-ruidbed 

2 nob berar -si immub-ruidbed. 

Ueber -sa s -su u. s. w. § 193. 

330. Ebenso die übrigen Tempora des Passivs: nob crete 
credebamini (Praes. sec), Praes. Act. cretim III credo; nom 
Mnfider-sa complebor, Praes. Act. Unaim II compleo; nib kc- 
fitlier non salvabimini, Praes. Act. iccaim II salvo; co dob- 
emthar-si defendamini (Fut), Fut. Act. dii-ema vindicabit. 



8ß IX. Verbum. 

331. Das Pronomen ist auch an die Partikel clo angefügt, 
mit dieser zwischen Präposition und Verb geschoben: atam- 
roipred consecratus sum Ml. 44", Praes. adopitir offert (§ 35), 
cotob-scchfidor instituemini, Inf. cosc (d. i. con-secli) instituere; 
cotan-rirastar-ni obligemur (§ 323), Praes. con-riug ligo; atat- 
cMgestar videris (für ad-dot-chichestar), Praes. adchiu video. 

332. Im Neuirischen wird das selbständige Pronomen in 
seiner Accusativform nachgesetzt, z. B. von molaim II ich preise 
•noltar nie ich werde gepriesen: 

moltar mé PL moltar hin oder sinn 
moltar thú moltar ibh oder sibh 

moltar é moltar lad. 

Deponens. 

333. Die deponentiale Flexion findet sich in allen drei 
Conjugationen, besonders häufig bei den Denominativen der 
III. Conjugation. Die Conjugationsunter schiede treten nicht 
scharf hervor. Ueber das Auftreten der deponentialen Formen 
vgl. § 253. Paradigmen Conj. I sechur sequor, II lábrur loquor, 
III midiur judico: 

1. Indicativ des Praesens. 2. Conjunctiv des Praesens. 



I 


II 


III 


1 


II 


III 


Sg. 1 sechur 


labrur 


midiur 


secher 


labrar 


mider 


2 sechther 


labrither 


mitter 


sechther 


labrither 


mitter 


3 sechethar 


Jabrathar 


midethar 


sechethar 


labrathar 


midetha i 


abs. sechidir 


labridir 


miäidir 


sechidir 


labridir 


mididir 



PI. 1 sechemntar labrammar midemmar sechemmar labrammar midemmar 

2 sechid labrid midid sechid labrid midid 

3 sechetar labratar midetar sechetar labratur midetar 
abs. sechitir labritir. miditir. sechitir labritir miditir. 

334. Die conj mieten Formen herrschen im Gebrauch vor, 
sie stehen oft relativ ohne vorausgehende Partikel: iuti labra- 
thar is <|ui Loquitur; cruthaigedar (Gl. zu plasmantis) qui formal 
Die 2. PL hat in der alten Sprache nur active Form; die späteren 
deponentialen Formen aui -bar, -bair scheinen uur in präteri- 



Deponens. 87 

talem Sinne vorzukommen. In der 1. PI. giebt es auch absolute 
Formen auf -mair, -mir. 

An Stelle von -ur rindet sieb auch -or, an Stelle von -idir 
auch -ithir, an Stelle von -ethar, -atliar auch -edar, -adar, vgl. 
§ 319. Im Mitteliriseben steht die 1. Sg. auf -or, -ur im Sinne 
des Conjunctivs: con acor ut vicleam, co ro acüliur ut appellem. 

335. Namentlich in der 2., aber auch in der 3. Sg. Con- 
junetivi kommen merkwürdige Formen auf -ra, -thera, -ihre 
vor*): Sg. 2 nit dgara fürchte dich nicht SC. 40: dia n-accara 
cum videris L. Breac p. 47 b , 41; atchitliera quos videas ibid. 43; 

3 dianus faccara cum cum viderit ibid. p. 69 b , 28; mada 
findara in cach „if every one knows or finds out" Sench. M. III 
p. 12, 23; num sichethre sequatur me Cod. Cam. (Z. 2 p. 1005). 

Aehnliche Formen im S-futurum § 344. 

336. Yerba, welche mehr oder weniger consequent depo- 
nentiale Formen haben: 

adglddur I appello, 3 ad-gladathar, Conj. Sg. 1 co ro acüliur 
ut appellem (§ 334), Praet. § 339, Fut. § 346, Pass. Praes. 
Sg. 3 adglddar, Inf. accaldam; 

agur, adagur I timeo, 3 nt agathar, Conj. Sg. 2 ni aigther 
ne timeas, nit dgara § 335, Fut. § 341, Inf. aigthiu; 

cloor ich höre, Conj. Sg. 2 con dam clüoitlier-sa ut audias 
me Ml. 21 b , 3 ro dam cloathar qui me aucliat, Fut. § 346; 

clunim I ich höre, 3 ms cluinethar non audit, Conj. Sg. 3 
ro dorn chiinedar qui me audiat, Perf. § 301. Pass. Praes. Sg. 3 
ni cluiner (später clninter) non auditur; 

ad-chiu, déccu III video, Conj. Sg. 1 con acor, aceur ut 
videam (§ 334), 2 dia n-accara, atchitliera (§ 335), 3 con ac- 
cadar ut videat, PL 1 mani decamar nisi attendamus, Perf. 
§ 295, Fut. § 346 und § 288; 

do-moininr III puto, 2 domointcr. 3 do-aith-minedar com- 
monet, Conj. PL 1 con der-memammar ut obliviscamur, Perf. 
g 347, Pass. Praes. Sg. 3 fur-aitk-menter (Futurum? § 316): 

* Belegstellen für solche formen in <l*'n Lesestücken l 49. Ich 
verdanke den Nachweis 'kr meisten einer brieflichen Mittheilung von 

v t"kes. 



88 IX. Verbum. 

atliichur budi refero gratias, do-atlucliur neben duthluchim- 
se III peto, 3 diithluchedar postulat, PL 1 itlochamar wir danken, 
Conj. Sg. 1 co datlucher ut efflagitem, cia flu todlaiger-sa quam 
justa postolem, Praet. § 340, Fut. atliichfam buidi gratias age- 
mus, Inf. atlugud; 

ar-asissitir-sa innitor, fo-sisiiir coniiteor, 2 an dun-er- 
issider-su Gl. zu adstante te Ml. 38 c , 3 assissedar er bleibt 
stehen, läse ar-asissedar cum fuerit innisa, PL 1 fob-sisimar-ni 
wir erklären euch, 3 ar-asissetar innituntur, fris-tair-issetar 
obsistunt, fosissetar confitentur, Conj. Sg. 2 fosisider-su profi- 
tere, Praet. § 340, Fut. § 342, Inf. sessom, sessam Stehen, tair- 
issem (do-air-) constantia; 

gainethar generatur, gnaither gignitur, PL 1 ad-gainermnar- 
ni regeneramur, 3 gnitir gignuntur, Perf. § 349, Fut. § 346; 

do-cuirinr III ascisco, 3 docuiretliar , PL 3 hi cuiretar in quo 
ponunt, imme-churetar tractant, ni er-chuiretar non evertunt, Conj. 
Sg. 1 cura dichuirer GL zu deleam, Praet. § 340, Fut. § 342; 

dofuislim labo (do-fo-es-salim), 2 tuislider laberis, Conj. 
Sg. 3 diifuisledar Gl. zu ut . . possit elabi (ML); 

rolaimur III audeo, Conj. Sg. 1 rolldmar ausim, Perf. 
§ 349, Fut. § 277; 

molim und molor II laudo, ro molur laudavi, 3 no mola- 
dar, Fut. § 342, Pass. Praes. Sg. 3 no moltar; 

intsamlur, insamlur imitor, Conj. 1 insamlar; 

comalnaim II impleo, 3 comalnathar , PL 3 comalnatar 
qui implent, Conj. Sg. 3 arin chomalnathar ut id expleat; 

beoigidir vivificat, ciiimnigedar qui reminiscitur und an- 
dere Denominativa der III. Conjugation (Praet. § 269 oder 
§ 338, Fut. § 282 oder § 341). 

337. Im Praesens secundarium und im Imperativ haben 
die Deponentia active Flexion: Praes. sec. Sg. 1 atat-gladainn- 
se cum te convenirem; no arsissinn inniterer ML 44 d ; adagain- 
se verebar ML 63 d ; 3 nachib mided ne vos judicet; Imper. Sg. 2 
atlaigthe bude refer gratias. Oft wird die 2. Sg. Conjunctivi 
des Deponens im Sinne des Imperativs gebraucht: fosisider-su 
profitere; niis coirther ne posueris eam. 



Deponens. 89 

3. S-praeteritum. 

338. Das S-praeteritum wird besonders häufig von Verben 
der III. Conjugation gebildet. Paradigmen von labrur II loquor, 
III sudigim pono: 

II III 

Sg. 1 ro labrasur ro sudigsiur 

2 ro labriser ro sudigser 

3 ro labrastar ro sudigestar 
abs. labristir sudigistir 

PI. 1 ro labrasammar ro sudigsemmar 

2 ro labrisid ro sadigsid 

3 ro labrasatar ro sudigsetar 
abs. labrisitir sadigsitir. 

339. Auch hier sind neben den deponentialen Formen die 
activen in Gebrauch: labrais er sprach, neben ro labrastar; 
ro sudig er setzte, neben ro sudigestar; acallais er redete an, 
neben acallastar später aicillestar (nach der III. Conj.?). Be- 
sonders beliebt ist die conjuncte 3. Sg. in deponentialer Flexion, 
auch bei Verben, die sonst nur activ flectiren: ro gudestar Gl. 
zu ro das gaid er bat sie (Perf.); ro éirnestar Gl. zu asrir 
dedit (Perf.), Praes. érnim d. i. as-renim; ro charastar Gl. zu 
carais (Hy. 5). Im Mittelirischen kommt eine deponentiale 
Form auf -bar, -bavr vor: doronsabair fecistis (§ 291). 

340. Beispiele des S-praeteriti von den § 333 ff. verzeich- 
neten deponentialen Verben: ro sechestar consecutus est (Sg.); 
dia-rii-muinestar quibus destinavit (Wb.), neben ro ménar 
§ 347; atlaigestar er dankte; fu-ro-issestar confessus est (ML); 
do-ro-chnrestar exciverat. 

4. B-futurum. 

341. Die deponentialen Formen sind weit seltner als die 
activen und sind neben diesen in Gebrauch. Eine vom Activ 
verschiedene secundäre Form ist nicht vorhanden. Paradigmen 
von agur, od-agur I timeo, labrur II loquor, sudigim III pono: 



90 IX. Verbum. 

III II I 

Sg. 1 no sudig f er no labrabar adaichfer 

2 no sudig fider 

3 no sudigfedar no labrabadar adaichfedar 
abs. sudigfidir 

PL 1 no sudigfemmar no labrafammar 

2 no sudigfid no lobribid 

3 no sudig feiar no labrafatar aichfetar. 
abs. sudig fit ir 

342. Was den Wechsel zwischen f und b anlangt, so steht 
b wenigstens vorwiegend dann, wenn der thematische Vocal vor 
dem Charakter dieses Futurs erhalten ist, vgl. § 283. 

Anderweitige Beispiele: aratmuinfer-sa feid te venerabor 
(ML), Praes. ar-muinethar feid reveretur; fosisefar confitebor 
(ML); do-cuirifar citabo; no molfar laudabo (Wb.); nud cornál- 
nábadar qui eam implebit (ML). Aber andrerseits z. B. ni con 
tuslifea non elabetur (Ml.) in activer Form neben tuislider laberis. 

5. S-futurum. 

343. Das S-futurum hat im Deponens, w r ie im Activ, auch 
Conjunctivbedeutung. Der Condicional (Fut. sec.) ist nicht ver- 
schieden von der im Activ üblichen Bildung. Paradigmen von 
feta/r scio (§ 351): 

Sg. 1 ro fessur PL 1 ro fessamar 

2 ro fesser, co fesa/ra 2 ro fessid 

3 ro festar 3 ro fessatar 
abs. festir abs. fessitir. 

344. In der 2. Sg. die Bildung fesara wie im Conj. Praes. 
accara § 335. Für fessur, festar auch fiasur, fiastar. Genau 
so flectirt das gleichfalls häufig vorkommende S-futurum von 
midiur judico: Sg. 2 meser, 3 miastar, abs. miastir, PL 1 mes- 
samar, abs. messimir, 2 con irmissid ut intellegatis. 

345. Von anderen Verben sind z. B. in diesem Futurum 
nachgewiesen (vgl. 287): PI. 1 adglaäsmar-m alloquemur, Praes. 
adgládwr (vgl. § 34(5); Sg. 3 mí-dúthrastar male uptabit. "> et 
äutairsetar quam vis desideraveiint, Perf. ^ 349; Sg. '1 ua 



Deponens. 91 

imroimser ne delinquas, 3 ar na im-ro-mastar ne delinquet 
Perf. imme-ra-mcdiar peccavit § 349; Sg. 1 esur edam, 2 cen 
con essara ohne dass du issest ScM. 3 (oder für fessara?), 
3 cini estar etsi non edit; conisimar poterimus, vgl. § 287. 

6. Reduplicirtes Futurum. 

346. Das reduplicirte Futurum ist im Deponens nur sehr 
spärlich belegt: a) cdch rot checJüadar quisquis te audierit, 
wahrscheinlich zu cloor audio (§ 336) gehörig, vgl. § 280; ata- 
gegallar-sa alloquor eos, 3 ata-gegalldathar (i. acaillfes), ata-ge- 
glathar LU. p. 19 b , Praes. adgládur; Sg. 3 ad-gignethar renasce- 
tur (LU. p. 68 a , 2), Praes. ad-gainemmar renascimur, vgl. § 284; 
wohl auch atchichither du wirst sehen SC. 40, vgl. § 276; 

b) vielleicht fo-mentar du sollst erwarten Wb. 28 c und 
30° (Glosse zu scito), PI. 2 fo-menaid Gl. zu ut observetis 
Wb. 7 h , alle drei Formen in der Gramm. Cclt. 2 p. 451 als 
Perfectum gefasst; co ar-mentar féid Glosse zu ut revereatur 
Wb. 31 «■•. 

7. Perfectum. 

347. Die Flexion ist nur im Singular von der des Perfecti 
Activi verschieden, da dieses im Plural die deponentiale Flexion 
angenommen hat. Paradigmen a) coim-nacar potui, Praes. can-4c 
potest (Fut. § 286 und § 345); b) do-ménar putavi, Praes. do- 
moiniur (Fut. § 342 und § 346). 

Sg. 1 coimnacar doménar 
2 

3 coimniicuir dorne nair 

PL 1 coimnacmar doménammar 

2 coimnacaid dornen« id 

3 cowmaééar doménatar. 

348. Das i von coim in a) coimnacar fehlt bisweilen 
(z. B. in teccom-nocuir (für do-aith-com-) und for-com-nucuir 
accidit; ob es. wie § 19 angiebt, als Nachwirkung der Bedupli- 
cationssilbe betrachtet werdeo darl, ist aicht völlig sicher. Das 
spätere caom-nagair lavavit (vgl. nigim ich wasche) lässt gleich- 
falls ein coim- fiir <ii ( : ältere Sprache erschliessen. 



92 IX. Verbum. 

Eine Reduplicationssilbe ira Perfectum Deponens wird nur 
in siasair sedit (i. ro saidestar Hy. 5, 1), PL 3 siasatdr LU. 
p. 64 b , 6 vorliegen, scheint aber hier zum Verbalstamm zu ge- 
hören. 

349. Anderweitige Beispiele des deponentialen Perfects: 

a) ro lámair ausus est, Praes. ro-laimur audeo, Fut. § 277; 
diUhraccar optavi, 3 da-fu-tliarcair voluit (§ 79), Praes. 

dilthraic optat, Fut. § 345; 

imcJiomarcair er fragte, Praes. imm-cliom-airc interrogat, 
Fut. § 287, Praet. PI. imcomaircsetar LU. 25 b , 13; 

fo-ro-damar passus sum, Praes. fo-daim patitur, Fut. § 277; 

in tan imme-ru-mediar (zu lesen -medair?) cum peccavit, 
PL 3 inna M imme-riiimdetar eorum qui peccaverunt, Fut. 
§ 345; 

do-ru-madir-si quae fuerat emensus, vgl. tomus mensura; 

ro midar judicavi, Praes. midiur, Fut. § 344; 

b) ro génar natus sum, Praes. ad-gainemmar renascimur, 
Fut, § 284 und § 346; 

ro chéssar passus sum, Praes. céssaim II patior. 

350. Vereinzelt ist nachgewiesen: ro génartar nati sunt 
(Wb.), ro lamratar ausi sunt, vgl. § 351. 

351. Besonderer Art ist ro fetar scio, Fut. § 343, von 
Wurzel vid; das t in fetar wird ebenso entstanden sein, wie in 
cretim ich glaube (vgl. skr. grad-dadhämi, lat. credo). Para- 
digmen: 

Sg. 1 ro fetar PL 1 ro fitemmar 

2 ro fetar 2 ro fitid 

3 ro fitir 3 ro fitetar. 

Die 2. Sg. ist durch in fetar-su scisne tu (O'Don. Ir. Gramm, 
p. 239) belegt. - In der 1. Sg. für fetar mit Uebergang in 
die Präsensflexion auch fetor, fetur. Die spätere Sprache hat 
feadarmar für fitemmar (vgl. § 350). 

352. Die moderne Sprache hat deponentiale Formen ein- 
geführt 1) in der 2. Sg. Praesentis und Futuri Activi, 2) im 
Plural des Praeteriti Activi aller Verba: 



Deponens. 



93 



Futurum 
molfad 
mal fair 
molfaidh sc 
molfamaoid 
molfaidh 
molfaid 

Die 2. Sg. auf -air, -fair ist in der alten Sprache noch 
nicht vorhanden. Die Pluralforaien im Praeterituni haben wohl 
ihren Ausgang vom Perfectum genommen: im neuirischen Prae- 
terituni sind das alte S-praeteritum und das Perfectum zu einem 
Mischtempus zusammengetreten, das nur von wenigen „unregel- 
mässigen Verben" nicht genau in derselben Weise gebildet wird. 





Praesens 


So" 


1 molaim 




2 molair 




3 molaidh sc 


PI. 


1 molamaokl 




2 moltaoi 




3 molaid 



Praeteritum 
do mliolas 
do mholais 
do mhol sé 
do mholamar 
do mholabhar 
do mholadar. 



Participia. 

1. Participium Pcrfecti Passivi. 

353. Ein Participium Perfecti Passivi wird gebildet durch 
das Suffix -te (-tae, -fa), nach Vocalen -the, -de. Dasselbe wird 
flectirt wie die § 115 behandelten Wörter auf e: brethe, bertlie 
(§ 354 6 ) gebracht, Gen. berthi, Dat. berthu; carthe geliebt; lécthe 
gelassen. 

354 a . Das Suffix -te ist bei den meisten nichtdenomina- 
tiven Verben, namentlich denen der I. Conjugation, unmittelbar 
an die Wurzel getreten, wie das t im Praeteritum Passivi. So 
sind gebildet bei auslautendem Guttural: 

timm-orte compressus (vgl. § 266), Praes. sec. Pass. du- 
imm-aircthe artabatur; neph-frithortae inlesum Ml. 39 a , Inf. 
früh- or cun offen der e; 

etar-fuillechta interlitus, Praes. fo-sligim delino; 

cuim-rechta alligatus, Praes. con-riug ligo; 
tórmachta auctus, Praes. do-for-maig äuget. 

354 b . Bei auslautendem Dental und s: 
indrisse invasus, PI. Nom. ind indirsi vastati, ind-rid in- 
vasio, Praes. ad-rinth adorior, rethait currunt; airndrisse Gl. 



9-1 IX. Verbum. 

zu erratam Ml. 138 d , Praes. PL 3 du-airnd-redat pererrant 
(für du-a ir-ind-) ; 

mese examinatus, Praes. midiur juclico; 

inna n-impesse ML 49 b GL zu obsessorum, Praes. im-suidet 
obsident; 

claissi Nom. PL defossi, Perf. fo-ro-chlaid effodit § 295; 

anat n-acailsi Gl. zu interpellati Ml. 48% Praes. adglddur 
alloquor, Inf. accaldam; 

tuicse electus, togu Wahl (W. gas), Perf. do-rói-gu elegit. 

354 c . Bei auslautendem Nasal: 

neph-toimfe unerwartet, toimtiu Meinung, Praes. do-moinhir 
puto. Perf. do-ménar; 

erite susceptus, Conj. Praes. Sg. 3 air-ema suscipiat; 

cete cantus, Praes. canim; 

con-goite conpunctus ML 58', Praes. gonaim vulnero. 

354 d . Bei vocalischem Ausgang: 

imdibthe circumcisus, Praes. im-di-bnim circumcido (vgl. 
§ 261); töbaide abscisus, Praes. do-fui-bnim succido; airdbide 
interfectus, Praes. airdben interficit (für air-di-); 

foirbthe vollendet, perfectus, Praes. Pass. Sg. 3 for-banar, 
for-fenar perficitur; 

rithce datus, Praes. renim do (vgl. § 261); 

cloithe convictus ML 32 b , PL Dat. donaib . . clothib victis 
67 b , Praet. Sg. 3 ro chlói vicit 37 a , Pass. Praes. Sg. 3 cloitlur 
involvitur 16 b , dorther GL zu vinci 30 c (W. klu); 

in-clothi exauditi Ml. 48 h , Praes. dumm (§ 261). 

354°. Bei auslautendem r oder l: 

forngarti jussi, Praes. for-con-gur praecipio. 

Yerba wie berim, celim, melim hatten wohl eigentlich die 
Stellung re, le vor dem Suffixe (vgl. § 325, § 391 und § 403): 
brethe, brrthe gebracht, inna in-dilidi occulta Ml. 26 r . 

So erklärt sich die Aspiration des t in den Formen mit 
Umstellung: rem-eperthae antedictus, Praes. epinr dico; tedbarthe 
Ml. 47 a , Praes. do-aid-biur oifero. 

355. Die Aspiration hat sich weiter auf Fälle erstreckt, 
in denen sie nicht berechtigt ist: frithorthai adflicti ML 58 r 



Partícipia. 95 

neben frith-ortae Ml. 39 a (§ 354 a ); foircthe eruditus Ml. 35 d , 
Praes. forchun doceo, neben cete cantus § 354 c . Vgl. § 361 c . 

35G. Es zeigt sich auch bei Verben der I. Conjugation 
die Neigung, das Suffix nicht unmittelbar an die Wurzelsilbe 
anzufügen, nicht nur bei gabim capio, Part, gabtha, aur-gabtha, 
sondern sogar bei Verben wie canim: clon terchantu prophetato 
Ml. 53 (Z. 2 p. 881), Praes. do-aur-ckanim sagio. 

357. Besonders merkwürdig ist frescasbae expectatum 
Ml. 68 a , Dat. neph-frescastu Ml. 56 J Glosse zu insperata morte 
(weiter erklärt durch nepli-toimthi, Dat. von toimte § 354 c ), 
das Participium zu fris-aiccim ich erwarte, hoffe (ad-chiu ich 
sehe, § 264), Perf. fris-racacha speravi. Das i des Suffixes ist 
von Neuem eingeführt, denn nach § 354 L und nach Analogie 
von frescsm spes, Gen. frescsen (Suffix -tiu, Gen. -ten § 158) 
sollte man fres-casse erwarten. Aehnliche Erscheinungen § 361 b 
und § 375". 

358. Participia von Verben der II. Conjugation: nepli-etar- 
scarthi indivisa, Praes. etar-scaraim separo; tinolta (§ 64) 
locata, Praes. do-in-ola adplicat; 

Von Verbdi der III. Conjucation: 

cuirthe jactus, Praes. cuirim; ind hide-loiscthi holocausta, 
Praes. loiscim uro; foilsigthe revelatus, Praes. foilsigim mani- 
festo; suidigthe positus, Praes. suidigim pono; fodailte (§ 64), 
Praes. fo-dcdet distribuunt. 

359. Bisweilen hat dieses Participium die Bedeutung der 
lateinischen Adjectiva auf -alis, -bilis und berührt sich dann 
mit dem folgenden Participium auf -ti: rithe venalis (§ 354 d ); 
di-brithe inportabilis (§ 354°); neph-icthe immedicabilis, Praes. 
iccaim II ich heile. 

2. Participium necessitatis. 

360. In derselben Weise wird ein Participium necessitatis 
durch das Suffix -ti {-ti), nach Vocalcn -thi, -di gebildet. Das- 
selbe wird gewöhnlich prädicativ im Nominativ gebraucht, selten 
in anderen Casus: brethi, berthi ferendus (§ 361 e ), carthi, car- 



96 IX. Verbum. 

thai amandus, Uctlii linquendus. Nur der Dat. PL zeigt eine 
andere Form als -ti: adnachtib condendis (cadaveribus). 

361 a . Bei Wurzelverben tritt das Suffix unmittelbar an 
die Wurzelsilbe. So sind gebildet (vgl. § 354 a ): 

cuimrecJiti stringendus, Praes. con-rüig ligo; 
cuintechti quaerendus, Praes. euintgim, Praet. Act. conaitecht 
§ 266; 

adnachti sepeliendus, Praet. Pass. ro adnacht sepultus est; 

aichti metuendus, Praes. Dep. agur ich fürchte. 

361 b . Bei auslautendem Dental oder s (vgl. § 354 b ): 

messt judicandus, Praes. midiur; 

fissi sciendum, Praet. Dep. fetar scio § 351; 

Auch hier ist das t nach der Assimilation von Neuem ein- 
geführt worden (vgl. § 357): im-ca$ti considerandus neben imm- 
caisni circumspectio (Praes. imm-ad-chiu); tinfesti Gl. zu flatilem 
Sg. 17 b , tin-feth aspiratio, Praes. Sg. 3 tin-fet inflat (§ 260). 

361 c . Bei auslautendem Nasal sollte man z. B. von canim 
erwarten ceti, allein belegt ist forcanti intimandum (vgl. § 356) 
und foirdhi imbuendus (vgl. § 355). 

361 d . Bei vocalischem Ausgang: buthi qui esse debet 
Ml. 23 c , 29 \ 

36 l e . Die Aspiration des t bei auslautendem r, z. B. in 
eperthi dicendum, erklärt sich wohl auch hier wie § 354 e aus 
älteren Formen mit re, le: cletlii celandum Hy. 5, 71; com-sritlii 
conserendum, Praes. n% semat non conserunt (verba) Ml. 31 a . 

362. Das Suffix ist nicht unmittelbar an die Wurzelsilbe 
getreten: gábtlii capiendus ; Praes. gabim I; sechidi assequehdus, 
Praes. Dep. seehur I sequor. 

Besonders bei den Verben der IL und III. Conjugation: 
moltai (§ 64) psallendum, Praes. molaim laudo; 
ersailctlii reserandus, Praes. Pass. Sg. 3 arosailcther aperi- 
tur (air-od-); ailti implorandus, Praes. ailim precor; móiti 
(§ 64) gloriandus, Praes. móidim glorior; dénti faciendum, Praes. 
dénim. 



Infinitiv. 97 

Infinitiv. 

363. Im Altirischen ist der Infinitiv noch nicht scharf 
vom gewöhnlichen Nomen actionis zu unterscheiden; der Dativ 
eines solchen mit der Partikel do kommt dem Infinitiv anderer 
Sprachen ziemlich nahe: do breith ferre, do charad amare, do 
Uciud linquere. Die Mannigfaltigkeit der Bildungen, welche 
als Infinitiv benutzt worden sind, ist sehr gross, doch bildet 
ihn die IL Conjugation vorzugsweise auf -ad, die III. auf 
-lud, -t(d. 

364. Object und Subject stehen dem Infinitiv gewöhnlich 
nach, ersteres im Genetiv, letzteres im Dativ mit do: ro päd 
maith lim-sa labrad ilbelre diiib-si esset acceptum mihi vos 
loqui multas linguas. 

Der Infinitiv mit do wird aber auch prädicativ mit einem 
voranstehenden Substantiv verbunden, das nach lateinischem 
Sprachgebrauche sein Subject oder Object wäre. Dieses Sub- 
stantiv steht dann entweder absolut im Nominativ, oder hängt 
von einem ihm vorausgehenden Worte ab: asbert in ben frhi . ., 
cach fer dib a aiichi do fairi na cathrach es sagte die Frau 
zu ihnen, ein jeder von ihnen solle die Stadt seine Nacht be- 
wachen FB. 80; ar is bés leo-som in daim do thúarcain nam 
est mos apud illos, boves triturare; ata i n-aicniiid chaich denum 
maith ocus imgabail uilc do denum es liegt in der Natur eines 
Jeden Gutes zu thun und zu vermeiden Böses zu thun Ml. 14 c ; 
co carad chaingnimu du denum dass er liebte gute Thaten zu 
thun; ni cumcat aithirgi n-do denum sie können nicht Busse 
thun Ml. 23 a . 

365. Im Irischen steht das Possessivpronomen, wo in an- 
deren Sprachen ein substantivisches Personalpronomen gebraucht 
wird: tair dum berrad-sa komm mich zu scheeren; asbert fria 
muntir a breoad er sagte seinen Leuten sie zu verbrennen. 
Im Sinne des Subjects steht das Possessivpronomen besonders 
bei intransitiven Verben: ro bo maith arrochtain and es war 
gut, dass sie dahin kam; in tan atchuala a bith alaclrfa als 
(Maria) hörte, dass (Elisabeth) schwanger sei. 

W indisch, Irische Grammatik. < 



98 IX. Verbum. 

366. Eine besondere passive Form des Infinitivs giebt es 
nicht, doch müssen wir den gewöhnlichen Infinitiv bisweilen 
passiv übersetzen: bd nar lée a léciid ocus dul dia tig sie hielt 
es für eine Schande verlassen zu werden und nach Hause zu 
gehen SC. 44. 

367. Sehr idiomatisch ist die Verbindung von Präpositio- 
nen mit dem Infinitiv: iar n-atlugud buide do Dia nachdem 
sie Gott Dank gesagt hatten; ria n-diä . . don cath recam in 
n-eclais ehe wir in den Kampf gehen, wollen wir die Kirche 
besuchen; bdtar oc Ol engl, they were drinking; bcltar inna 
sessom engl, they were standing. 

368. Denominativa können das Nomen, von dem sie ab- 
geleitet sind, als Infinitiv haben: 

iccaim II ich heile, von ic salus, Inf. do ic oder do icad; 
rannaim II ich theile, von rand Theil, Inf. do raind und 
do rannad. 

369. Auch Wurzelverba der IL und III. Conjugation bil- 
den den Infinitiv auf -ad und -iud, -ad (§ 363). 

anad bleiben, Praes. anaim II; 

molad loben, Praes. molaim; 

scarad secedere, Praes. scaraim (§ 277); 

lassad flammen, Praes. lassaim; 

céssad leiden, Praes. céssaim; 

atlugad danken, Praes. Dop. atluchur III; 

brissiud brechen, Praes. brissim; 

bddud tauchen, Praes. bdidim; 

cuitbiud verlachen, d. i. con-tibiud, Praes. tibim ich lache; 

im-rddiud sich überlegen, Praes. im-rddiu; 

snddud schützen, Praes. sndidim; 

losend brennen, Praes. loiseim; 

oslogud öffnen, Praes. oslaieim. 

370. Stämme auf a als Infinitive: 

cosc tadeln, Dat. do cliosc, in-chosc demonstrare, Praes. in- 
chosig I significat; 

ainech (und anaeul § 380) schützen, Praes. aingim I, non 
anich protegit nos (vgl. § 266, § 286); 



Infinitiv. 99 

tórmach vermehren, zufügen, Dat. do thormucli, Praes. do- 
for-maig I äuget (vgl. § 321); 

indlach findere, Praes. ind-lung I findo; 

fulach und fulang tolerare, Dat. do imm-folung efficere, 
Praes. fo-loing I sustinet; 

rdd sprechen, Dat. oc roxi, Praes. no rddiu III loquor; 
scor abspannen, Dat. do scor, Praes. scuirim III; 
cor ponere, Dat. do clior. Praes. cuirim III. 

371. Stämme auf i: 

guin verwunden, Dat. do guin, Praes. gonim I (vgl. § 276, 
§ 280, § 295). 

erail auftragen, Dat. do erail, Praes. erailim III; 
foddil vertheilen, Praes. fo-dáli III distribuit. 

372. Stämme auf ia: 

faire wachen, Dat. do fairi, Praes. fairim III; 
fuine kochen, Dat. ic fune, Praes. fuinim III; 
gude bitten, Dat. do guidi, Praes. guidim III (vgl. § 290); 
tirnaide erwarten, Dat. oc urnaidi, Praes. ir-, ur-naidirn III; 
nige waschen, Dat. oc nigi, Praes. nigim III (vgl. § 287, 
§ 295)"; 

ithe essen, Acc. ithi, Praes. ithim (vgl. § 287). 

373. Stämme auf ti, a) das Suffix ist unmittelbar an die 
Wurzel angetreten: 

breith tragen, Praes. berim I; tabairt (vgl. § 354 e ), auch 
tabart (§ 124), Praes. tdbwr ich gebe; epert sagen, Dat. do 
epert, Praes. epiur dico (Praet. § 265, Fut. § 275); 

mlith, blith (§ 41) mahlen, Dat. do blüh, Praes. melim I; 
tomailt essen, Praes. toimlim, d. i. do-melim (§ 261); 

cleith verhehlen, verbergen, Praes. celim I; di-clitli, di- 
cheilt (§ 354 e ) verhehlen (§ 261); 

gleith depasci, Praes. gelid I depascitur (Praet. § 266). 

b) das Suffix ist nicht unmittelbar an die Wurzel getreten: 

saigid, in-saigid aufsuchen, Dat. do saigid (und do saich- 
tin § 375 a ), Praes. saigim, in-saigim I (§ 261); 

saigid disputare, Praes. saiges I qui dicit (Fut. § 287); 



100 IX - Verbum. 

iarfaigid fragen, Praes. iarma-foich I quaerit (Praet. § 266, 
Fut. § 287); 

cuindchid, cuingid fragen, fordern, Praes. con-daig I quaerit 
(Fut. § 287); 

374 a . Stämme auf -tu. Diese sind sehr zahlreich, denn zu 
ihnen gehören die Infinitive der II. Conjugation auf -ad und 
die der III. auf -ud, in denen das Suffix 1) an den Präsens- 
stamm getreten ist (vgl. § 363 und § 369); 

2) das Suffix ist unmittelbar an die Wurzelsilbe getreten: 

ftss wissen, Dat. do fiuss (zusammengezogen dús), fetar 
ich weiss (§ 351, Fut. § 343); 

mess urtheilen, Dat. do mess, Praes. Dep. midiur (Perf. 
§ 349, Fut. § 344). 

374 b . Stämme auf tä scheinen vorzuliegen in: 

techt gehen, Dat. do thecht, Praes. tiagim I; im-thecht am- 
bulatio (Acc. PI. imthechta Wb. 28 e ) neben im-tiagam ambula- 
mus Wb. 6 a (Fut. § 285, Praet. § 269); 

tuidecht kommen, Praet. tuidchetar, do-dechatar venerunt 
(§ 302). 

375 a . Infinitive auf ~tiu im Nom., -ten im Genetiv (§ 152): 

airitiu accipere, Praes. Conj. air-ema suscipiat (Praet. 
§ 266, Fut. § 277); 

fo-ditiu tolerare, Dat. do foditin, Praes. fo-daim I patitur 
(§ 261); 

ditiu schützen, Dat. do düin, Fut. du-ema vindicabit (Praet. 
§ 266, Fut. § 277); 

toimtiu meinen (do-fo-mitiu), Dat. do thoimtin, Praes. Dep. 
do-moiniur III puto (Perf. § 347, Fut. § 342); 

teistiu profundere, profusio, Dat. do thestin, Praes. doesmet 
profundunt (do-ess-semet); 

tuistiu generare, creare, Dat. do thuistin, Praes. dofuisim 
generat (do-fo-es-sim); 

acsiu sehen, Dat. do acsin, aiscin (§ 80), Praes. adchiu; 
déicsiu sehen, Dat. do décsin, Praes. déccu (§ 264); 

clósi hören, Dat. do chlósin und mit Wiedereinführung des t 
iar clostin (§ 357), Praes. Dep. cloor audio (Praet. Pass. § 326 b ): 



Infinitiv . 101 

taidbsiu zeigen, Dat. do thaidbsin, Praes. Pass. do-ad-badar 
demonstratio (Fut. § 287); 

epeltu sterben, Dat. do epeltin, Praes. atbail perit (§ 261) ; 

Acc. sirtin (neben siriud) suchen, Praes. sirim III; 

Dat. do saichtin (und do saigid § 373) aufsuchen, Praes. 
saigim I adeo; 

tíchtii, Hellte kommen, Dat. oc ticlitain, Acc. co ticlitin us- 
que ad adventum, Praes. tie venit (§ 261); neben Dat. ticlitain 
in gleicher Bedeutung tiachtain: 

Dat. do riaclitain kommen, Praet. riaclit venit § 266; 

Acc. toraclitain kommen, Praes. toraig I venit (Praet. 
§ 266); daneben toracht processus, successio (do-fo-raclit), tiar- 
móracht Folge, Verfolgung (do-iarm-fo-raclit) zu § 374 b ; 

Ebenso wechselt in der Flexion fortaclit Hülfe, helfen, Acc. 
fortachtain und fortaclit (zu techt kommen, Praes. tiagaim ge- 
hörig? vgl. fortiag Gl. zu conniveo Z. 2 p. 428). 

375 b . Auch hier giebt es Fälle, in denen das t des Suf- 
fixes nicht unmittelbar mit der Wurzelsilbe verbunden worden 
ist (vgl. § 356): 

aigthiu fürchten, Praes. Dep. águr; do saigtliin adire neben 
saichtin; 

Dat. oc fertkain geben, Praes. f er cum II; 

Dat. do cantain (neben do for-cetul § 380), Praes. canim I. 

375 c . Auffallend ist föisitiu confiteri, confessio, Dat. do 
föisitin, als Infinitiv zu Praes. fosisiur confiteor (§ 336). 

376. Infinitive auf mm, m (Suffix mann § 160), mehrfach 
unmittelbar an die nasalirten Wurzeln auf ng, nd, nt getreten 
(vgl. § 76): 

léimm springen, Dat. do Umaim, Praes. lingim I (§ 261); 

céimm gehen, Praes. cingim I; tocliim schreiten, Praes. do- 
cingim I (§ 261); 

in-greimm verfolgen, Dat. oc ingrimmim, Praes. in-grennim 
I (§ 261); 

foglimm, foglaim lernen, Praes. fo-gliunn I ich lerne 
(§ 261); 



IQ2 lX Verbum. 

fordiuglaim verschlingen, Fut. for-tam-diucuilset me vora- 
bunt Ml. 44 c , Partie, for-clmcailsi absorpti Ml. 50 r; 

ióthim, tuitim fallen. Dat. do thuitim, Praes. tuitim I 
(§ 264»); 

béimm schlagen, Dat. do heim, Praes. benim I (§ 261). 

377. Infinitive auf -om (-am) und -cm: 

cosnom, cosnam contendere, defendere, Dat. do chosnom, 
Praes. cosnaim I, Fut. PI. 3 cossénat (§ 275), Perf. Sg. 3 ro 
chosain; 

sessom, sessam stehen, Dat. ina sessom stehend (§ 367), 
Praes. sessaim, vgl. § 336; 

gnim thun, Dat. do gnim, Praes. gniim III; fognam dienen, 
Dat. do fognam, Praes. fo-gniu (§ 264); 

dénum, dénom, dénam thun, Dat. do dénom, Praes. dénim III. 

Diese Infinitive flectiren wie masculine U-stämme (Gen. 
gnímo, dénmo, § 126), andere aber bilden auch Formen nach 
Analogie der femininen A-stämme (§ 110): 

accaldam alloqui, Dat. do accaldam, Acc. accaldim, Praes. 
Dep. adglddur (§ 336); 

sechem folgen, Acc. fri secJiem und fri sechim, Praes. Dep. 
sechttr (§ 333); 

cretem Glaube, glauben, Praes. cretim III, ist nur Femi- 
ninum. 

378. Infinitive auf n (Suffix na, ni) sind seltener: bilain 
ernten, Dat. oc búain, Praes. bongaim ich breche, ernte (§ 261); 
man Schlaf, schlafen, Praes. foaim ich schlafe (§ 56). 

379. Infinitive auf -un, -an im Nominativ (Suffix -ana), 
zeigen theils masculine theils feminine Flexion: 

orcim tödten, Praes. oreaid I oeeidit; es-oreun caedere, 
Dat. oc esoreuin; tuareun triturare, Dat. do thuareuin, Praes. 
do-fu-airce triturat (§ 67, § 284); 

blegun melken, Dat. do blegun, Praes. bligim I (Perf. § 295); 

lécun (und Ucud) lassen, Dat. do lécun, Praes. lécim III; 

imbresan altercari, lis, Dat. oc imbresun, Praes. imfresna 
II adversatur (im-fres-sna). 

380. Infinitive auf l im Nominativ: 



Infinitiv. 103 

forcetul, forcüal N. lehren, Lehre (neben do cantain § 375), 
Dat. do forcetul, Praes. for-chun, -chanim I (§ 261); 

intinscital anfangen, Anfang, Praes. intinscana II incipit 
(ind-do-ind-scana, vgl. § 246); 

tindnacul tradere, traditio, Praes. do-ind-naich distribuit 
(Praet. § 266, Fnt. § 287); 

adnacid begraben, Grab, Praes. sec. Pass. adnaicthe (Fut. 
§ 287); 

gabäl und gabdil F. nehmen, Dat. do gabdil, Praes. gabim 
I (§ 261); 

imdegail F. schützen. Dat. do imdegaü, Praes. im-dichim 
vindico, Sg. 3 imdig; 

atmaü zugestehen, Praes. PI. 3 ad -d ahnet \ 

ticsdl, Imperat. Sg. 3 ticsath a ehr u ich Gl. zu tollet crucem 
suam Cod. Camar. (Z. 2 p. 1005). 

381. Infinitive auf cnd, enn. Diese scheinen ihren Ausgang 
vom lateinischen Gerundium genommen zu haben: legend lat. 
legere, Gen. legind, lat. legendi. Dat. do legund; scribend lat. 
scribere, Gen. scribint, lat. scribend i, Dat. do scribund; darnach 
ist gebildet äugend exterminare, Dat. do dilgiunn, zu do-lega 
delebit Ml. 62 b , düegthith exterminator. 

382. Alle in den vorausgehenden Paragraphen als Infini- 
tive bezeichneten Substantiva werden aber ebensogut als ein- 
fache Nomina actionis gebraucht: fort acht Hülfe und helfen, 
imrddiid Ueberlegung und sich überlegen, öl Trunk und trinken 
(als Infinitiv zu ibim bibo). Die Fülle der als Infinitiv ge- 
brauchten Bildungen ist mit den angeführten noch nicht er- 
schöpft, da jedes Nomen actionis so gebraucht werden konnte. 
Der Stammbildung nach schwer zu bestimmen sind im-di-be 
circumcisio, circumcidere, tó-be decisio, decidere, Praes. im-di- 
bnim, do-fui-bnim und andere Composita von benim, ferner 
dula, dul gehen, Infinitiv zu luid, do-luid er ging (§ 302). 



Vertmm substantiYum. 

383. Als Veruum substantivum dienen vier verschiedene 
Wurzeln: 1) as, 2) stä, 2>) vel, 4) bhü. 



104 IX. Verbum substantivura. 

1. Wurzel as. 

384. Paradigmen von W. as, Praesens amm ich bin: 

Sg. 1 am/m, am, im PL ammi 

2 at adib 

3 is, rel. as it, at. 

385. Daneben in unpersönlicher Flexion: is mé franz. 
c'est moi, is tu c'est toi, is snisni c'est nous, is sissi (auch it 
sib) c'est vous. In is-am (auch is-im), is-at, bid-at (ich bin, 
du bist, du wirst sein) erblickt Stokes Beitr. VII 40 Anni. eine 
andere Art unpersönlicher Flexion, bestehend in Suffigirung 
von pronominalen Elementen; allein wahrscheinlich ist dieses 
am, at Verbalform (ich bin, du bist), und die ganze Formel 
ein emphatisches „es ist dass ich bin, es ist dass du bist, es 
wird sein dass du bist". Dafür spricht auch das bei O'Donovan 
Ir. Gramm, p. 162 angeführte is it: isit imda a locha many 
are its lakes" (wörtlich: es ist dass sind). 

2. Wurzel stä. 

386. Paradigmen von W. stä, Indicativ und Conjunctiv 
des Praesens. Gewöhnlich zusammengesetzt attd, ata (aith-td) 
est, oder itd, letzteres entweder mit ersterem identisch, oder 
td mit dem relativen in ubi; anstatt des einfachen td erscheint 
sehr oft dd (vgl. § 61), z. B. nach den Partikeln der Ver- 
gleichung ol, in (an): ol ddas, indds (andds) quam est. Die 
in Parenthese gesetzten absoluten Formen sind O'Donovan's 
Grammatik entnommen. 

Indicativ des Praesens. 

conj. abs. 

Sg. 1 itdu, attó, ata ol dda, da {tdim) 

2 itdi, atdi ol ddi (tdir) 

3 itd, attda, atd ni td, rel. ol daas, das taith (td se) 
PL 1 itaam, attaam ni tarn, dam (tamaoid) 

2 ataaith, ataad ni tad, dad tathi (tathaoi) 

3 itaat, ataat ni tat, rel. ol date (tdid). 



Wurzel as, sta, vel, bhü. 105 

Conjuiictiv des Praesens. 

Sg. 1 ni ta, conda (ut sim) PI. ni tán, con-ddn 

2 con-dath 

3 con-dat. 

387. Abweichende Indicativformen liegen vor in na-te, 
na-de non est, ca-te quis est? ubi est? ca-teet quid sunt? 

Ebenso gehören entweder zu diesem Verb oder zu amm 
§ 384 die Reste von Verbalformen in folgenden Verbindungen 
mit den Conjunctionen ce, cia (cum Conj.) obgleich, mc't (cum 
Conj.) wenn, mani wenn nicht, co n- dass, ferner mit dian- cui, 
nun- qui, quae, quod non, in- ubi: 
Sg. 3 cid mad manid conid dianid (diant) itand inid 

cesu masu 
PI. 2 mad (Wb. 9*> 

3 cit niat nandat 

cetu motu 
matis 

Von conid (?) ist mit weiterer Zufügung condid und condib 
ut sit gebildet, wobei condib deutlich eine Form von bin, § 389 
enthält. 

3. Wurzel vel, 

388. Die Wurzel vel kommt im Altirischen nur in der 
3. Sg. vor, regiert den Accusativ und entspricht oft dem franz. 
il y a: Sg. 3 fil (fad), relat. file; Conj. fei, auch feil. Letzteres 
ist auch als relative Form hinter dem Neutrum Sg. nachgewie- 
sen. Die übrigen Personen werden im Altirischen unpersönlich 
ausgedrückt: con-dum-fel ut essem, nis fil non sunt. Daneben 
kommt eine persönliche Flexion auf: ni filet (failet) non sunt, 
filet qui sunt; im Neuirischen go bh-fuüim that I am, 2 go 
bh-fuilir, 3 go bh-fuil sé, PL 1 go bh-fuilimid, 2 go bli~fitilti, 
3 go bh-fuilid. 

4. Wurzel bhil. 

389. Paradigmen der Wurzel bhü. Fast in jedem Tempus 
giebt es zwei Reihen von Formen, die der Stammbildung nach 
verschieden zu sein scheinen wie lat. fio und lat. fuam oder 
skr. bhavämi. Die Formen a) der ersten Reihe haben eine 



106 



IX. Verbum substantivum. 



stärkere Bedeutung (sein = sich, befinden u. s. w.), die Formen 
b) der zweiten Reihe dienen als blosse Copula. Derselbe Un- 
terschied in der Bedeutung lässt sich auch im Perfectum beob- 
achten, obwohl hier der verschiedenen Gestaltung der Formen 
ein Unterschied in der Bildung nicht zu Grunde liegt. 



Indicativ des Praesens. 




Conjunctiv des Praesens. 


abs. 


conj. 


a) abs. conj. 


b) abs. conj. 


Sg. 1 biu 


no biu 


beo 




ba 


2 (bii) U 








co m-ba 


3 biid, bith 


ni bii, bi 


' beith 


ni bé 


ba wirb, r °-P, roi-b 


rel. biis, b 


ÍS 


bes 




bas 


PI. 1 bimmi 


ni biam 


bemm 


i ro bem 


bami co m-ban 


2 


no bith 


beithe 


ni beid 


bede arna bad 


3 Hit, bit 


ni biat 


beit, \ 


jit ro bet 


co m-bat 


rel. bite 








beta, bete 


Imperativ. 


Praes. 5 


secundarium 


Perfectum. 


a) 


b) 


a) 


b) 




Sg.l 




biinn 


bin 


ba, ba, rop-sa 


2 bi 


ba, 




ni-ptha 


bá, rop-su 


3 biith, bid 


bad 


bith 


bed, bad 


bói, bái, ba, combo 
robe, rabi ni bu, nib, rop 


PI. 1 


baan, ban 


bimmis 


bemmis 


bámmar, 


2 biid, bith 


bad 




bethe 


baid, 


3 


bat 


bitis 


betis 


bátar, robtar. 








comtis, roibtis 




Futurum. 






Fut. secundarium. 


a) abs. 


conj. 


\i) abs. 


conj. 


a) b) 


Sg. 1 bia 




be 


ni beinn (Ml. 131 d ) 


2 bia 






ro 


betha 


3 bieid, biaid 


ro bia 


bid 


ni ba no 


biad bed, ro päd 


rel. bias 




bes 






PI. 1 bemmit 


ni piam 


bimmi 




bemmis 


2 


ni bieid, bied 






3 bieit, biait 


ni biat 


bit 


ropat 


robtis. 


rel. beite 




beta 







X. Partikeln. 107 

X. 

Partikeln. 

1. Negation. 

390. Die Negation im selbständigen Satze lautet ni (ni), 
im abhängigen und im relativen Satze na, nach, nad (na, nach, 
ndd). Sie steht in der Regel an der ersten Stelle des Satzes, 
indem ihr nur eine Conjunction oder, im Relativsätze, eine Prä- 
position oder, im Fragesatze, die Fragepartikel vorausgehen 
kann. Lat. ne . . quidem: ni . . dam; weder . . noch: ni . . na. 

391. Für ni findet sich häufig ni con, später no co, nocho, 
nochon, wörtlich „nicht dass"; das Gegenstück dazu ist die 
starke Bejahung ni nad non quin. 

In dem relativen nand (nant) qui, quae, quod non est, 
PL nandat ist ausser einem pronominalen Elemente eine Ver- 
balform enthalten, vgl. § 387. 

2. Frage und Antwort. 

392. Fragepartikel ist in (inn) immer mit erhaltenem 
Nasal, doch wird im vor b geschrieben. In der indirecten 
Frage steht dils in (diis für do fiuss ad sciendum). „Warum" 
heisst ca, co; „warum nicht" cani (cain), cini. 

In der Doppelfrage findet sich in . . fa (ba) für lat. utrum 
. . an, in . . fanacc für lat. utrum . . annon oder necne. Die 
rhetorische Frage wird mit innd, inndd oder . . nicht, lat. annon 
eingeleitet. 

393. Für „ja" wird acc, aicc gesagt, für „nein" naicc oder 
natho, nithó. Betheuernd in der directen Rede steht oft ém, 
dm „wahrhaftig, wahrlich", engl, in sooth. 

'•3. Conjunctionen. 

394. Der Verbindung, der Trennung, dem Gegensatze, der 
Schlussfolgerung, der Begründung durch einen Hauptsatz dienen 
folgende Conjunctionen: 



108 X. Partikeln. 

ocus, acns | didiu daher 

is > und tra, thra } , 

sceo dim, später din ! c 

1 * * . ferner, nun 

dam, später aan \ dono, dana, don, dan, dno ) 

*1 11 P ll 

cid, cit (vgl. § 396) f idón nämlich, lat. id est 

nó, ná oder ar, air denn. 

immorro J emith . . emith sowohl . . als auch 

noch > aber, jedoch im . . im (für imb, im-ba) \ 

cammaib J im . . fa (ba) \ sive . . sive 

act, acht ausser, sondern, engl, but ce . . ce, cid . . cid 

acht . . nammä ausser nur, aber nur méit . . méit quantum . . tantum, sicut . . ita 

acht chena ) . ni hed a méit . . act nicht nur, sondern auch 

arai, araide f ni . . na weder . . noch. 

395. Für gewisse Conjunctionen wird in älteren Hand- 
schriften fast immer eine Abkürzung gebraucht: 

für ocus und: 7, Abkürzung für lat. et, 

für nö oder: l~, Abkürzung für lat. vel, 

für idón nämlich: .%., Abkürzung für lat. id est, 

für immorro aber: im. 

396. Es folgt ein Verzeichniss der wichtigsten Conjunctio- 
nen, welche Nebensätze oder untergeordnete Sätze einleiten: 

a) Condicionale b) Concessive 

md gr. et ce, ci, cia obgleich, auch wenn 

dia n- gr. aar, oxav cid, cesu, ciasu quamvis sit 

mani, main wenn nicht cit, cetu quamvis sint. 

ccn (céin) co wenn auch nicht 
cen md ausser wenn 

An cen md schliesst sich an cenmitha, cenmotha ausgenom- 
men, ausser. Zu cid, cit vgl. § 394 und § 387. 

397. 

c) Temporale 

an- \ céin, céine so lange als, während 

in tan, in tain I ó seit 

resiu bevor, ehe co, co n-, con bis 

iarsindi nachdem läse dadurch dass, indem 

d) Comparative 
amail, amal gleichwie, als ob. 



Conjunctionen. 109 



weil, 
' vgl. § 240 



61 éodain 
arindí 
isindí 
sech 



e) Causale 
óir (úair), óre \ 
fo bith, fo bithin 
dég, déig, dáig, 
fo dáig, fo dagin 
oly ol suide 

Der Satz, an dessen Spitze diese Conjunctionen stehen, ist 
ein Relativsatz; das Relativpronomen fehlt nicht selten. 

398. Unter die causalen Conjunctionen ist auch sech auf- 
genommen. Die ursprüngliche Bedeutung ist „darüber hinaus 
dass, ausserdem dass", aber allerdings wird es nicht selten im 
Sinne von quoniam, siquidem gebraucht. 

Die Formel sech is bedeutet soviel als lat. nimirum; die 
Formel sechib hé, sechip hé, sechi hé ohne den Rest der Verbal- 
form (vgl. § 389) bedeutet soviel als lat. quincunque. 

399. 

f) Finale g) Consecutive 

ara n- \ ^ . co, co n-, I dass, 

( damit > 

co, con, co ro, corro, cor ) co ro, corro, cor ) so dass 

arna, arnach, arnad | , .. cona, conna \ .. . . . 

, . damit , , so dass nicht 

cona, conna, connach, com > . , , connach ) 

.. ,. nicht , , 

ar aa%g na ) cen con ohne dass. 

Wenn ara n- (damit) vor Doppelconsonanz zu stehen kommt, 
so tritt ari n- dafür ein: ari m-bad ut esset, vgl. § 7. 

400. Ein Bedeutungsunterschied zwischen den Formen co, 
co n-, con lässt sich schwer nachweisen. Diese Conjunction 
entspricht auch unserem „dass" in Aussagesätzen (negativ coni, 
cona, conna, connach), ferner unserem „da" an der Spitze von 
Nachsätzen, unserem „und da" in der kunstlosen Erzählung, 
und steht überhaupt oft scheinbar überflüssig an der Spitze 
eines Hauptsatzes vor dem Verb (negativ ni con, no co, nochon 
§ 391). 

4. Als Vorsilben gebrauchte Partikeln. 

401. Zu den Partikeln, welche als Vorsilben die Bedeutung 
eines Nomens modificiren, gehören besonders die privativen 



HO Conjunctionen. 

Partikeln an-, in-, am-, es-, é-, di-: fírén gerecht, an-firén 
ungerecht; asse leicht, anse schwer; gndth bekannt, in-gnad 
wunderbar; reid eben, am-reid uneben; cara Freund, es-care 
Feind; nert Kraft, é-nirt schwach; cosmil ähnlich, é-csamil un- 
ähnlich, verschieden; treb Wohnung, di-thrub Einöde (daneben 
eine Form mit Nasal: búaid Sieg, dim-buaid engl, discomfiture). 

Während diese Partikeln die Bedeutung des Nomens nicht 
bloss einfach negiren, sondern in ihr Gegentheil verwandeln, 
entspricht das merkwürdige neb-, neph- mehr unserem blossen 
„nicht" in Zusammensetzungen, und vertritt oft die Negation 
vor einem Infinitive: tri neb-airitin löge durch Nichtnehmen 
von Lohn; neph-fodlide nicht-theilbar, untheilbar; néb-marbtu 
Unsterblichkeit; ni Etwas, neph-ni Nichts. 

402. Den Gegensatz von gut und schlecht, wie gr. ev- und 
övg-, bezeichnen die Partikeln su-, so- und du-, do-, beide aspi- 
rirend (vgl. § 96): cruth Gestalt, so-chridh schön, do-chruth 
hässlich, später mit Uebergang in die I-Declination sochraid, 
dochraid (vgl. lat. deformis von forma). Derselbe Gegensatz 
wird adjectivisch durch deg-, dag- und droch- (skr. driih) aus- 
gedrückt: dag-gnim eine gute That, drog-gnim eine böse That. 

Die Partikel mi- (aspirirend) wendet die Bedeutung des 
Nomens einfach in malam partem: gnim That, mi-gnim Misse- 
that; toimtiu Meinung, mi-thoimtiu schlechte Meinung. 

403. Intensive Bedeutung haben die Partikeln ro-, for-, 
ér-: ro-nwr zu gross, sehr gross; ro-cháin sehr schön; in ro- 
grad die grosse Liebe; for-granna sehr hässlich; for-derg sehr 
roth; érchosmil sehr ähnlich. 

Auch di- und der- kommen intensiv vor: dí-mór und der- 
mdr ungeheuer gross; aber andrerseits ist auch ein privatives 
di (§ 402) und ein privatives der- vorhanden: der-óil penuria, 
foróil abundantia. Dieses der- findet sich auch in der Verbal- 
composition: con der-manammar ut obliviscamur, vgl. do-moiniur 
puto § 336. In arna der-gaba ne deficiat neben di-gbail de- 
minutio wechselt der- mit di- und scheint somit, wenigstens in 
diesem Falle, aus di-ro entstanden zu sein. Dies scheint aber 



Nachträge. 1 1 1 

auch der Ursprung des intensiven der- zu sein, denn neben 6 
der-chóiniud Gl. zu abundantiori tristitia Wb. 14 d findet sich 
deroclwinet desperant 21 b (Z. 2 864). 



Nachträge. 

l b . Im Altirischen ist die Länge besonders bei i und u 
nicht selten durch Doppelsetzung ausgedrückt : gniim factum, 
sciith molestia, rwun mysterium. Da z. B. lu, U mit lat. livor, 
cMu, clii mit skr. gravas zusammenhängt, so könnte der Doppel- 
vocal in einzelnen Wörtern eine gewisse etymologische Berech- 
tigung haben, aber z. B. nicht in m = lat. rex. 

25 \ Bei den meisten echten und unechten Diphthongen 
gehört das Längezeichen eigentlich auf das erste Element, denn 
nach der heutigen Aussprache zu urtheilen, war dieses in den 
meisten Fällen das vorherrschende. Aber in den Handschriften 
steht das Längezeichen oft über dem zweiten Element, selbst 
wenn dieses nur Infectionsvocal ist (§ 18): ekln lange, seidm 
lat. Schema, cohiid er klagt, huáin von uns, badid Sieg für 
richtigeres cian, scíam, cóinid, húain, biíaid*); hi ceim in 
gradum (Nom. PI. cémenn § 162), breíc (Acc. Sg. von bréc 
mendacium), buaid Sieg (Gen. biiada § 122), bat fuit für rich- 
tigeres céim, bréic, búaid, bdi und so vielleicht auch taich 
ML 32 b , 24 für táich (vgl. § 295). 

In manchen Fällen ist die Entscheidung schwer. Wahr- 
scheinlich ist für die alte Sprache éonu (§ 22, Acc. PL von 
én Vogel § 74) und éoin (Nom. PL) richtiger als eónu, eóin, 
ebenso ad-génin cognovit, dor-raid-chíuir eos redemit (3. Sg. 
Perf., § 298) richtiger als ad-geüin, do-rad-chhUr, aber andrer- 
seits wird in der modernen Sprache das aus diesem altirischen 
é entstandene eo der § 281 erwähnten Futurbildung in O'Dono- 



*) Altir. Mail Beil möchte ich, wie auch ahd. pihal Beil, als Lehn- 
wort aus dem Romanischen betrachten, vgl. ital. pidlla Hobel, Axt (Diez, 
Etym. Wörterbuch 113 53^ daher ich in diesem Worte nicht wage, biail 
als die correctere Schreibweise zu bezeichnen. 



112 Nachträge. 

van's Grammatik p. 195 eo geschrieben. Ebenso herrscht nach 
O'Donovan p. 21 in den Wörtern ceol Musik, seol Segel, die 
schon im Altirischen so geschrieben werden, das o in der Aus- 
sprache vor, so dass hier die Schreibweise ceól, seól nicht an- 
gefochten werden kann. 

25 c . Das Längezeichen findet sich auch über Silben, in 
welchen zwei Vocale, die ursprünglich gesonderten Silben an- 
gehörten (vgl. § 81), zu einer Silbe verschliffen sind. Ur- 
sprünglich wird in den meisten solchen Fällen der erste Vocal 
in der Aussprache vorgeherrscht haben, daher wenigstens für 
die alte Sprache ina diaid hinter ihm (dead finis, cymr. diwedd), 
téora F. drei, bíu, béo lebendig (§ 31), friu gegen sie (fri für 
früh, § 174), Uu, léo mit ihnen richtiger zu sein scheint, als 
ina diáid, teóra, beó, friú, leó. Ein ähnliches Verhältniss be- 
steht zwischen drei Druide, Gen. drúad, Dat. drúid und drui, 
dnidd, druid; in der modernen Sprache wird draoi Druide mit 
kurzem u und langem i gesprochen. 

25 d . In der 1. und 3. PI. der secundären Tempora er- 
scheint auch -niais, -tais für -mis, -tis. Hierbei ist jedoch 
nicht déntdis sie würden thun, die richtigere Schreibweise, son- 
dern déntaís, denn das a ist in solchen Fällen nur in Folge 
eines noch oder einst vorhandenen breiten Vocals der vorher- 
gehenden Silbe eingedrungen. Vgl. im Folgenden § 254 1) . 

25 e . In der altern Sprache erscheint öfter ein Länge- 
zeichen über kurzen Vocalen vor Doppelconsonanz , besonders 
vor gruppirtem oder doppeltem r, l, n: márb todt, lóndas in- 
dignatio (Ml. I8 a , 10 ed. Ascoli), and hier (Ml. 26 c , 2), óll 
amplus (Ml. 20 a , 3). Jedenfalls ist diese Neigung, den Vocal 
in so beschaffenen Wörtern lang zu sprechen, weder dauernd 
noch consequent durchgeführt worden, wenn sie sich auch zeit- 
weilig und dialektisch öfter wiederholt haben mag. 

25 f . Im Mittelirischen findet man das Längezeichen bis- 
weilen an Stellen, wo es im Altirischen nicht nachgewiesen ist, 
z. B. über den schweren deponentialen Endungen auf -ar: 
3. Sg. ro charastdr amavit, 1. PI. do-deochammdr venimus, 
3. PI. asbertatdr dixerunt, bdtdr fuerunt. Diese Längung scheint 



Nachträge. 113 

mit unter dem Einfluss eines Nebentons eingetreten zu sein, 
der im Irischen für mehrsilbige Wörter in Betracht kommt. 

25 e. Der Hauptton hat sich frühe vom Wortende zurück- 
gezogen, wie man aus der Verstümmelung der Flexionssilben 
erschliessen kann. Gewisse lautliche Erscheinungen lassen aber 
mit Sicherheit viele Fälle erkennen, in denen er nicht auf der 
Wurzelsilbe stand. Vgl. §§ 25, 42, 46, 60, 61, 62, 77, 81, 83, 
108 \ 247, 275, 286, 295, 300, 325. 

25 h . In Versen reimt nicht selten ein kurzer Endvocal 
auf eine lange Stammsilbe. So reimt z. B. in einem Gedichte 
des Codex S. Pauli cele (socius) auf ré (Zeit), und messe (ich) 
auf glé (splendidus), ferner SC. 37, 15 airgdidu (Dat. von airg- 
dide silbern) auf du (Ruhm). Aus dieser und ähnlichen Er- 
scheinungen darf man nicht ohne Weiteres die Länge gewisser 
Endsilben erschliessen wollen, die in der altirischen Prosa nie 
mit einem Längezeichen versehen sind. 

207 b . Die Possessivpronomina der 3. Person sind in der 
alten Sprache, z. B. im Mailänder Codex, sehr oft mit Länge- 
zeichen versehen: á ainm sein Name, á n-íc ihr Heil. 

254 h . Die 1. und 2. PI. Activi absoluter Flexion sind in 
der alten Sprache nur schwach belegt, ebenso in der spätem 
Sprache für die Praeterita, wo die absolute Flexion überhaupt 
allmählich aufgegeben wird. Nach dem vorhandenen Material 
zu urtheilen, sind -me und -mit in der 1., -te in der 2. PL die 
ältesten Formen der Endungen: Praes. bermme, bermmit, S-praet. 
carsimme, (carste) u. s. w.; daher hätte auch § 275 (cechnimme), 
bérmme angesetzt werden sollen. Im Mittelirischen und in der 
spätem Sprache finden sich dafür Formen auf -mi, -mai, -ti, 
-tai, und diese hat Stokes mehrfach in seine Paradigmen auf- 
genommen, z. B. carstai amavistis, téstai ibitis, bérmai feremus; 
das a in -mai, -tai ist nur in Folge eines vor der Endung 
unterdrückten breiten Vocals in dieselbe eingedrungen, nament- 
lich wenn auch die vorhergehende Silbe keinen dünnen Vocal 
enthält, also bérmai für bérammi. In der modernen Sprache 
wird das i dieser Endungen — wahrscheinlich unter dem Ein- 
flüsse eines Nebentones — lang gesprochen, daher bei O'Donovan. 

Win (lisch, Irische Grammatik. 8 



114 Nachträge. 

Gr. p. 219 beirimíd ferimus, beirthí, beirthidh (dh am Ende 
wird nicht gesprochen, vgl. § 3) fertis. Enthält die Wurzelsilbe 
einen breiten Vocal, so hat sich aoi, d. i. langes i mit voraus- 
gehendem flüchtig articulirten dumpfen Vocal, ül) in der Endung 
festgesetzt: mólamaoid wir preisen, moltaoi ihr preiset, mol- 
famaoid wir werden preisen. Vgl. S. 112 § 25 d . 

254 c . Von der gewöhnlichen Bildung der relativen Form 
der 3. Sg. auf -es, -as weichen ab füe qui est § 388, teite 
qui it, die relative Form zu téit, d. i. do-éit § 264 c ; dazu auch 
die Perfectform boie qui erat (Goid. 2 p. 87, Book of Armagh)? 

Es findet sich aber auch präterital teite, teiti er ging, 
neben téit, ohne relative Bedeutung; ebenso luide er ging, 
neben hiid § 302. Stokes (Beitr. zur Vergl. Sprachforsch. VII 
S. 40, 42) ist in solchen Fällen geneigt, ein Pronomen -e, -i 
abzutrennen, bald als Nominativ, bald als Dativ oder Accusativ: 
leigth-i duillen er wirft einen Wurfspiess; geibth-i Loeg cloich 
L. nimmt ihn, einen Stein; is Cucnlainn cobarthe es ist C, 
der ihm helfen würde. Vgl. § 205 if., andrerseits aber die 
Praeterita auf -ta, -tha § 309, zu denen vielleicht einzelne 
dieser Formen zu rechnen sind, z. B. budigthe er dankte TE. 14. 

272 b . Stokes hat neuerdings (Three Middle-Irish Homilies, 
Preface p. IX) zwar nicht ausdrücklich ro chreti, wohl aber 
ähnliche Formen von Verben der IL Conjugation für eine be- 
sondere Imperfectbildung erklärt, z. B. ro labra er sprach, ro 
seribai er schrieb, namentlich aber (ohne ro) adcobra er wollte 
Hy. 2, 45. 

276 b . Auch von carim II amo ist ein reduplicirtes Futu- 
rum nachgewiesen: ni con chechrat act ni bas toi doib sie 
werden nur lieben, was ihr Begehr ist (Gl. zu et erunt homi- 
nes se ipsos amantes Wb. 30 c , 3) ; gewöhnlich bildet es das 
B-futurum, § 282. 

289 b . Schwer zu erklären ist dudichestar (i. miastair i. 
kuaid fesin), Glosse zu ducetur in dem Satze gravis illi vita 
tristisque ducetur Ml. 30 d . Das Futurum Passivi sollte du- 
diastar lauten, wie du-diastae § 321 und dti-di § 287 anzeigen. 



Lesestücke. 

Die Stücke III, V und VI waren bisher noch nicht gedruckt. Der 
Anfänger beginnt am besten mit den altirischen Sätzen unter I; von den 
übrigen Stücken ist V besonders leicht; für IV kann man die eigne Ueber- 
setzung an der Hennessy's prüfen. Cursiver Druck zeigt an, wo in 
der Handschrift ein Wort abgekürzt geschrieben ist. 

I. 
Sätze aus den altirischen Glossenhandscliriften. 

1. Ni mebul lemm precept soscéli (Wb. 1*). — 2. Is uisse 
log a saithir do chách (Wb. 29 a). — 3 # l s s i a r n-ires hi sin atá 
mor dechur etir deacht ocus doinacht (Ml. 26*). — 4. Is triit 
dorolgetha ar pecthi duún (Wb. 26 c). — 5. Ni ru foraithmenair 
Duid isin t-salm so a n-durigni Abisolón fris (Ml. 24 c). — 
6. Denid attlugud buide do Dia di cach maith dogni frib 
(Wb. 27 a). — 7, Sech ni coimnactar ar namit son fortanbristis- 
ni (Gl. zu obprimi nequivimus Ml. 135b.) — 8, Ni bat litre nota 
aram cia scribtair hi fers (Sg. 6*). — 9. Amal fongníter idil, 
sie fognítber donaib ánib (Wb. 27*). — 10. Na taibred cách 
úaib bréic imm alaile (Wb. 27^>). — 11. Gaibid irnmib a n-etach 
macc cóimsa, amal nondad maicc cóima (Induite vos ergo, sicut electi 
dei saneti et dilecti per viscera misericordiae, benignitatem .. Wb. 27*). 

— 12. Attlugud boide do Dia di bar n-icc trit-som (Wb. 27 c). 

13. Adib moga-si dam, atá far cóimdiu innim (Wb. 27 c ). — 

14. Is airi am eimbid-se höre no predchim in min sin (Wb. 27 c). 

— 15. Bid di bar n-ág-si ron bia-ni indocbál (Wb. 25»). — 
IG. Is hé in teettaire maith condaig indocbáil dia thigerni 
(Wb. 8*). — 17. Ro bad bethu dorn, -dian chomalniim (Wb. 3 c). 

— 18. Ni riat na dánu diadi ar a n-indeb domunde (Wb. 28 c). 

— 19. Ni tairmthecht rechto, mani airgara recht (Wb. 2 c). — 
20. Sech ni thartsat som ni comtachtmar-ni (Wb. 24*). — 21. 
Berir do imchomarc uaidib (Wb. 31 *). — 22. Ar osailcther 



116 Sätze aus den altirischen Glossenhandschriften. 

hires tri degnim; innarbar (lies: innarbanar) hires daw tri droch- 
gnimu (Ml. 14c). — 23. Ceni tormastar ho méit is trom cenae 
ho aicniud ut sunt lapides (Ml. 20»). — 24. Tairchechuin resiu 
forchuimsed (Wb. 4*). — 25. Nob sóirfa-si Dia dinab fochidib 
(Wb. Hb). — 26. Is glé lim-sa rom bia buáid (Sg. IIa). — 27, 
Nachin rogba uáll (Wb. 15*). — 28. Mani ro chosca som a 
muntir in tain bíis cen grád, ni uisse toisigecht soclmide do 
(Wb. 28^). — 29. Is immaille ro scaich in bolc do blith ocus in 
t-immun do denam (Lib. Hy. IIa). — 30. Dobert goiste imma 
bragait fadesin conid marb, huare nad n-digni Abisolón a chom- 
airli (Ml. 23 b). — 31. Foillsigthir as n-isel in clóinacht iar 
n-aicniud, huare as in deacht fodaraithmine ocus no da fortach- 
taigedar (Ml. 25 c). — 32. Is hed dim alligitime scarad fri indeb 
in dornuin ocus toi Dsb do dénum (Gl. zu non coronatur nisi legitime 
certaverit, Wb. 30 a). — 33. Is do thabirt diglae berid in claideb 
sin (Wb. 6 a). — 34. „Cia atagegalldathar" ol Sencha. Atage- 
gallar-sa" ol Triscoth (LU. p. 19 b ). — 35. Cid bec cid mar ind 
inducbál ó dia tar hesi denmo ind iibuir, bith má de do buith 
dait-siu hi coimthecht oco (Sg. 2 a). — 36. Ani clodesta di chom- 
alnad csesta Crist dom-sa, is occa attóo; is héd dim desta di 
suidiu dul martre tar far cenn-si (Wb. 26*). — 37. Ató oc com- 
báig friss im sechim a gnime et im gabáil desimrechte de, con 
roissinn cutrummus friss et congni-som frim-sa oc suidiu (Wb. 26 d ). 

— 38. Manid tesarbi ni di maith assa gnimaib in tain rom- 
bói etir tuáith, is uisse a airitiu i n-seclis (sc. viduae, Wb. 28*). 
39 a . Forcain som hie servos obidire et servire dominis arna 
érbarat domini robtar irlithi ar möge duun resiu tised hiress, 
robtar anirlithi iarum; ní áil tra in sin do epert ol se-som, ar 
ni do forcitul anirlatad dodechuid (Wb. 27 c). — 39 b # Arna ser- 
barthar roptar irlithi ar möge dun, con tanicc hiress, et it anir- 
lithi iarum (Wb. 29 b). — 40. In tan forcomnaeuir in gnim so 
crochtha Crist ocus dodechuid temel tarsin gréin, asrubartatar 
fir betho: tiagar huáin dochum hl(ru)salem dús cid forchom- 
naeuir indi ind inaim so, air is ingnad linn a n-adeiam (Ml. 16 c). 

— 41. In tan tét a laithe di chiunn cosnaib gnimaib ocus cos- 
naib imnedaib gniter and, dotét iarum imthanu aidche tar hsesi 



Lesestücke. 117 

co n-dermananmiar-ni inna iinned sin i iu-biam isind laithiu 
tri chumsauad inna aidche dod-iarmorat (Ml. 21 c .) — 42. Ba 
bés leu-som dobertis da boc leu dochum tempuil ocus no leictbe 
indala n-ái fon dithrub co pecad in popuil ocus dobertis mal- 
dachta foir ocus noircthe din and o popul tar cenn a pectha 
ind aile (Tur. 110«). — 43. kmal dotéit side (sc. für) do gabáil 
báiguil in tan nád n-acastar et nád forcbluinter, isamlid dorriga 
Dia do bráth, in tain nád tonmibther a thichtu (Wb. 25*). — 

44. Cia rud chualatar ilbélre et ce nus labratar, ni pat ferr 
de; is follus dim nanmá ar bríg labrad ilbélre (Wb. 12 d). — 

45. In tan durairngert Dia du Abracham a maith sin, ducuitig 
tarais fadeissin, ar ni robe nech bad huaisliu tar a toissed 
(Wb. 33 d). — 46. Is di lus bis forsnaib caircib dognither in 
chorcur buide (Tut. 115). — 47. Isel fri art, tailciud fri gargg, 
cáith a uuair, cacb óin dod-géna samlid bid reid riam cacb 
-amreid (Bern. 117»). — 48. I s dosaidi-siu for hirubinaib co n- 
dárbais frecndarcus du fortachtae dunaib trebaib so dia soirad 
i. triub Effraim rl. (Ml. 209). 

49. Frange esurienti panem tuum et egenos vagosque induc in 
domum tuum, et cum videris nudum cooperi eum et carnem tuum ne 
despexeris. A duine fireoin ar Isu roind do bairgin frisin m- 
bocht; tzibair cendsa ocus aigidecht don fairind recait a less. 
Dia n-accara nech cen etach, tahair etach dó. Cid iat do 
charait fén atcbithera i m-boclita airchis dííb (Leabh. Breac 
p. 47^, 37; dia faccara*) nech cen etach imbe ibid. p. 67 b , 21). — 
50. Caput Christi oculus Isaise frons nassium Nóe labia lingua Salo- 
monis Collum Temathei mens Beniamin pectus Pauli unctus Iohannis 
fides Abrache scs. scs. scs. dns. ds. sabaoth. — Cauir ani siu cach dia 
im du chenn ar chenngalar iama gabáil dobir da sale it bais 
ocus dabir im du da are ocus fort chulatha ocus cani du pater 
fo thri läse ocus dobir cros dit sailiu for ochtar do chinn ocus 
dogní a tóirand sa dam U. fort chiunn. — 51. (Nach einem 
andern Zauberspruche:) Focertar in so do grés it bois láin di 
uisciu oc indlut ocus dabir it béulu ocus imbir in da mér ata 



*) Im Leabhar Breac steht f auch für f, vor dem ein Nasal ge- 
schwunden ist. 



Hg Lesestücke. 

nessam do bitain it bélaib cecbtar ái á letli (aus dem Cod. Sg., 
Z.2 p. 949). — 52. Ni taibre grád for necb causa a pectba no 
a cbaingnima, ar biit alaili and ro finnatar a pectbe resíu docói 
grád forru, alaili is iarura ro finnatar; berir dam fri laa brátba 
(Wb. 29 a). 

II. 
Verse aus dem Codex Sangalleiisis. 
Der Text in der Grammatica Celtica 2 p. 953 und bei Nigra, Reli- 
quie Celtiche I p. 18 ff. Vgl. Stokes, Beitr. zur Vergl. Spr. VIII p. 320, 
Irish Glosses p. 44, 62, 70. 

1. Sg. p. 112: 

Is acber in gáitb innocht fufuasna fairggse findfolt 

ni ágor reimm mora minn dond laechraid lainn oa Lochlind. 

2. Sg. p. 203: 

Dom farcai fidbaidse fál fom cbain lóid luin lúad nad cél 
huas mo lebrán indlínech fom cbain trirecb inna n-en. 

3. Sg. p. 204: [doss 
Fomm cbain cói menn medair mass bi m-brot glass de dindgnaib 
debratb n-om cboimmdiu cóima cáin scribairam foroid *) 

4. Sg. p. 229: 

Gaib do cbuil isin cbarcair ni ro is cbluim na colcaid 
truag in sin amail bachal rot giuil ind srathar dodcaid. 

III. 
Ectra Condla Chaim maic Chuind Chetehathaig in so (LU. p. 120):**) 

1. Cid dia n-apar Art Óenfer? Nmsa. Lá ro bói Condla 
Ruád mac Cuind Chetchaihaig for láim a atbar i n-uacbtor 



*) Die fehlenden zwei Silben sind leider nicht lesbar in der Hand- 
schrift. Stokes ergänzt Beitr. zur Vergl. Spr. VII p. 320 versuchsweise 
foroid [narros] „ad symphoniam (? ,,oid") sylcularum", RemarJcs 2 - p. 14 
dagegen foroid [n-óibda] „ad symphoniam amoenam". Die letztere Ver- 
mufhung ist die weniger glückliche, da das letzte Wort ein Beim auf doss 
sein muss. foroid mit der fehlenden vorletzten Silbe des Verses könnte 
einen Beim auf cóima enthalten, vgl. indlinech .. trirech 2, 2; mass .. 
glass 3, l. Etwa fo roida ross? 

**) Condla ist in der Handschrift odla (o = con) oder ödla, d. i. 
Conndla. geschrieben. Die handschriftliche Abkürzung für n und m ist 
nur da durch den Druck angedeutet, wo aus besonderen Gründen mög- 
lichst treue Wiedergabe der Handschrift räthlich zu sein schien. 



Lesestücke. 119 

Usnig, co n-acca in mnai i n-etuch anetargnaid na dock^in. 
Asbert Condla: „Can dodeochad a ben?" or se. „Dodeochad- 
sa" ior in ben „a tírib beó áit inna bí báa nó peccad na imor- 
bus. Domelom íleda buána ca^ rithgnom, cáin comrac leind 
cen debaid. Síd niór itaam, conid de suidib nonn aimnnig- 
ther a?s síde." „Cia a gillai" ol Cond fria mac „acailli?" úair 
ni acca nech in mnaí acht Condla a óenur. 2. Ro recair 
in ben: 

(R.) „Adgladadar mnaí n-óic n-alaind socheneoil nad fresci 
bas na sentaid ro charus Condla Ruád cot-gairim do Maig Meli 
inid rí boadag bid snthain rí cen gol cen mairg inna thír ó 
gabais flaith. 

(R.) Tair lim a Condlai Ruáicl mxún brec cainel derg barr 
bude fordotá oás gnuís corcorda bid ordan do rígdelbse má 
chotum-éitís ní chrínfa do delb a bóitiu a baldi co brátb brin- 
dacb." 

3. ksberi Cond fria druid, Corán a ainm side, ar ro cbuá- 
latár uili an ro rádi in ben cen co n-acatár: 

(R.) „Not áliin a Chorán mórchetlaig*) mordanaig íorhóná 

dodom-anic as dorn moó airli as dorn moo C2<machtu nith 
nácbim thánic o gabsu flaitb mu imcbomruc delb nemaicside 
cotom-éicnigidar immum macc rocháin d'airchelad tretboatb 
ban du dí láim rígdai brectu ban m-berir." 

Do cbacbain iarom in drui fo/'sin n-guth inna mná connacb 
cúala necb gutb na mná ocus conna haccai Condla in mnai 
ond úair sin. 4. In tan trá luide in ben ass re rochetul in 
druad docborastár ubull do Condlu. Boi Condla co cend mis 
mis cen mir cen dig cen biád. Nir bo fíu leis nach tuára aile 
do tbomailt acht a ubull. Xi digbad ni dia úbull cacba to^led 
de acht bá ógslan beus. Gabais eólcbaire iarom inni Condla 
imon mnai atconnairc. Allá bá lán a mí baí íor láim a atliar 
im-Maig Arcbommin inti Condla, co??n-aca cbuci in mnaí cétna 
a n-asbert fris: 



*) Gl. i. caiias chetla. 



120 Lesestücke. 

(R.) „Nallsuide*) saides Condla eter marbu duthainai oc 
idnaidiu éca úathmair. Tot-churethar bíi bithbi at gerat do 
dáinib Tetbrach ar-dot-chiat cacb dia i n-dálaib tatbardai eter 
dugnatbu inmaini." 

5. Ämal ro cbuala Cond gutb na mna, asbert fria mumtir: 
„Gairid dam in druíd atcbíu doreilced a tenga di indiu." As- 
hert in ben la sodain: 

(R.) „A Chuind Chetcatbaig druidecbt nis gradaigtlw ar 
is bec ro soicb ior messu ar trag máir. Firién co n-ilmuinteraib 
ilib adamraib motát-icfa a recht conscéra brichta druád tar- 
dechta ar bélaib demuin duib dolbthig." 

Ba ingnad tra la Cond ni con taidbred Condla aithesc do 
neoch acht tisad in ben. „In deochaid" ol Cond „fot menmain- 
siu a radas in ben a Condlai?" Asbert Condla „Ni reid dam 
sech cach caraim mo dóini. Rom gab daw eolchaire immon 
mnai." 6. Ro frecart in ben and-side, co n-epert in so: 

(R.) „Tathut airunsur álaib fri tóind t'eólchaire o fadib 
im loing glano condrísmaís ma róismais síd boadaig. 

(R.) Fil tir n-aill nad bu messu do saigid 

atchhi tairnid in gréin n-gil cid cían ricfam ria n-adaig. 

(R.) Is ed a tír subatar mmmain cáich dodomchela 
ni fil cenel and nammá acht mná ocus ingena."**) 

7. tharnic dond ingin a haithesc, foceird Condla iar sudiu 
bedg uádib co m-boi isind noi glano, i. isin churach com- 
thewd commaidi glanta. Atconnarcatar uádib mod nad mod, i. in 
fat ro siacht ind radairc a roisc. Ro raiset iarom in muir uádib 
ocus ni aicessa o sin ille ocus ni fes cid dollotar. A m-bátar 
íor a n-imrátib isind airiucht co n-aicet Art chucu. „Is a 
oenur d'Art indiu" ol Cond, „dóig ni fil bráthair. Buádfocol 
an ro radis" or Coran, „iss ed ainm forbia co bráth Art Óenfer, 
conid de ro len in t-ainm riam o sin immach. 



*) lieber nall-suide die Glosse i. uasal. 

**) Die Punkte und die Versabtheilung nach der Handschrift. 



Lesestücke. 121 

IV. 

Fotha Catha Cnucha in so. 

(LU. Facs. p. 41; übersetzt von W. M. Hennessy, Rev. Celt. II p. 86 ff.< 

1. Dia in-bói Cathair Mór mac Fedelmtbi Firurglais maic 
Corma/c Geltai Gáith irrigi Teinrach ocus Cond Cétchathach 
hi Cenandos hi ferand rigdomna, boi driii amra la Cathair, 
i. Nuadu niac Acbi maic Datbi maic Brocain maic Fintain do 
Tbuaitb Datbi a Bregaib. Boi in drui qc iarraid feraind il-Lai- 
gnib ior Cathair, ar ro ütir co m-bad il-Laignib no beth a chorn- 
arbus. Doheir Cathair a tboga tíri dó. Iss ed ferand ro thog 
in drui i. Almu.* Robi ro bo banceli do Nuádait*) i. Almu ingen 
Becain. 

2. Ro chzíintaiged dún ocan druid and-sin i n-Almain 
ocus ro comled alamu dia sund cor bo sengel uli, ocus co m-bad 
de-sin no beth Almu forri, dia n-ebrad: 

Oengel in dun dremni drend mar no gabad sei Erend 
dond alamain tue dia thig is de ata Almu ar Almain. 

Ro boi ben Nuádat i. Almu oc iarraid a anma do bith 
forsin enue ocus tucad di-si ind aseid sin, i. a ainm do bith 
forsin chnuc, ar is inti ro &änacht iar tain, dia n-ebrad: 

Almu rop alaind in hen ben Nuadat moir maic Aiched 
ro cuinnig ba fir in dál a ainm ior in enue comlán. 

3. Bói mac sainemail oc Nuadait i. Tadg mac Nuadat. 
Ráiriu ingen Duind Duma a banchéli sidé. Drui amra daw 
Tadg. Tanic bás do Núadait ocus ro ácaib a dun ama7 ro 
bói oc a mac, ocus iss e Tadg bá drui do Chatháir dar ési a 
athar. Bert Rairiu ingin do Thadg i. Murni Muncaim a ainm. 
Ro as gnoé móir in n-ingin i sin co in-bitis maic rig ocus ro- 
flatha na Erend oc a tochra. Bói da?i C^mmall mac Trenmóir 
rigfennid hErend fri láim Cuind. Boi sidé d&n cumma. cháich 
oc iarraid na ingi^e. Dobreth Nuadó era fair**), ar ro fit ir co 
m-bad tremit no biad scarad dó fri Almain. Inund mathair 
do Ch*<mall ocus d'athair Cuind, i. do Fedelmid Recktmar. Tic 



*) Nuádhait Facs. **) far Facs. 



122 Lesestücke. 

trá Cumall*) ocus berid ar écin Murni ior aithed leis ar ni 
thucad dó chena In. 

4. Tic Tadg co Cond ocus innisid dó a sarugud dó Qhu- 
mall, ocus gabais fri grisad Cuind ocus oc a imdercad. Fáidid 
Cond tecbta co Cttmall ocus asbert fris Eriu d'ácbáil nó a 
ingen flo thabairt do Thadg. Asbert Cwmall na tibred acht is 
cac/i ni doberad ocus ni bád sí in ben. Fáidis Cond a amsaig 
ocus Urgrend mac Lugdach Cuirr ri Luagni, ocus Dáiri Dero, 
mac Echach ocus Äed a'mac (is fris-side atberthe Goll iar tain) 
do saigid Cwmmaill. 

5. Tinolaid Cwmall a socraiti chucu ocus doberar cath 
Cnucha etorro ocus marbtair Czimniall and ocus curthir ár a 
muntiri. Dofuit CimiaM la Goll mr«c Morna. Gonais Luchet 
Goll ina rose cor null a suil conid de rod lil Goll de, conid 
de asbert: 

Äed ba ainni do mac Dáiri díar gát Luchet co n-ání 
ó ro gsét in laigni trom airi con rate fris Goll. 
Márbais Goll Luchet. Is de-sin dan ro bói fích bunaid 

eter maccu Morna oecus Find. Dá ainm ro bátar ior Dairi, 

i. Morna ocus Dairi. 

6. Luid Murni iar sin co Cond, ar ro diúlt a athair di 
ocus nir leic euci hi, ar ro bo torrach hi, ocus asbert fria mun- 
ter a breoad ocus arai nir lam ammudugud fri Cond. Ro boi 
ind ingen oc a iarfaigid do Chund cinnas dogenad. Asbert 
Cond „Eirg" ior se „co Fiacail mac Conchind co Temraig Mairci 
ocus dentar th'asait and", ar deVfiur do Chwmall hen Fiacla, i- 
Bodball Bendron. Luid Condla gilla Cuind lei dia idnaeul, co 
ranic tech Fiacla co Temraig Mairci. Ro ferad fsélti frisin 
n-ingin and-sin ocus ro bo maith arrochtain and. Ro hasaited 
ind ingen iar tain ocus hert mac ocus dobreta Demni d'an- 
mum dó. 

7. Ailtir in mac iar tain leo cor bo tualaing fogla do 
denom ior cach n-sen rop escarait dó. Fuacraid daw cath nó 
comrac oenfir ior Tadg no lan éraic a athar do thabairt dó. 



*) Chwmall Facs. 



• Lesestücke. 123 

AsWt Tadg co tibred breith do ind. Rucad in bret ocus is si 
in breth rucad do, i. Almu amal ro bói do lecun do ar dilsi 
ocus Tadg dia facbail. Doronad amlaid, ro facaib Tadg Al- 
main do Find ocus tanic co Tuaith Dathi co a ferand duthaig 
fesin ocus ro aitreb i Cnuc Réin frisi raiter Tulach Taidg in- 
diu, ar is uad-som raiter Tulach Taidg fria, o sin co sudi; conid 
de-sin asbert in so: 

Cuinchis Find ior Tadg na tor i Ctvmall niór do marbod 
cath c&n chardi do cac/**) dáil no comrac oenfir d'fagbail. 

Tadg uair nir tualaing catha i n-agid na ardflatha 
ro fac(aib)**) leis ba loor do mar ro boi uli Almo. 
8. Docoid Find i n-Almain iar tain ocus ro aittreb inti 
ocus is si ro bo dun arus bunaid dó céin ro bo béo. Doroni 
Find ocus Goll sid iar tain ocus doratad eric a atbar o claind 
Morna do Find, ocus batar co sidamail noco tarla etorro i 
Temair Lúacra imman muic Slanga ocus im Banb Sinna mac 
Mailenaig do marbad, dia n-ebrad: 

Ar sin doronsatar sid Find ocus Goll commeit gnim 

co torchair Banb Sinna dé mon muic hi Temair Luacrse. 

V. 

Fragment aus der irischen Uebersetzung der Historia Britonum des 

Nennius (LU. Facs. p. 3.) 

Als Autor dieser Ueb'ersetzung gilt Gilia Caemgin, starb 1072, vgl. 
O'Curry, On the Manners and Customs etc. II p. 222. 

Der britische König Guortbigern, eines Frevels wegen von der 
Geistlichkeit verflucht, zieht mit seinen Druiden aus, um sich gegen 
seine Feinde, die Sachsen, eine Burg zu bauen. Sie finden einen passen- 
den Ort, aber das am Tage herbeigeschaffte Material verschwindet spur- 
los über Nacht und es ist unmöglich, einen festen Bau aufzuführen. Die 
Druiden erklären, dass der Bau mit dem Blute eines Kindes ohne Vater be- 
spritzt werden müsse. Ein solches Wunderkind wird gefunden; der Knabe 
erfährt von dem Könige, was ihm droht, und setzt die Druiden ihres fal- 
schen Rathes wegen zur Rede. Hier beginnt das Fragment. (Die irische 
Uebersetzung der Hist. Brit. ist aus einer Jüngern Handschrift vollständig 
herausgegeben von Todd, in den Publicationen der Irish Archaeological 
Society, 1848.) 



") ca/i Hennessy. **) ro fac Facs. 



124 Lesestücke. « 

1. „Acht chena" ol se „a rí failsigfit-sea firinne duit-siu, 
ocus iarfaigim dona druidib ar thús, cid atá i foluch fond erlar 
sa inar fiadnaise. Ro ráidset na drúid „Nochon étammar" ol 
siat. „Ro fetar-sa" ol se. „Atá loch usci and. Fegtar ocus 
claiter." Ro claided ocus frith in loch and. „A fathe ind rig" 
ol in mac „abraid cid atá immedon ind locha." „Ni etamar" 
or siat. „Ro fetar-sa" ol se, „atát da clárchiste mora and, in- 
agid tagid ocus tucthar as." Ocus tucad as. „A druide" ol 
in mac, „abraid cid atá etir na clarlestraib ui" Ocus ni eta- 
tar. „Ro fetar-sa" ol se, „atá seolbrat and ocus tuctar as." 
Ocus frith in seol timmarcte etir na da chlárchiste. 2. „Abraid 
a éolcho" ol in mac, „cid ata immedon ind étaig út." Ocus 
ni ro recratar, ar ni ro tucsatar. „Atat dá crúim and" ol se, 
i. cruim derg ocus cruim gel. Scailter in t-étach." Ro scailed 
in seolbrat. Ro batar na di chruim ina cotlud and. Ro ráid 
in mac: „Fégaid-si in-dignet innosse na bíasta." Atraracht cách 
díb co araile co rabe cechtar de ic sroiniud araile ocus co raba- 
tar ic imletrad ocus ic imithi ocus no innarbad in chruim dib 
araile co meclón in t-iuil ocus in fecht n-aill co a imel. Do- 
rónsat fa thri fon innasin. In chruim rúad trá ba fand ar 
thús, ocus ro imiarbad co himel ind étaig. In chruim tait- 
nemach immorro ba fand fo déoid ocus ro teich isin loch ocus 
ro tinastar in seol fo chetoir. 

3. Ro iarfaig in mac dona druidib: „Innisid" ar se, „cid 
follsiges in t-ingnad so. „Ni etamar" ar siat. „Dogen-sa" ar 
in mac „a follsigud dond ríg. Is é in loch flathius in domuin 
uile. Is é in seol do lathiusa a ri. Is iat na dá chruim na 
da nert i. do nert-su co m-Bretnaib ocus nert Saxan. Do 
nert-su in chruim ruad, is i ro innarbad ar thus don flathius. 
Nert Sachsan immorro in cruim gel ro gab in seól uile acht 
bec i. ro gab inis Bretan acht bec. Coron innarba nert Bretan 
fo deoid iat. Tu-su immorr o a ri Bretan eirg asin dúnsa, ar 
ni chsemais a chumtac ocus sir innis Bretan ocus fógeba do 
dun fadéin." 4. Ro ráid in ri: „Cia do chomainm-so?" ol se. 
Ro recair in gilla: „Ambróis" ol se „mo ainm-se." Is é sein 
in t-Ambrois Gleotic ri Bretan. „Can do cene£?" ol in ri. „Con- 



Lesestücke. ] 25 

sul Roman ach m'athair-se" ol se, „ocus bíd hé só mo dun." Ro 
leic Gorthigernd in dun clo Ambróis ocus rige iarthair inse 
Bretan uile ocus tanic cona druidib co túascert inse Bretan, i. 
cosin ferand dianid ainm Gunnis ocus ro chumtaig dun and i. 
Caer Gorthigernd. 

VI. 
Do cheli De no di clerech reelesa (LBr. Facs. p. 261 b ). 
Dia m-bani fo mamm clerchechta is uasal in bes 
athaigem in noehedais da cech trath do gres. 
In tan clomar in clocan ni iwail in bes 
tocbam cride solma suas telcem gnusi ses*). 4 

Canam pafer**) ocus gloir cach tairle trist 
sénam bruinne ocus gnuis airrde cruchi Crist. 
Arroisam ind eclais slechtam co bo tri 
nis filleni glun i mama i n-dómnaigib De bíí. 8 

Celebram is cuindrigiurnm cen lobra cen lén 
sruith in fer adgladamar coimdiu nime nel. 
Figlem legem irnaigtiu cech meit a neirt 
feib nunreafeaglat (?) ina glóir co teirt. 12 

Teit cech gradh ria chomadus feib dobeba coir 
amai ainmnigter do cach otha teirt co nóin. 
In t-oes graid don ernaigthi don oiffrind co cert 
oes legind do forcetul feib rotnai a nert. 16 

In ócaes don erlataid feib ronta a tli 
ar is diles do diabid in corp na déni ni. 
Lubair don oes anecnaid do rer clérig chaid 
soethar ecnadu na ghin ssethar buirb na laim. 20 

Celebrad cech en tratha la cech n-ord dogniam 
tri sléchtain ria celebrad a tri inna diaid. 
Tua ocus díchratu réthince cen lén 
cen fodord cen imchomairb dlegar da cech oen. 24 



*) GL i. co lar. 
**) pf. LBr. 



Wörterbuch. 



a (asp.) VocativpartiJcel. 

a (asp.) sein (M. JS T .). 

a ihr (F.) 

a, a n- ihr (Flur.). 

a, a n-, an welcher-, Conj. als. 

a, ass aus; ass, assa. 

Abisolón Äbsolon. 

Abracham Abraham. 

abraid, apar zu epiur, epur. 

aca, acca, accai, acatár, acastar 
zu adciu. 

ro ácaib zu fácbaim. 

acailli zu adgládur. 

acher lat. acer. 

Achi IV 1, Aichecl 2. 

acht Conj. ausser, lat. nisi; son- 
dern; acht cheua indessen. 

adaig F. Nacht. 

adamra wunderbar. 

adcíu, adchíu, atchiu ich sehe; 
adciam, aicet; accai, acca, 
aca, acatár; accara, faccara, 
atchithera; acastar; aicessa. 

adgládur Dep. ich rede an, 
spreche mit Jmdm; adglada- 
dar, adgladamar, atagegallar- 
sa , atagegall d at har ; Act. 
acailli. 



adib zu am ich bin. 

adnacim ich begrabe; ro ad- 

nacht. 
Aed mac Dáiri IV 4, 5. 
ael Kalk. 

áen, óen ein, eine, ein. 
a?rbarthar zu asbiur. 
áes, óes M. Älter, coli, die 

Leute; oes legind die Lcc- 

toren (fer legind Lecior). 
hási s. ési. 
ág Kampf I 15. 
aged Gesicht; i n-agid c. Gen. 

gegen. 
ágor Dep. ich fürchte. 
ái s. indala, cechtar. 
aicessa, aicet zu adciu. 
aicned N. Natur; iar n-aicniud. 
aidche F. Nacht. 
aigidecht F. Gastfreundschaft. 
áil angenehm; ní áil I 39 a . 
aile, N. aill lat. alius. 
ailini ich ziehe auf; ailtoV. 
ainm N. Name; anma, d'an- 

nium, dá ainm. 
ainmnigim ich nenne; ainmnig- 

ter VI 1.4 lies ainmnigther. 
air, ar Fraep. vor, für; airi 

deshalb: airun III G? 



air — ar. 



127 



air, ar Conj. denn. 

airchelacl III 3 vgl. arcelim 
auf er o Sg. 9 a , arachela vel 
dogaitha Gl. zu quae frustre- 
tur mentes eorum JSfl. 31*, 
airchellad raptus Z. 2 868. 

airchissim ich erbarme mich ; air- 
chissi pardt Wb.4 c : airchis. 

airde N. Zeichen; airrde VI 6. 

airecht M. Versammlung. 

airgarim ich verbiete; niani air- 
gara. 

airitiu F. Aufnehmen, Auf- 
nahme . 

airle F. Math. 

airunsur III 6? 

áit Ort. 

aithed Enttveiclien, engl, elope- 
ment; for aithed. 

aithesc N. Antwort. 

aittrehaim ich wohne; ro ait- 
treb, aitreb. 

álaib III 6, vgl. grian alaib 
(i. alaind) „a delightful sun" 
Fei. Sept. 3. 

alaile lat. alias. 

alaind hübsch. 

alamu IV 2 Alaun (?). lat. 
alumen; dond alaniain. 

aide, ailde F. Schönheit. 

álim ich bitte. 

am ich bin; at, is, as (as n-isel 
I 31) adib, it. 

amail, amal Praep. und Conj. 
iv ie. 

Almu ingen Becain IV 1. 



Almo, Almu „now the hill of 
Allen, near Newbridge in 
the country of Kildare" 
Hennessy; in Almain. 

Ambróis Ambrosius, ein Name 
des bekannten Propheten und 
Zauberers Merlin, cymr. 
Merddin Embrys, bei Nen- 
nius mit einem König Am- 
brois Gleotic, cymr. Embrys 
Guletic, zusammengeworfen. 

amlaid, amlid so; is amlid es 
ist so, dass . . 

amra ivunderbar, berühmt. 

amsach von amos satellites, 
Mieth soldat; a aimsig ,Jds 
soldiers" IV 4. 

an Fron. rel. s. a, a n-. 

and da, hier, gr. ivfra; and- 
side, and-sin gr. svrav&a. 

áne F. Glanz, deliciae. 

áne Flur, divüiae; donaib ánib. 

anecnaid un weise. 

anetargnaid wunderbar. 

ani lat. id quod. 

anirlatu Ungehorsam; anirlatad. 

anirlithe ungehorsam. 

apar zu epiur, epur. 

ar, or, ol lat. inquit. 

ar, air Praep. vor, für; airi; 
ar sin IV 8 für iar sin. 

ar, air Conj. denn. 

ara n-, ar a n- Conj. dass, da- 
mit; ar na dass nicht. 

ar n- unser. 

ár Niederlage. 



128 



arai — bíu. 



arai Conj. indessen. 

araile lat. dlius. 

arani F. Zahl. 

Archommin s. mag. 

árd hoch; ard-flaith. 

ar-dot-chiat III 4, vgl. nim 

air-cecha ,,thou shalt not see 

me" Bev. Celt. II p. 490. 
are M. Schläfe , im du da are 

I 50. 
arna Conj. dass nicht. 
Art Oenfer Arturus Unicus 

{OFlaherty, Ogyg. p. 314). 
arus Wohnung IV 8. 
as zu am. 

ásaim ich tvachse; ro as III 3. 
asait Niederkunft, parturUio; ro 

hasaited sie kam nieder IV 6. 
asbiur ich sage; arna érbarat, 

sérbarthar; asbert, asrubar- 

tatar. 
ascid F. „request" IV 2. 
ass hinaus, fort s. a, ass. 
at zu am. 
atá, ató s. attoo. 
atberthe zu epiur. 
atcbiu s. adciu. 
atconnairc conspexit; atconnar- 

catár. 
athaigim ich suche auf; athai- 

gem VI 2. 
athair M. Vater; atliar. 
atlucbur mit und ohne buide 

gratias ago; attlugud buide. 
atraracbt surrexit. 
attóo, ató ich hin; atá. 



B. 

bacbal M. „slavc", vgl. bach- 
lach famiäus. 

baile M. Ort, Stadt. 

báigul, báegul M. Gefahr; bái- 
guil. 

bairgen F. Brod; bairgin. 

Banb Sinna III 8. 

bauchéli F. Genossin, Frau. 

bar n- euer. 

barr M. Haar. 

bas, bos F. Hand; it bais, bois. 

bás N. Tod. 

bec Idein, wenig; acht bec bei- 
nahe. 

Becau IV 1. 

bedg Sprung. 

beim N. Schlagen, Schlag. 

béist F. lat. bestia; na biasta. 

bei M. Lippe, Mund; béulu; 
ar bélaib vor, gegen. 

bélre N. Sprache. 

ben F. Frau; mná, mnái, mnái 
n-, bau. 

beó lebendig; bii, bíi, bi. 

berim ich trage, bringe, ge- 
bäre; berid, bert, berir. 

bés M. Gewohnheit, Sitte. 

bethu M. Leben. 

beus ferner, noch. 

biacl N. Nahrung, Speise. 

bith M. Welt; betho. 

bithbeo eivig lebend; bithbi. 

biu ich bin, werde; bí, biis, 
i m-biam, biit, dia m-bam, 
ni bat, ni pat; no beth, ni 



do blith — canim. 



129 



bád, co m-bad, ro bad, co 
m- bitis; ro bia, bith, bid; 
no biad; bói, bái, ro bo, cor 
bo, nir bo, nad bu, bá, ba, 
robe, co rabe, rop, bátar, co 
rabatar, robtar; do buith, do 
bith; feib do beba VI, 13? 

do blith zu melim. 

bo tri VI 7 für fo thri. 

Bodball Bendrou Oumalls 
Schwester IV 6. 

boadag s. búadach. 

boc M. Bock. 

bocht arm. 

bochta F. Armuth. 

boide s. buide. 

bois s. bas. 

bolc M. Sack. 

borb dumm; buirb. 

bráge 31. Hals; bragait. 

brat M. Mantel; hi m-brot. 

bráth M. Gericht; brátha, co 
bráth. 

bráthair M. Bruder. 

brec bunt. 

bréc F. Lüge, [oder von bréc? 

brectu III 3 für breclda, bricht a, 

Brega PI. der östliche Tlieil 
von Meath; a Bregaib IV 1. 

breo Flamme, davon breoad 
IV 5. 

Bretan Brüte; co m-Bretnaib. 

breth F. Urtheüsspruch. 

bricht Zauber, Zauberspruch; 
brichta. 

brig valor. 

Wi ndisch, Irische Grammatik. 



brindach III 2? 

Brocan IV 1. 

bruinne M. Brust. 

búadach siegreich, herrlich; boa- 
dag III 2, boadaig 6. 

búadfocol ein gutes Wort III 7. 

búaid N. Sieg, Triumph. 

biian immerwährend, dauernd; 
búana. 

bude, buide gelb. 

buide, boide F. Dank, 

bunad N. Ursprung, Familie; 
fich bunaid heredüary feud 
IV 5, arus bunaid Stamm- 
sitz IV. 8. 

C. 

cach, cech jeder (adj.). 
cách jeder (subst.); cáich. 
cacha ivieuiel auch III 4. 
csemais zu cumaing Protest. 
caer die cymrische Form für 

ir. cathir Stadt; Caer Gor- 

thigernd V 4. 
csesta s. césad. 
cáid heilig. 
cáin schön. 
cainel III 2? vielleicht für 

cainnel, tat. candela, und 

mit derg zu verbinden. 
can? tvoher? 
can für cen. 
canim ich singe; foni chain, 

canas, canam, do chachain; 

cani I 50 ist wohl das lat, 

cane. 

9 



130 



cara — cuci. 



cara M. Freund; carait. 

caraim ich liebe; ro cliarus. 

carcar lat. carcer; isin charcair. 

carde F. Friede; can chardi. 

carric Stein, Fels; forsnaib 
caircib. 

catli M. Kampf; catha. 

cauir m curim. 

ce, cia obgleich. 

cech, cach jeder (adj.). 

cechtar ái, cechtar de jeder 
von beiden. 

céin Conj. so lange als. 

céle M. socius; céle Dé engl. 
Culdee (ein Mönch), do 
cheli De. 

celebraini lat. celebro, 1) ich 
feiere, 2) ich nehme Ab- 
schied; celebram, celebrad. 

celim ich verhehle, berge; nad 
cél. 

cen Praep. ohne; cen co n- 
ohne dass. 

Cenandos jetzt Keils IV 1. 

cendsa F. mansuetudo. 

cenél N. Geschlecht. 

cend, cenn M. Kopf; cinn, fort 
chiunn; tét . . di chiunn er 
geht fort I 41; co cend mis 
bis mm Ende eines Monats, 
tar cenn für. 

cert M. Recht. 

cét- der erste; fo chet-óir als- 
bald, augenblicklich. 

cét N. hundert; Cét-chathach 
s. Cond. 



cétal N. Gesang; cetla. 

cétna der erste, derselbe. 

che na Adv. ohne dies, sonst, 
anders; acht chena indessen. 

cia? tver? was? 

cia Conj. obgleich; cid quam- 
vis sit. 

cian weit. 

cid? was? 

cid lat. velut I 49 ; cid . . cid 
sei es . . sei es. 

cimbid M. Gefangener. 

cinnas? wie? 

claideb M. Schivert. 

claidim ich grabe; claiter, ro 
claided. 

cland F. Geschlecht, Nach- 
kommenschaft, Clan. 

clár M. Tafel; clár-chiste 
flache Kiste , clear - lestar 
flaches Gefäss. 

clerchecht F. Stand der Kle- 
riker; clerchechta. 

clerech M. lat. clericus. 

clocán M. Glocke. 

doch F. Stein. 

cloor Dep. ich höre; clomar. 

clúm F. lat. pluma; cluim. 

cnoc M. Hügel; forsin chnuc. 

Cnoc Réin IV 7. 

Cnucha jetzt Castleknock bei 
Bubiin. 

co Praep. zu, nach, lat. ad, 
wird zur Bildung von Ad- 
verbien gebraucht; cosin; 
cuci, chuci, chucu. 



co — coscim. 



131 



co n- Praep. mit; cosnaib; 
con IV 8. 

co n- Conj. dass, da (im Nach- 
satz). 

cói Kukuk II 3. 

cóim pretiosus. 

cóim Liebe (?); maicc cóiina 

I 11, om choimmdiu cóima 

II 3. 

cóimdiu M. Herr; om choimm- 
diu II 3. 
cóimas (?) benignitas (?) Gen. 

cóimsa I 11. 
coimnactar zu conicim ich kann. 
coimthecht M. Begleiten, so- 

cietas. 
cóir gerecht. 
comadus VI 13, vgl. comadas 

conveniens Z. 2 994. 
comainm N. cognomen. 
comairle F. Bath; comairli. 
comalnaim ich erfülle; di co- 

malnad. 
comarbus M. cohereditas IV 1. 
combág F. Wetteifern; oc com- 

báig. 
comlaim ich reibe; ro comled 

IV 2. 
comlán voll, ganz IV 2. 
commaide IV 7, vgl. maide „a 

stick" Corm. Transl. p. 118. 
comméit gleichgross. 
corarac M. Begegnen; cáin- 

cbomracc benevolentia Wb. 

30 h ; comrac óenfir Ztvei- 
kampf. 



comtacbtmar zu cuintgim ich 

bitte, fordere. 
comtbend IV 7, vgl. is tend 

mo cbris est firmum meam 

cingulum Z. 2 954. 
con Conj. dass I 37, IV 5; 

bis I 39. 
Concbend IV 6. 
Cond Cetchatbacb „ Qaintus Cen- 

timachus 121. rex Hiber- 

niae 177—212 p. Chr." 

OFlaherty , Ogyg. p. 313; 

Cuind, do Chund. 
condaig zu cuiiigim quaero. 
Condla Rúad III 1 ff ; a Chond- 

lai. 
condrigim convenio, concurro; 

cuindrigiumm VI 9; condris- 

mais III 6. 
congniu cooperor; congni. 
conid ut sit. 
conna, connach Conj. dass 

nicht, so dass nicht. 
conscéra zu coscraim ich zer- 
störe, vernichte. 
consul lat. consul. 
cor Conj. dass, so dass; co 

ro, co rabe, co rabatar. 
Corán III 3, 7. 
corcorda purpurn. 
corcur F. Burpur. 
corp lat. corpus. 
colcaid lat. culcita, engl, flock- 

bcd. 
Cormac Geltai Gáetb IV 1. 
coscim coerceo; ro chosca I 28. 

0* 



132 



cotgairim — déad. 



cot-gairim III 2 zu congairim 

ich rufe. 
cotlud M. Schlafen, Schlaf. 
cotom-éicnigidar zu com-éic- 

nigim cogo. 
cotum-éitis zu con-éitgim, com- 

éitgim indulgeo. 
crinaim ich schwinde; ní chrinfa. 
Crist Christus. 
croch F. Kreuz; cruchi. 
crochad Kreuzigen; crochtha. 
cros lat. crux I 50. 
cruim F. Wurm. 
cúala zu clunim ich höre; cúa- 

latár. 
cuci, chuci, chucu zu co Praep.zu. 
cuil Ecke, Winkel. 
cuinchis IV 7 zu cuintgim ich 

bitte, fordere {mit for). 
cuindrech castigatio. 
cuindrigium IV 7 zu condrigim. 
cuingim ich bitte, fordere; con- 

daig; cuinnig. 
culatha I 50 ,,the back parts 

of the head" Stokes Ir. Gl. 

p. 148. 
cuuiaclite N. Macht; cumachtu. 
Cumall mac Trénmóir, Vater 

Finris, IV 3 ff. mehrmals 

Cwmmall geschrieben . 
cumma Art und Weise; cumma 

cháich IV 3. 
cumsanad M. Muhen, Ruhe. 
cumtaigim ich baue; ro chum- 

taig, ro ckumtaiged; Inf 

cumtac für cumtach V 3. 



curach Schiff. 

curim, cuirim ich setze; cauir 

I 50; do chorastar III 4; 

curthir. 
cutrummus M. Gleichheit. 

D. 

da Fron, infix. I 31. 

da für do VI 2, 24. 

dá F. dí, N. dá n- zwei. 

dad I 11 zu tau. 

dáinib zu duine. 

Dáiri Derc Vater Aed's IV 4; 
do mac Dáiri 5, vgl. Morna. 

dál F. Zusammenkunft, Ver- 
sammlung; ba fir in dál 

IV 2 ein Flicksätzchen; c&n 
dáil IV 7; i n-dalaib III 4. 

dam Conj. auch. 

dam s. do. 

d&n Conj. auch. 

dán M. Gabe; dánu. 

dar s. tar. 

con n-darbais I 48, vgl. tad- 
bat demonstrat, do-ad-badar 
demonstratur. 

Dathe IV 1, vgl Túath Dathi. 

de, di Praep. von, lat. de; de 
davon, daher, deshalb; desin. 

de hinter dem Comparativ 
,,desto u . 

de s. cechtar. 

deacht F. Gottheit. 

déad Ende; fo déoid zuletzt 

V 2; inna diaid hinter ihm 

VI 22. 



clcbaid — dobiur. 



133 



debaid F. Zwiespalt III 1. 

debrath n-om choimmdiu cóiina 
II 3, vielleicht eine schivur- 
artige Betheuerung , vgl. 
Patrices Schwur dar mo 
debroth, etymologisirend er- 
klärt durch dar mo dia m- 
brsLÍhti(Stokes, ThreeMiddle- 
Irish Hom. p. 26). 

dechur N. Unterschied. 

degnim für deg-gnim, deg- gut. 

clelb F. Gestalt-, delbse III 2. 

Demni IV 6 ein Name Finn's. 

demon M. Dämon; demuin. 

dénim ich mache, thue; na déni, 
denid, dentar; Inf. denom, 
denam, denmo. 

deoch F. Trinken, Trank; cen 
clig III 4. 

deochad veni; deochaid III 5; 
vgl. dodeochad. 

fo déoid V 2 s. déad. 

derg roth. 

dermanammar I 41 zu ' der- 
moiniur ich vergesse. 

dérfíur für derb-fiur F. leih- 
liche Schwester IV 6. 

desimrecht Beispiel; desim- 
rechte. 

desta für testa deest I 36. 

di, de Praep. von, lat. de; 
dinab; dit; dib; di. 

di s. do. 

dí s. dá. 

dia M. Gott; dá, dé. 

dia Tag; cach dia I 50. 



diad s. o. 

dia n- weshalb; Conj. als, wenn. 

diabul M. diaholus. 

dianid cui est. 

cliade göttlich; diadi. 

inna diaid VI 22 s. déad. 

clíchra ,,fervent" davon. 

dichratu VI 23. 

dig s. deoch. 

digal F. Vergeltung; diglae 1 33. 

digbaim ich nehme iveg, ver- 
ringere; digbad. 

digni zu dogniu ich thue, mache. 

diles proprius VI 18. 

dilse F. Eigenthum; ar dilsi 
IV 7. 

dim Conj. nämlich, lat. ergo, 
igitur. 

dindgna (?) Hügel; de dind- 
gnaib II 3. 

dithrub desertum I 42. 

diultaim ich verleugne, Ver- 
stösse; ro diúlt IV 6; Inf 
díltud negatio Z. 2 991. 

do, du dein. 

do, du Praep. zu, nach; Dativ- 
uncl Infinitivpartikel; don, 
dond, donaib, dona; dam, 
dorn (as dorn moó airli III 3 ?), 
dún, dait, duit, dó, di, dia; 
dia n-. 

do Verbalpartikel; do chachain 
III 3; do cborastar III 4; 
do desta I 36. 

dobiur, tabur, doberim ich gebe, 
ich nehme; dobir, dobeir; 



134 



docoid — dugnath. 



dobertis; dobert; dobérad; 

doberar; dobreta; dobretb. 
docoid, docbóid Per f. er ging-, 

docói. 
docbum Praep. zu; ina dochum, 

na docbum zu ihm, auf ihn 

zu III 1. 
dodcaid armselig, unglücklich 

II 4, vgl. dothcbaid ,,poor" 

Corm. Transl. p. 51, 55, 

dodcad infelicitas Wb. 2 h 

(Z. 2 647). 
dodeocbad ich kam, bin ge- 
kommen; 2. Sg. dodeocbad, 

3. dodechuid. 
dod-iarmorat für do-d-iarm- 

fo-ratad I 41, Praet. Pass. 

mit Pron. infix., nachsetzen. 
dodom-anic III 3 zu tánac. 
dodom-chela III 6 zu celim? 
dofuit zu tuitim. 
dogáitbaim illudo, pellicio. 
dogniu ich thue, mache-, dogni, 

digni, dogniam, dignet; du- 

rigni; dogen, dogenad; clo- 

gnitber. 
doig verisimilis III 7 (cloig). 
dóinacbt F. menschliche Natur. 
dóini s. duine. 
dolbtbacb Gen. dolbtbig III 5 

zu dolbud figmentum Wb. 4 C 

(Z. 2 352), vgl. doilbbtbeach 

sorcercr (O'JR.). 
dolécim, dollécim ich lasse, 

überlasse, entlasse, werfe; 

doreilced III 5. 



doluid, dolluid er ging; dollo- 

tar. 
doluigim remitto. 
domelim, toimlim ich verzehre; 

domelom III 1. 
dom-farcai II 2 „me cingit" 

Stokes. 
domnach Sonntag, i n-domnai- 

gib VI 8. 
domun 31. Welt; domuin. 
domunde weltlich. 
Dond Duma IV 3. 
dorat er gab; doratad. 
doreg ich werde gehen; dorriga. 
doreilced zu dolécim. 
dorolgetba I á zu doluigim. 
doroni er machte; dorónsat, 

doronsatar; doronad. 
dosaidi-siu sedes I 48. 
doss Busch II 3. 
dotbéit, dotét it, venit. 
dremne Wuth; dremni drend 

IV 2 („of battle renown" 

Hennessy). 
drend Zank, Kampf IV 2. 
drochgnim 31. Uebelthat; drocb- 

gnimu. 
drúi M. Druide magus; druád, 

druid, a druide; dona drui- 

dib. 
druidecbt F. Zauberei III 5. 
du, do dein. 
dub schwarz; duib. 
ducuitig juravit I 45. 
dugnath hässlich (?), eter du- 

gnathu III 4; vgl. ba dó- 



Duicl — fadéin 



135 



gnassach den mhnái „he be- 
came disgusted with the wo- 
man Stokes, Corm. orc tréith. 

Duid David. 

duine, dune M. Mensch; PI. 
dóini, do dáinib. 

dul Inf gehen. 

dún N. Burg, arx. 

durairngred I 45 zu do-air- 
con-garim, tairngrim ich ver- 
spreche. 

durigni zu dogniu. 

dús (= do fius ad sciendum) 
leitet die indirecte Frage ein. 

duthaig zugehörig, eigen IV 7. 

duthain vergänglich, eter marbu 
duthainai III 4, vgl. suthain 
aetemus. 

E. 

é er; is hé, isse. 

cbrad zu epur. 

éc Tod; éca. 

écen F. Notwendigkeit; ' ar 
écin mit Gewalt. 

echtra, ectra (III in der Ueber- 
schrift), „expedition" O'Don. 
Gr. p. 119, „adventures" (be- 
zeichnet eine bestimmte Art 
von Erzählungen) 0' Curry 
On the Ms. Mat. p. 589. 

eclais, seclis lat. ecclesia. 

écnaid weise; ecnadu VI 20. 

éd es; is héd, ised, issed (oft 
abgekürzt). 

Effraim Ephraim I 48. 



éirgim ich erhebe mich, stehe 

auf; s. eirg. 
én M. Vogel. 
en für áen, oen VI 21. 
Eocho Gen. Echach IV 4. 
eola erfahren; sl éolcho. 
eólchaire Kummer, 
epiur ich sage; epert; apar; 

atberthe; ebrad; Inf. epert. 
era Zurückweisung ,,refusal u 

IV 3. 
éraic, eric F. Entschädigung, 

Geldbusse für Todt schlag (wie 

das ahd. weragelt), IV 7, 8. 
Eriu Irland; Erend. 
erlár M. Boden; pavimentum; 

foncl erlar V 1. 
erlatu M. Gehorsam; don erla- 

taid VI 17; vgl. irlithe. 
ernaigthe F. Gebet, Beten; don 

ernaigthi VI 15; irnaigtiu 11. 
escare M. Feind; escarait IV 7. 
dar ési nach, hinter IV 3, tar 

hsesi I 41; tar hesi für I 35. 
étach N. Kleid, Gewand; étaig, 

i n-etuch. 
nochon étammar s. fetar. 
etir, eter Praep. zwischen, 

unter; etorro. 

F. 

fa thri dreimal, zu fo. 
fácbaim ich lasse, überlasse, 

verlasse; ro facaib, ro ácaib; 

Inf. do facbail, d'ácbáil. 
fadéin selbst. 



136 



fadeissin — focol. 



fadeissin, fadesin selbst. 

fselte F. Freude, Willkommen. 

o faclib III 6? 

fagbail s. fogbaim. 

fáidil ich schicke; fáidid; fáidis. 

failsigfit zu foillsigim. 

fairend F. Schaar, Leute; don 

fairind. 
fairgga3 Ocean II 1. 
fáith M. Dichter, Weiser; afathc. 
fál Zaun, Gehege II 2. 
fand schwach. 
far n- euer. 

fat Länge, Weite III 7. 
fecht JSÍ. Mal; in fecht n- aill. 
Fedelmid Firurglas, Vater von 

Cathair Mór ; Fedelmthi IV 1. 
Fedelmid Rechtniar IV 4 „Fed- 

limius Legifer 129. rex Hi- 

berniae, 164 — 174 p. Chr." 

(OFlaherUj, Ogyg. p. 306). 
fégaira ich sehe; fégaid; fegtar. 
feib wie. 
fein selbst; do charait fén deine 

eigenen Freunde I 49. 
fer M. Mann; fir. 
feraim ich gebe; ro ferad. 
ferand M. Land; feraind. 
ferr besser; ferr de. 
fers tat. versus; hi fers I 8. 
fes zu fetar. 
fesin selbst. 
fetar ich iveiss; fitir, noclion 

etammar, ni etatar; fes. 
Fiacail mac Conchind; Fiacla 

IV 6. 



fiadnaise Gegenivart; inar fiad- 
naise vor uns. 

fich Fehde IV 5. 

fidbaid Wald, fidbaidse II 2. 

figell, figil von lat. vigilia i. 
frithaire (Wachen), bezeich- 
net bestimmte Gebete, vgl. 
Stohes, Corm. Transl. p. 77; 
dazu figlem 1. PI. Imperat. 
lasst uns ivachen oder lasst 
uns Vigilien sagen VI 11. 

fil es ist, giebt. 

fillim tardo, lento; nis fillem. 

fillind flexio. 

find weiss. 

finnaim ich finde; ro finnatar. 

Fintan IV 1. 

fir tvahr. 

flrién gerecht, III 5. 

firinne F. Wahrheit. 

Firurglas s. Fedelmid. 

flu gerecht, passend III 4. 

fled F. Fest; fleda III 1. 

flaith F. Herrschaft; ardflaith, 
roflaith; flatha. 

flathius M. Herrschaft; do la- 
tbius. 

fo Praep. unter; fon, fond; fot; 
fo chetoir alsbald. 

focbanim succino; fom cbain 

II 2. 

focberdaim engl. I put; foceird 

III 7; focertar I 50. 
focbaid F. Leiden; dinab fochi- 

dib. 
focol Wort III 7. 



fodaraithmine — furail. 



137 



fodaraithmine I 31 su lesen 
for-da-raithuiine ? 

fodorcl murmuratio VI 24. 

fogal F. spoliatio IV 7. 

fogbaim ich finde; fogéba. 

fogníu ich diene; fognither, fo- 
gniter. 

foillsigini ich zeige; follsiges; 
failsigfit; foillsigthir; Inf. 
follsigud. 

folach custodia, „cover or con- 
cealment" Stohes, Cor in. 
Transl p. 77; i foluch V 1. 

folt Haar. 

for Praejp. auf; forsin, forsnaib; 
foir, fori, form; fort; for 
aithed „in elopement IV 3 
Hennessy. 

for, or, ol inquit. 

for-aith-muiniur ich bin einge- 
denJc, erinnere midi; foraith- 
menair I 5, vgl. fodaraith- 
mine I 31. 

forbia III 7 Fut. (vgl § 310) 
zu forbenim perficio, forfenar 
consummatur , forbe Voll- 
endung, also wie gr. Óiare- 
Xéúei. 

forbówd III 3 etwa O'Reilly's 
forbann „illegal"? „procla- 
mation of an eclict"? 

forbrissim opprimo ; fortan- 
bristis I 7. 

for-canim, -chanim, -chun ich 
lehre; forcain. 

forcetal, forcital N. Lehren; do 



forcitul VI 16, Inf. zu for- 

chun. 
forchluinim ich. höre; for- 

chluinter. 
forchomnacnir cvcnit; forclmim- 

sed (vgl. § 347). 
fordotá III 2 tvohl für for- 

dot-tá ist auf dir. 
foroid . . II 3? 
fortacht Hülfe; fortaehtae. 
fortachtaigim ich helfe; De}). 

fortachtaigedar. 
fotha M. Ursache. 
frecndarcus M. Gegenwärtig- 
heit. 
frecraim ich antworte; ro re- 

cair; ro frecart, ro recratar. 
fresciu ich erwarte; fresci III 2. 
fri Praep. gegen; frisin n-; 

frim, friss, frib; fria, ria; 

frisi IV 7 für frisa; fris-side; 

sagen zu Jmdm., sich trennen 

von Jmdm., gleich mit 

Jmdm. u. s. tv. 
frith wurde gefunden. 
frithgnom 21. Zurüstung, Vor- 
bereitung; can rithgnom III 1. 
fuacraim ich kündige an; fua- 

craid. 
fufuasnaim Compos. von fua- 

snaim ich ivüthe; fufuasna 

II 1. 
fwrail VI 3 O'Reilly's foráil 

„excess super fluity". vgl. 

erail i. imforcraid O'Dav. 

erain. 



138 



gabira — i. 



Cr. 

gab im ich nehme, ergreife; gaib, 
gaibid; nachin rogba I 27; 
ro gab, gabsu, gabais; no 
gabacl; Inf do gabáil; gabais 
fri grisad begann zu reizen 
IV 4. 

gsét zu gonaim. 

gáith, gáeth F. Wind. 

galar N. Krankheit. 

garini ich rufe; gairid. 

gel iveiss; oengel ganz weiss; 

Sil- 

gerat III 4, vgl. gerait i. mac 

bec, no beodha („lively") no 
glic (klug) no anrud (nomcn 
secundi gradus poetarum 
Corm.) (JDav., aber von 
Stolzes Fei. Prot 90 mit 
„champion u übersetzt. 

gilla M. Bursche, Diener; a 
gillai. 

gin M. Mund. 

giuil II 4 zu glenim adhaereo. 

glain (oder glan?) Glas; glano 
III 6. 

glan rein. 

glanta III 7 zu glanaim ich 
reinige. 

glass grün. 

Gleotic verstümmelt für cymr. 
guletic, später gwledic prin- 
ceps, s. Ambróis. 

glé Mar. 

glóir tat. gloria. 

glún N. Knie. 



gniim ich thue; gniter. 

gním M. Thun, Hiat; gnime, 
assa gnimaib. 

gnoé schön IV 3, vgl. Corm. 
Tränst, p, 86. 

gnúis F. Gesicht; gnuis, gnusi. 

goiste Schlinge. 

gol Klage. 

gonaim ich tödte; gonais; ro 
gsét. 

Gorthigernd Vortigern, König 
von Brittanien, der die Sach- 
sen unter Hengist und Horsa 
um 447 p. Chr. aufnahm. 

grád N. Grad, Bang I 28, 52; 
oes graid VI 15. 

grádaigim ich liebe, dazu nis 
gradaigtber III 5? 

grés memoria, do grés immer. 

grian F. Sonne; tarsin gréin. 

grisad antreiben, reizen IV 4. 

Gunnis ein Landstrich im nörd- 
lichen Brittannien V 4. 

guth M. Stimme. 

H. 

Wörter mit h im Anlaut 
siehe ohne dasselbe. 
hirubin Cherubim; for birubi- 

naib I 48. 

I. 

i Determinativpartikel, in n- 
ingin i sin dieses Mädchen. 

i. Abkürzung für idón das 
heisst, nämlich. 



iridiffnet. 



139 



í, hí sie IV 3; 6; Acc. IV 5. 

i n-, hi n- Praep. in; isin; 

indi, inti; im, inar, it. 
íar íi- Praep. nach; iarna, iar 

sin, iar sucliu darauf; iar 

tain später. 
iarfaigim ich frage {mit do); 

ro iarfaig; Inf iarfaigid. 
iarom, iaruin Adv. darauf 
iarraid suchen, bitten. 
iarthar Westen, der westliche 

Theil; iartliair. 
iat sie (Flur.). 
ic Praep. bei V, 2, s. oc. 
icc Heilen, Heil. 
iclal M. Iat. idolum; iclil I 9. 
iclnacul wohl Inf. m adnaicim 

urspr. ich übergebe (dann 

ich begrabe); dia idnacul 

,,to escort her" IV 6 Hen- 
nessi/. 
idnaide Erwarten; oc idnaidiu 

III 4. 
il viel; co n-ilrauinteraib ilib 

III 5; il-bélre. 
ille Adv. huc; o sin ille von 

da an bis jetzt III 7. 
im s. imm. 
imberim ich führe herum; im- 

bir I 51. 
imchomairb VI 24, vgl. conihairp 

,,emidation" O'Reillu, com- 

airb i. cominnairbe OHav. 
imcbomarc Nachfrage, Grass 

I 21. 
i mchomrac Zusammenkommen, 



Kampf; mu imcbomruc III 3 
(mu für immu?). 

imdercad Vorivurf, Vorwürfe 
machen III 3. 

imel, imbel Hand. 

imitbe sich gegenseitig fressen; 
ic imithi V 2; vgl. longüd 
no ithi „consuming or eating" 
Ml. 118. 

imletrad sich gegenseitig zer- 
schneiden, zerhacken; ic im- 
letrad V 2; vgl. letrad 
, ,h aching , cu tting " Gorm. 
Transl. p. 105. 

imm, im Praep. um; imman, 
immon, imon, mon ; imbe, im- 
mib; immum, imma; in der 
Composition drückt im- oft 
die Gegenseitigkeit aus. 

immacb Adv. hinaus, fort; osin 
immacb fortan. 

immaig Adv. dr aussen. 

immaille Adv. zugleich, zusam- 
men I 29. 

immedon Adv. in der Mitte, 
mitten in, -auf 

immorro Conj. aber. 

immun M. hymnus. 

imned N. Drangsal. 

imorbus altir. immormus M. 
Sünde, scandalum III 1. 

imrádiud M. Nachdenken, Be- 
rathung; íor a n-imrátib III 7. 

imthanu Wechsel I 41. 

in Fragepartikel III 5. 

in-dignet V 2 für a n-dignet. 



140 



in — in laigni. 



in, ind, in t- der, die, das § 171. 

in sin ovrog; in so roöe. 

inagid tagid V 1, vgl. aigh i. 
eirigh ut est aigh taig i. 
tair doridhis i. eirigh go 
Cormac ocus tair doridhisi 
uadh (aigh d. h. erhebe dich, 
z. JB. aigh taig, d. h. komm 
wieder, d. h. geh zu Cormac 
und komm wieder zurück 
von ihm) O'Dav.; vgl. auch 
tagaidh „come ye on, ad- 
vance" GReilly. 

ind inaim so m dieser Zeit 1 40. 

indala n-ái der eine von beiden 
I 42. 

indeb N. Gewinn I 18; 32. 

in diu Adv. heute. 

indlinech II 2, „super meo 
libello int er Script o li Stokes. 

indlat waschen; oc indlut I 51. 

indocbál, inducbál F. Ruhm; 
inclocbáil. 

ingen F. Mädchen, Tochter; 
ingine, ingin, ingena. 

ingnad wunderbar, Wunder. 

inid III 2 ubi est? vgl. § 387. 

inis, innis F. Insel; inse. 

inmain lieb; inmaini III 4. 

inna in suo III 2. 

inna ubi non III 1. 

imidLrhemm pello, repello; no in- 
narbad, coron innarba V 2, 3; 
innarbar (zu lesen innar- 
banar) I 22, ro innarbad V 2. 

innas M. Zustand, Art und 



Weise; fon innasin auf diese 
Weise, so. 

inni s. inti. 

innisim ich sage; innisid. 

innocht Adv. diese Nacht. 

innosse Adv. jetzt V 2. 

insin, inso s. in sin, in so. 

inti (Artikel mit dem deter- 
minativen i) der, der be- 
kannte, env ahnte; inti Condla 

III 4, Acc. inni Condla ibid. 
inund Fron, idem, eadem, idem 

IV 3. 

ires, hiress F. Glaube. 

irlithe gehorsam. 

irnaigtiu VII 11 s. ernaigthe. 

Irusalem Jerusalem I 40. 

is und VI 9. 

isel niedrig I 31. 

Isu Jesus. 

itaam III 1 zu itáu § 386. 

L. 

la Praep. bei, mit, durch; 

lasin; lemm, lim, linn, leind, 

leis, lei, leo, leu; läse dabei; 

ba ingnad la Cond Gönn 

verwunderte sich; la sodain 

darauf. 
lá s. laithe. 
labrur Dep. ich spreche; ce nus 

labratar; Inf. labrad. 
laechrad F. Krieger schaar; 

dond laechraid II 1. 
in laigni trom IV 5 „the heavy 

lance u Henessy. 



laithe — mani. 



141 



laithe, laa, lá N. Tag; isind 

laithiu I 41. 
lám F. Hand; laiin, dí láim; 

for láim a athar an der 

Seite seines Vaters III 1; 

fri láim Cuind stand Conn 

zur Seite IV 3. 
lámaim ich tvage; nir lam. 
lán voll; láin. 
lann, lond rapidus, immitis, 

engl, fierce; lainn II 1. 
lár M. Flur, Boden. 
laxa, laxu lat. laxitas s. lén. 
lebrán M. libellus. 
lécini, léicim ich lasse; ro leic; 

no leicthe; Inf. lecun. 
legim lat. lego; 1. Fl. Imperat. 

legem VI 11; Inf. oes legind 

lectores VI 16. 
lén VI 9, 23, vgl. corp-len 

,,boclily ease u Stolzes, Fei. 

Jun. 22, i. corp sleman no 

laxu no sadaile. 
lenim ich hafte, hänge cm 

Etwas; ro len; ro Hl. 
less commodum; ricim less cum 

Gen. ich bedarf. 
leth N. Seite. 

libur, lebor M. lat. liber; libuir. 
litir F. litera; litre. 
lobra F. infirmitas. 
loch M. See; locha. 
Lochlind Skandinavien II 1. 
log, Mach N. Lohn. 
lóid Lied II 2. 
loiscim ich verbrenne; loiscther. 



Ion M. Amsel; luin II 2. 

long F. Schiff. 

loor genug. 

lúad, lúath schnell. 

Luagni IV 4, Luagni Temrach 

„a sept seated near Tara, in 

the present county Meath" 

Hennessy. 
lubair Arbeit VI 19. 
Luchet IV 5. 
Lugaid Corr IV 4. 
luid er ging; luide III 4. 
lúta der Meine Finger; do lutain 

I 51. 



M. 

-m Fron. suff. der 1. Sg. III 3. 

m' für mo mein. 

má Conj. ivenn III 2, 6. 

má s. móo. 

mac, macc M. Sohn; maicc. 

mag N. Ebene; im-Maig Ar- 

chommin III 4; Mag Meli 

das Elysium der heidnischen 

Galen. 
Mailenach, Gen. Mailenaig IV 8. 
mairg Wehe, cen mairg III 2. 
maith gut, das Gute. 
maldacht F. malcdictio; mal- 

dachta I 42. 
mámm servitus; fo mamm VI 1, 

für i mama 6 vielleicht in 

mama (Gen.) zu lesen, 
mani Conj. ivenn nicht I 19, 

28; manid nisi sit I 38. 



142 



mar — na. 



mar Conj. tvie, gleichwie, als 
ob IV 2; 7. 

már, mór gross. 

marb toclt; marbu. 

márbaim ich tödte; marbais; 
marbtair; Inf marbad. 

martir Martyrium; martre I 36. 

mass schön II 3. 

mathair F. Mutter. 

mebul F. Schande. 

medair „talk, discourse" O'Reil- 
ly\ medair mass II 3 parenthe- 
tisch: ein liebliches Schivatzen. 

medón Mitte. 

meit Grösse. 

melim ich mahle; Inf. do blith. 

mell, älter meld angenehm. 

menma Sinn; menmain. 

menn Mar II 1, 3. 

mér M. Finger. 

messu Compar. schlechter. 

mi M. Monat; mis. 

millim ich verderbe, zerstöre 
IV 5. 

mir N. Stück, Bissen. 

mná, mnái zu ben. 

rao, mu mein; m'athair. 

mo, mos bald (vor dem Fu- 
turum). 

mod M. modus; mod nad mod 
nach und nach (?) III 7. 

moga, möge zu mug. 

mon (muic) IV 8 für imon. 

moó, moo, mó, má Compar. zu 
mór III 3. 

mór, mar gross; móra. 



mórchetlach grosse (mór) Ge- 
sänge (cétal) besitzend III 3. 

mórdánacb grosse (mór) Kunst 
(dán) besitzend III 3. 

Morna oder Dáire Derc, Haupt 
derFenier von Connacht IV 4, 
sein Sohn Aed oder Goll 
mac Morna, sein Geschlecht 
maic oder cland Morna 5, 8. 

motáticfa für mo-dot-icfa mox 
te adibit (?) III 5. 

mu, mo mein. 

mucc F. Schivein; muic. 

mudugud Vernichtung, ver- 
nichten. 

mug M. Diener; möge, moga. 

inuin Nachen III 2; vgl. i. 
bráige (Hals) Corm. Emain; 
muinél Collum; Mun-caim die 
Schönhalsige. 

muir N. Meer; mora. 

munter, muinter F. Familie, 
Gefolge; muntiri, niunüV, 
muinteraib. 

Murni Muncaim die Mutter 
Finrts IV 3. 

IS". 
-n, -nn Fron. suff. der 1. Flur. 

I 7, 27; III 1. 
na nicht I 10, IV 4. 
na (dochum) III 1 für ina 

inna; VI 20. 
na, na, nó oder; nad fresci bas 

na sentaid III 2; ni róis 

chluim na colcaid II 4; fua- 



nach 



oas. 



143 



craid . . cath . . for Tadg ná 
éraic a athar do thabairt dó 
IV 7. 

nach nicht; nachin rogba I 27; 
náchim thánic III 3. 

nach Pron. Adj. irgend ein, 
irgend welcher; nach túara 
III 4. 

nad, nád nicht (in Relativ- 
und Nebensätzen) III 2; 6; 
nad cél II 2; in tan nád 
n-acastar et nád forchluinter 
I 43; huare nad n-digniI30; 
mod nad med s. mod III 7. 

nallsuide III 4 mit der Glosse 
i. uasal, ivahr scheinlich ist 
ni allsuide zu lesen wie all- 
togu Cod. S. Pauli V 9; 
vgl. auch all n-glaine ,,a 
roch of purity" Fei. Jan. 6. 

náma M. Feind; namit. 

nammá Adv. nur; nanmá I 44. 

nech Jemand; ni . . nech Nie- 
mand; do neoch. 

nél Wolke. 

nem N. Himmel; ninie, innim. 

nemaiseide unsichtbar (?) III 3. 

nert N. Kraft, Macht; neirt. 

nessam Superl. der nächste 1 50. 

ni, ni nicht; nir, nir für ni 
ro; nis III 5; ni con nicht 
III 5. 

ni Etwas; mit nachfolgendem 
Relativsatze id (quod); cach 
ni Alles; ni . . ni, na . . ni 
Nichts; ani sin dies I 50. 



-ni Part, augens der 1. Flur. 

I 7, 15, 20, 41. 
ninsa für ni insa, ansa nicht 

schwer. 
nith Kampf III 3; i. guin 

dnine (Jiomicidium) Corm. 
no, nn Verbalpartikel (§ 251); 

nonn ainmnigther III 1; not 

áliin III 3; nob sóirfa-si 

I 25; uns labratar I 44; no 

da fortachtaigedar I 31; 

zmal nondad I 11. 
no oder; áit inna bí bás nó 

peccad na immorbus III 1; 

IV 7. 
no Schiff; isind noi III 7. 
nochon nicht V 1. 
noco n- bis IV 8. 
noéb, naeb heilig. 
nón lat. nona (3 Uhr N.); co 

nóin VI 14. 
not lat. nota Zeichen; nota I 8. 
Núadn Cathir's Druide; Nná- 

dat, do Nuádait IV 1. 
nunreafeaglat VI 12? 



0. 

ó, úa Praep. von; oa Lochlind 
II 1; ond; huáin; naib, uad, 
úadib, uaidib; om; o sin 
immach fortan III 7; o sin 
ille, o sin co sudi von da 
an bis jetzt III 7, IV 7. 

ó Conj. seit, seitdem. 

óas, úas Praep. über. 



144 



oc — reclesa. 



oc, ic Praep. bei; ocan; occa, 
occo; oc idnaidiu beim Er- 
warten = exspectans III 4; 
ato oc combáig sum certans 
I 37. 

óc jung; óic; óc-aes VI 17. 

óchtar, úachtar der obere Theil; 
i n-uachtor III 1. 

ocus, acus Conj. und, in diesen 
Texten an keiner Stelle in 
der betreffenden Handschrift 
ausgeschrieben, sondern über- 
all durch tat. et oder dessen 
Abkürzung (§ 395) ausge- 
drückt. 

óen, áen ein, eine, ein. 

óenar Alleinheit', Condla a 
óenur C. allein III 1. 

óenfer ein Mann; comrac oenfir 
Ziveikampf, engl. Single com- 
bat IV 7; Art Óenfer s. 
Art. 

óes s. áes; oes graid IV 15, 
legind 16. 

ógslan ganz unversehrt III 4. 

oifrend Messopfer; don oiffrind 
VI 15. 

óitiu Jugendfrische III 2. 

ol inquit. 

or inquit. 

ór, úar F. Stunde, Zeit; ond 
úair sin III 3; fo chet-óir 
alsbald; hóre, húare, úair 
Conj. weil. 

ord M. Ordnung VI 21. 

ordan, ord án Würde III 2. 



orgaim, orcaim ich tödte; noirc- 

the I 42. 
osailcim, oslaicim ich öffne; 

osailcther I 22. 
ósin zusammengerückt aus 6 

sin, s. o. 
otha von . . an VI 14. 

P. 

pater Vaterunser I 50, VI 5. 
peccad M. lat. peccatum; pecthi, 

pectha. 
popul lat. populus; popuil. 
precept lat. praeceptum, Lehre, 

Lehren. 
predchim praedico, ich predige. 



R. 

R. III 2 und öfter Abkürzung 
für 2 rose. 

radairc Gesicht, Sehkraft III 7. 

rädim, ráidim ich sage, nenne 
{mit fri); ro rádi, radas; ro 
radis, ro ráid, ro ráidset; 
rate IV 5. 

ráim ich befahre das Meer, 
rudere; ro raiset III 7. 

Ráiriu IV 3. 

ranic Perf zu rieim. 

rannaim ich theile, roind I 49. 

ré n-, ria n- Praep. vor. 

recht K oder M. Recht, Ge- 
setz; rechto. 

Rechtmar s. Fedelmid. 

reclesa VI (JJeberschrift) zu 



reid — sale. 



145 



O'Reilly's reiglios F. a church, 
shrine. 

reid leicht III 5. [fahren. 

reimm N. Lauf, Laufen. Be- 

renim ich gebe, verkaufe; ni 
riat I 18. 

resiu Conj. ehe I 24. 

rétbince VI 23? vgl. roitbincbe 
hilaritas Z. 2 809. 

ri M. König; ríg, a ri. 

ria für fria VI 13. 

ria n- s. ré n-. 

riarn Adv. antea III 7. 

riar F. voluntas; do rer (rich- 
tiger réir) nach dem Willen, 
secundum. 

riat zu renim. 

riccim (für ro-iccim) ich er- 
reiche; recait; rief am; ranic; 
ró-is II 4, ro-isam VI 7, ro- 
ission I 37, ró-ismais III 6. 

rígda königlich; rígdai. 

rigdomna Thronfolger IV 1. 

rige Königsherrschaft; irrigi 
Temrach IV 1. 

rigfennid IV 3 „king-ivarrior" 
(Hennessy), Führer der Fe- 
rner. 

ro, ru Verbalp artikel (§ 251); 
rom gab III 5, roni bia I 26; 
rot giuil II 4; rod Hl IV 5; 
rud chualatar I 44; ro rn- 
bói I 38; co rabe für ro 
be; rop, roptar für ro bo, 
ro batar; cor, nir, diar für 
co ro, ni ro, dia ro. 

^'indrsch, Irische Grammatik. 



rocháim sehr schön III 3. 
rochetul N. starkes Singen; re 

rocbetul III 4. 
rocliim, roiehim ich komme, 

adeo; Inf. rochtain IV 6. 
róed, raed, Gen. raeda, Wald. 
roflaith Titel der Vornehmsten 

nach dem Könige IV 3. 
rogba s. gabiin. 
ró-is s. riccim. 
Romanacb romanus. 
ronta VI 17 zu do-rónad? 

1. rose M. Auge; roisc. 

2. rose eine dithyrambische 
Composüion. 

ross Wald. 

rotuai VI 16 für rontai zu 

do-ronad ? 
rúad roth. 

ruc tulit; rucad IV 7. 
ruii F. Geheimniss; rúin. 

S. 
-sa Part, augens der 1. Sg.; 

dodeochad-sa; dom-sa, frim- 

sa; failsigfit-sea V 1. 
sadaile F. engl. ease. 
saetbar s. sáitbar. 
saidim ich sitze saides III 4. 
saigim ich suche auf, besuche; 

Inf. do saigid. 
sainemail ausgezeichnet. 
sáitbar, sáetbar, sóetbar N. 

Arbeit, Mühe; saitbir. 
sale, saile Sputum; clit sailiu. 

da sale I 50. 

10 



146 



salm — soichim. 



salm M. Psalm. 

sárigim contemno; Inf. sarugucl 

IV 3. 
scáich praeteriit I 29 zu scuch- 

im discedo. 
scailim ich nehme aus einan- 
der, explico; scailter; ro 

scailed. 
scaraim ich trenne mich (mit 

fri); Inf. scarad. 
scribaimm ich schreibe II 3; 

scribtair I 8. 
sé, se er, s. é; or se, for se, 

ol se-soni I 39 a . 
-se Part, augens der 1. Sg., s. 

-sa; am cimbid-se I 14. 
sech Praep. bei . . vorbei, über . . 

hinaus; Conj. sech ni ausser 

dass nicht, da nicht I 7, 20. 
sechur Dep. ich folge, folge 

nach; Inf sechem F., im 

sechim. 
sénaim ich segne, bekreuzige; 

sénam VI 6. 
Sencha I 34. 

sentu M. Alter; sentaid III 2. 
seol M. Segel, Linnentuch V 1 ; 

in t-iuil 2. 
seolbrat M. Linnentuch V 1, 2. 
ses i. co lar (auf den Boden) 

VI 4, vgl. sis deorsum. 
-si Part, augens der 2. PI.; 

di bar n-ág-si I 15; 36; 

adib moga-si 13; 25. 
si sie (F.) IV 4. 
siacht reichte III 7. 



siat sie (PI). 

sid Friede. 

sid F. die Wohnung der side 
oder Feen III 1, 6; áes side 
die Feen III 1. 

sidamail friedlich; co sidamail 
IV 8. 

side Fron. dem. dieser; a ainm 

side III 3; IV 3. 

sin Pron. dem., in claideb sin 
dieses Schwert, in n-ingin i 
sin dieses Mädchen; in sin 
dieser; de-sin daher; iar 
sin darauf; and-sin da, da- 
selbst. 

-siu s. so. 

slechtaim ich Jcniee, lat. flecto; 
slechtam VI 7. 

sléehtain VI 22 „genuflexions" 
Stokes Corm. Transl. p. 77. 

slemon, slemain engl.smooth, lat. 
levis, lubricus (Ir. Gl. 639). 

so Pron. dem., in gnim so diese 
That I 40; in so zoös. 

-so, -su Part, augens der 2. Sg.; 
dait-siu I 35, fot menmain- 
siu III 5. 

sochenoil edel III 2. 

sochuide F. Schaar, Menge. 

sochraite F. Armee; socraiti 
IV 5. 

sodain Pron. dem. hoc; la so- 
dain darauf. 

soethar s. sáithar. 

soichim ich erreiche; ro soich 
III 5. 



soiraim 



techt. 



147 



sóiraim, sóeraim ich befreie; 
nob sóirfa, Inf. soirad. 

solma schnell VI 4. 

-som Part, augcns der 3. Sg. 
M. und der 3. PI.; congni- 
soin, ni tbartsat-som; uad- 
som, leu-som. 

són Pron. hoc. 

sond, dia sund IV 2, vgl. son- 
nad und sonnacli Wall, 
Mauer. 

soscéle N. Evangelium; soscéli. 

srathar F. Sattel II 4. 

sróinira ich vernichte, besiege; 
Inf. sroiniud V 2. 

sruith VI 10, „senior, dignified 
person" Stokes Corm. Transl. 
p. o4. 

suba Freude, Entzücken III 6 
(im Ms. ist subatar zusam- 
mengeschrieben). 

sude, suide X. Bits. 

sude, suide Pron. dem. dieser 
(voriviegend N.); di suidiu 
I 36, oc suidiu 37, iar sudiu 
III 7, o sin co sudi IV 7, 
de suidib III 1. 

siül F. Auge. 

sur III 6 für siur Schwester? 
Im Ms. ist airunsur zusam- 
mengeschrieben. 

suthain ewig III 2. 

T. 

-t Pron. suff. der 2. Sg. 
tabur ich gebe; ni taibre, tabair, 



na taibred, tibred; Inf do 
thabirt, do thabairt. 

Tadg Name eines Druiden IV 3; 
TulachTaidg IV 7, doThadg3. 

tagid V 1, vgl. taig i. tair do- 
ridliis O'Dav. p. 50. 

taidbriin off er o; taidbred III 5. 

tair Jcomm III 2, vgl. § 286. 

tairehanim ich prophezeie; tair- 
cbechuin. 

tairle VI 5 adeat, vgl. tarla. 

tairmtbecht Uebertretung. 

tairnim ich lasse nieder; tair- 
nid III 6. 

taitnemach glänzend. 

tan F. Zeit; iar tain später 
IV 2; in tan und in tain 
(mit nachfolgendem Relativ- 
satze) während, als, wenn 
I 28; 40; 41; 43; 45. 

tánic zu tieeim. 

tar, dar Praep. über, lat. trans; 
tarsin; tarais; tar far ceim- 
si für euch I 36; 42; tar 
ési hinter, nach, für. 

tarat, dorat er gab; ni thartsat. 

tardechta III 5? 

tarla aeeidit IV 8. 

tathardai III 4? 

tatbut s. tau. 

táu, tó ich bin; tatbut tibi est 

III 6; itaam ubi sumus III 1; 

amal nondad II 1. 
tecb N. Haus; dia tbig. 

tecbiin ich fliehe; ro teieb. 
teebt Bote; techta IV 3. 
10* 



148 



techtaire — treb. 



tecbtaire, tecttaire 31. Bote. 

teirt lat. tertia (9 Uhr Vor- 
mittag) VI 12. 

Temair Tara, der Sitz der 
Oberkönige von Irland IV 1 ; 
Temrach. 

Teniair Lúachrae IV 8, Lúa- 
cbair der alte Name für den 
District „betiveen tJie coun- 
ties of Limerick and Kerry" 
Hennessi/. 

Temair Mairci, co Temraig 
Mairei IV 6. 

temel Finstemiss. 

tempul templum; tempuil. 

tenga Zunge III 5. 

tesarbi I 38 m tesbuitb deessc. 

tét, téit er geht I 41. 

Tethra i. ri Fomóire (,,a hing 
of the Fomorians", eines 
sagenhaften Stammes), iter 
triunu Tethracb „ among 
Tethra's mighty men" Corm. 
Transl. p. 157; clo dóinib 
Tethrach III 4. 

tiagaiin ich gehe; tiagar I 40. 

tibrecl 5. tabur. 

tichtu F. Kommen. 

ticcim, ticim ich komme; tic; 
Hiotáticfa III 5; tisecl, tisad; 
tánic. 

tigerne 31. Herr; dia thigern 
I 16. 

timmarcte lat. complicatus V I, 
zu do-imm-urc ango. 



tinaim ich verschwinde; ro tinas- 

tar V 2. 
tinolaim ich versammele; tino- 

laid. 
tír N. Land; tíri, a tirib. 
tli VI 17? 

tocbaira ich erhebe; tocbam. 
tocbra, oc a tocbra IV 3 engl. 

,,ivere courting her (( {Hen- 

nessy). 
tochuiriur, docuiriur Dep. asci- 

sco (Z. 2 873); tot-cburetbar 

III 4 zu lesen -cburetar? 
toga s. togu. 

togaim ich wähle; ro tbog IV 1. 
togu, toga Wahl. 
tond, tonn F. Woge, Welle, 

dazu fri tómd III 6? 
tóirand, tórand N. Zeichen I 50. 
toisigecbt F.Führerschaft, Füh- 
rung I 28. 
tomlim, toinilim ich verzehre; 

tomled III 4. 
tomnibtber I 43 zu einem Dep. 

tonmiur (to- = do-fo-, vgl. 

do-moiniuT puto) ich erwarte. 
tongaim ich schwöre (beiJmdm, 

tar); toissed I 45. 
tor IV 7, vgl. tor i. imat 

(Menge, Schaar) O'Dav. 
torcbair fiel IV 8. 
torracb schwanger. 
trá, tra Conj. nun, aber. 
traig Strand. 

trátb N. Zeit, Stunde; tratha. 
treb 31. Stamm; triub, trebaib. 



Trénmór — út. 



149 



Trénmór CumalVs Vater; mac 

Trenmoir IV 3. 
trethoath III 3? tretho ath- 

ban? 
tri (tri I 22), tre Fraep. durch; 

tri chumsanad 141; trit 1 12; 

tremit IV 3. 
tri drei; fo thrí dreimal I 50, 

V 2. 

trírech Lied, Loblied II 2, vgl. 
(y Curry On the Männer s 
and Customs of the Ancient 
Irish III p. 388, StoJces 
Corni. Transl. p. 89. 

Triscoth I 34. 

trist VI 5 tat. tristis? 

trom schwer. 

tú du. 

tua Schiveigen VI 23. 

tualaing peritus, gnarus IV 7. 

túare, túara F. Speise III 4. 

túascert der nördliche Theil 

V 4. 

túath F. Volle; etir túaith I 38. 

Túath Dathi IV 1, 7. 

tue tiäit, dedit IV 2; tuethar 

V I; tucad IV 3. 



tucsatar V 2 zu da-ucci, tucci 
intellegit Z. 2 431. 

tuitim ich falle; dofuit IV 5. 

tulach F. Hügel. 

Tulach Taidg IV 7. 

tus Anfang; ar thús zu An- 
fang, zuerst. 

tu-su Fron. du. 

U. 

uaclitor 5. óchtar. 

úad, úadib, Main, úaib s. ó. 

úair, úare Conj. weil, s. ór. 

úall F. JJébermuth. 

úas, húas Fraep. über. 

úasal hoch, erhaben; Compar. 

huaisliu. 
úathmar furchtbar; úathmair. 
ubull Apfel III 4. 
uile, ule ganz, all. 
uisse gerecht. 
Urgrend IV 4. 
usce, uisce M. Wasser; usci, 

di uisciu. 
Usnecb Landschaft in West- 

meath; Usnig III 1. 
út Adv. dort. 



Druck von Pose hei & Trepte in Leipzig. 



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